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	<title>Redaktionsbüro Sabine Fisch &#187; Sexueller Missbrauch</title>
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	<description>Medizinjournalistin und Moderatorin</description>
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		<title>Sendungstipp: Menschen bei Maischberger</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 10:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 24. Mai diskutierte Sandra Maischberger in ihrer Sendung &#8220;Menschen bei Maischberger&#8221; zum Thema &#8220;sexuelle Gewald und sexueller Missbrauch&#8221;. Die Sendung kann hier angeschaut werden. Und hier gibt es weitere Infos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 24. Mai diskutierte Sandra Maischberger in ihrer Sendung &#8220;Menschen bei Maischberger&#8221; zum Thema &#8220;sexuelle Gewald und sexueller Missbrauch&#8221;. Die Sendung kann <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7259730" target="_blank">hier </a>angeschaut werden. Und <a href="http://www.daserste.de/maischberger/sendung.asp?datum=24.05.2011&amp;Suche+starten.x=7&amp;Suche+starten.y=12" target="_blank">hier </a>gibt es weitere Infos.</p>
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		<title>Mehr Rechte für Opfer von sexueller Gewalt und Missbrauch</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 09:54:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Gesellschaft hat aus den Skandalen der letzten Jahre nichts gelernt, sagt Anita Heiliger. Sie fordert die Abschaffung strafrechtlicher Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch. Ein Interview mit der deutschen Sozialforscherin lesen Sie hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesellschaft hat aus den Skandalen der letzten Jahre nichts gelernt, sagt Anita Heiliger. Sie fordert die Abschaffung strafrechtlicher Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch. Ein Interview mit der deutschen Sozialforscherin lesen Sie <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/die-verjaehrung-muss-weg/" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>&#8220;Tatort Kinderzimmer&#8221;: Was tun bei Verdacht auf Kindesmissbrauch</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderheilkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[600 bis 700 Missbrauchshandlungen an Kindern werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist allerdings enorm: Rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen werden – Schätzungen zufolge – im Laufe ihrer Kindheit und Jugend in Österreich sexuell missbraucht. Die geringe Aufdeckungsquote erklärt sich mit dem sehr häufigen Naheverhältnis des Täters (über 90 Prozent der Missbraucher sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>600 bis 700 Missbrauchshandlungen an Kindern werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist allerdings enorm: Rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen werden – Schätzungen zufolge – im Laufe ihrer Kindheit und Jugend in Österreich sexuell missbraucht.<span id="more-486"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die geringe Aufdeckungsquote erklärt sich mit dem sehr häufigen Naheverhältnis des Täters (über 90 Prozent der Missbraucher sind Männer) mit dem Kind. Denn nur jeder sechste sexuelle Missbrauch wird von einem Unbekannten verübt. Die übrigen Täter rekrutieren sich aus der Familie und engen Freunden der Familie. „Die Kinder reden häufig nicht, weil sie vom Täter zur Geheimhaltung überredet werden“, erläutert Dr. Dieter Baumgarten, niedergelassener Kinderarzt in Wien: „Zudem ist die Scham oft sehr groß: Die Kinder spüren, dass das Geschehene nicht richtig ist – glauben aber, sie seien schuld an dem, was Ihnen angetan wurde.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Falscher Täterschutz</p>
<p>Auch mangelnde Zivilcourage schützt die Täter. Denken Sie an den Fall Amstetten, indem jahrelang niemand etwas von der eingesperrten Tochter und dem Missbrauch durch den eigenen Vater bemerkt haben will (Fall Fritzl). Ähnliche Fälle sind in Belgien (Fall: Dutroux) oder Italien (Fall „Laura“) bekannt geworden. Aber nicht nur mangelnde Zivilcourage, auch mangelnde Vorstellungskraft kann eine Anzeige verhindern, meint Dieter Baumgarten: „Manche Dinge sind so unglaublich, dass es für einen gesunden Menschen einfach nicht vorstellbar ist.“ Das Ergebnis: Auch wenn Signale sichtbar sind, wird den Betroffenen oft nicht geglaubt, die Signale werden verdrängt, weil nicht sein kann, was– laut Vorstellung – nicht sein darf.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Tatort Kinderzimmer neu</p>
<p>Um sexuellen Missbrauch immer wieder zu thematisieren und Hilfen – sowohl für missbrauchte Kinder und Jugendliche – als auch für Eltern, Erzieher und andere Vertrauenspersonen zur Verfügung zu stellen, erscheint seit mehreren Jahren eine Broschüre der Vereinigung österreichischer Kriminalisten, die sich umfangreich dem Thema, seinen vielfältigen Implikationen und Aufdeckungsmöglichkeiten widmet. Der Titel der Broschüre lautet „Tatort Kinderzimmer“. Derzeit wird die nächste Auflage gedruckt. „Wir versuchen möglichst jedes Jahr eine Neuauflage zu gestalten“, berichtet Chefinspektor Ferdinand Germadnik, einer der „Motoren“ der Broschüre, die seit 2000 erscheint und in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt wird: „Wir kämpfen natürlich immer mit der Finanzierung“, so der Initiator, „aber bis jetzt hat es – dank vielfältiger Unterstützung – immer geklappt.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Mit der Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ will die Vereinigung österreichischer Kriminalisten umfassend, sachlich und hilfreich zum Thema Kindesmissbrauch informieren. In jeder Neuauflage werden die statistischen Daten aktualisiert und neue Erkenntnisse eingearbeitet. „Wir wollen mit dieser Broschüre auch über das Procedere nach einer Anzeige informieren“, gibt Germadnik im Interview mit der Österreichischen Ärztezeitung an: „Da existieren bei den Betroffenen große Unsicherheiten, die wir mit der Broschüre entkräften wollen.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Versteckte „Notzeichen“</p>
<p>Dennoch, der Weg zu einer Anzeige eines missbrauchenden Familienmitglieds oder eines Freundes der Familie ist schwer – und nicht immer Erfolg versprechend: Nur jeder zweite angezeigte Täter wird auch verurteilt und die Strafen fallen oft sehr gering aus. So liegen die Strafen bei sexuellem Missbrauch zwischen einem und zehn Jahren. Wird das Opfer schwer verletzt oder schwanger, drohen fünf bis 15 Jahre Haft. Verstirbt das Opfer, kann der Täter zu zehn bis 20 Jahren Haft verurteilt werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das sollte allerdings niemanden daran hindern, auf Zeichen möglicherweise betroffener Kinder und Jugendlicher zu hören und diese „Notzeichen“ richtig zu interpretieren. In der Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ heißt es dazu: „Die meisten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs dauern mehrere Jahre an. Die Kinder senden fast immer Hilferufe an ihre Umgebung aus – verschlüsselt und am seltensten durch Worte.“ Derartige „Notzeichen“ können Angst vor dem Alleinsein, Weinkrämpfe, Übelkeit, Schulprobleme, Aggressionen oder Rückzug, altersinadäquate sexualisierte Sprache und natürlich Verletzungen im Urogenitalbereich sein (siehe Fallbeispiel Kasten 1). Sichtbare Verletzungen findet man allerdings nur in 15 Prozent der angezeigten Fälle. Zur Abklärung eines sexuellen Missbrauchs ist von den behandelnden Ärzten viel Fingerspitzengefühl gefragt: „Natürlich können Verletzungen im Urogenitaltrakt bei Mädchen auch die Folge von Sturzverletzungen sein“, erläutert Dieter Baumgarten. „Da kann es sinnvoll sein, sich für die genaue Abklärung an eine spezialisierte Abteilung zu wenden.“ In Wien finden sich im Allgemeinen Krankenhaus mehrere Spezialambulanzen, die sich dieses Themas annehmen und auch forensische Untersuchungen durchführen (siehe Kasten 2: Ansprechpartner).</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Alleingang unerwünscht</p>
<p>Von einem Alleingang bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen rät die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ übrigens explizit ab. Wer einen solchen Verdacht hegt, sollte tunlichst davon absehen, den potenziellen Missbraucher auf eigene Faust mit seinen Taten zu konfrontieren. Zuerst sollte sich die Person, die einen Verdacht hegt, selbst Hilfe suchen, denn der Verdächtige würde „versuchen, den Verdacht zu zerstreuen und die Aussagen des Kindes in Zweifel zu ziehen“, so die Broschüre. Auch Dieter Baumgarten rät dringend von einem Alleingang ab: „Ich würde mich vor einem solchen Rohling hüten“, meint der erfahrene Pädiater. Hegt jemand einen Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch, so kann das Jugendamt informiert werden, das verpflichtet ist, einem solchen Verdacht nachzugehen. Auch die Exekutive kann angesprochen werden und natürlich Kinderärzte und Allgemeinmediziner, die das betroffene Kind kennen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das Aufdecken eines sexuellen Kindesmissbrauchs hat übrigens rein gar nichts mit Verleumdung zu tun. „Eine Verleumdung liegt nur vor, wenn jemand gegen einen anderen den Verdacht ausspricht, eine Straftat begangen zu haben und weiß, dass die Anschuldigung falsch ist“, steht in der Broschüre zu lesen und weiter: „Das liegt nicht vor, wenn dem Anzeiger bestimmte Indizien vorliegen und er den Verdacht äußert, jemand missbrauche ein Kind. Die Polizei prüft die Hinweise, ihre Zusammenhänge und versucht herauszufinden, ob tatsächlich ein Missbrauch vorliegt und ob es sich bei dem Verdächtigen um den Täter handelt.“ Auch an das Jugendamt können sich Menschen wenden, die glauben, Indizien auf einen Missbrauch zu haben. Nicht zuletzt bietet jedes größere Krankenhaus Kinderschutzgruppen, die ebenfalls Rat und Hilfe anbieten. „Dort wird dem Kind die Möglichkeit geboten, aus der Familie und der Missbrauchssituation fort zu kommen“, erklärt Kinderarzt Dr. Dieter Baumgarten. „Ein umfangreicher Betreuungsstab, bestehend aus Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern kümmert sich dann um die weitere Aufarbeitung.“ Die Angst vor einer Denunziation ist also unbegründet. Übrigens sind nur drei bis fünf Prozent der Beschuldigungen durch Kinder und Jugendliche Falschaussagen. Bei anderen Delikten beträgt diese Quote bis zu 20 Prozent.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Positive Resonanz</p>
<p>Schon aus diesem Grund ist es Ferdinand Germadnik ein wichtiges Anliegen, die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ vor allem an Ärzte zu verteilen. Nicht nur, damit diese die Broschüre selbst lesen können, sondern auch zur Auflage im Wartezimmer, um die Patienten zu informieren: „Wir erhalten viele positive Rückmeldungen, sowohl von Ärzten, die weitere Broschüren anfordern, als auch von Patienten, die sich mit dem Wunsch, eine solche Broschüre ebenfalls zu erhalten, an uns wenden“, berichtet der langjährige Chefinspektor der Kriminalpolizei Wien. „Die Adressen der Ärzte erhalten wir von der Österreichischen Ärztekammer, mit der die Zusammenarbeit äußerst positiv ist“, streut Germadnik der ÖÄK Rosen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Nicht nur die Broschüre wird von der kriminalpolizeilichen Vereinigung herausgegeben, „Tatort Kinderzimmer“ ist Teil einer umfassenden Kampagne gegen sexuellen Kindesmissbrauch. Auf der Website www.fingerweg.at finden sich viele Informationen rund um das Thema und weitere Links. Auch eine Solidaritätsadresse kann auf der Website abgegeben werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 1: Fallbeispiel aus „Tatort Kinderzimmer“</p>
<p>Über ihr vier Jahre dauerndes Vergewaltigungsmartyrium zu sprechen, war der zehnjährigen Erika nicht möglich. Ein Liebhaber ihrer Mutter hatte das Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen, jedes Mal, wenn sie allein zu Hause waren. Drei Wochen bevor der Fall aufflog, vergewaltigte der Mann das Kind in der Toilette eines Restaurants. Seine Aussage machte das Kind schriftlich. Immer wenn Erika von dem Mann sprach, wurde ihr schlecht; während der Therapie urinierte sie einmal auf den Sessel.</p>
<p>Die Aggressionen des Kindes waren nicht als Alarmsignal gedeutet worden, auch die Schulprobleme nicht – Reaktion der Eltern: Erika kam in ein Internat. Nach mehreren Monaten zog sie eine Therapeutin ins Vertrauen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 2: Ansprechpartner:</p>
<p>www.kripo-online.at</p>
<p>Hier können Sie die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ im Wortlaut nachlesen und bestellen</p>
<p>www.fingerweg.at</p>
<p>Eine Aktion der „Vereinigung österreichischer Kriminalisten“ zur Sensibilisierung gegen Kindesmissbrauch</p>
<p>http://www.meduniwien.ac.at/gyn/index.php?p=260</p>
<p>Kinderambulanz der Universitätsfrauenklinik Wien</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<item>
		<title>Sammeln, fotografieren, aufnehmen und beschreiben!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 12:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr viele Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs werden eingestellt, weil zu wenig Beweise sichergestellt werden können. Für die Gerichtsmedizin ist der Tatbestand „Missbrauch&#8221; eine große Herausforderung. Im dritten Teil unserer Serie behandeln wir das Thema „Dokumentation aus gerichtsmedizinischer Sicht&#8221;. Nur mit ausreichender und aussagekräftiger Dokumentation hat die Gerichtsmedizin bei einem Gerichtsverfahren wegen sexuellem Missbrauch eine Chance [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr viele Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs werden eingestellt, weil zu wenig Beweise sichergestellt werden können. Für die Gerichtsmedizin ist der Tatbestand „Missbrauch&#8221; eine große Herausforderung. Im dritten Teil unserer Serie behandeln wir das Thema „Dokumentation aus gerichtsmedizinischer Sicht&#8221;.<span id="more-174"></span></p>
<p>Nur mit ausreichender und aussagekräftiger Dokumentation hat die Gerichtsmedizin bei einem Gerichtsverfahren wegen sexuellem Missbrauch eine Chance auf beweiskräftige Aussagen. „Die Gerichtsmedizin hat aber nur selten Gelegenheit, die Dokumentation und Spurenabnahme zu beeinflussen&#8221;, sagte Dr. Elisabeth Friedrich, vom Department für Gerichtliche Medizin an der Medizinischen Universität Wien (dzt. in Karenz). „Wir werden in der überwiegenden Anzahl der Fälle nämlich erst dann beauftragt, wenn es zu einer Anzeige gekommen ist.&#8221; Friedrich sprach im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft der Ärzte zum Thema „Sexueller Missbrauch&#8221; über die Dokumentation aus gerichtsmedizinischer Sicht.</p>
<p>Gerichtsmedizinische Sachverständige sind vor Gericht auf die Angaben der Opfer und möglicher Zeugen, auf die Dokumentation und auf asservierte Spuren angewiesen. „Sie wissen alle, wie schwierig es ist, Opfer von Missbrauch zu befragen&#8221;, hielt Friedrich fest: „Und nur selten besteht die Möglichkeit der Befragung von Zeugen.&#8221; Dazu kommen die Erhebungsergebnisse der Exekutive, die Befunde der behandelnden bzw. untersuchenden Ärzte, die Fotodokumentation sowie kinderpsychiatrische und -psychologische Befunde.</p>
<p>Gerichtsmediziner werden vom Staatsanwalt beauftragt. Folgende Themenkomplexe möchte er im Rahmen eines Verfahrens wegen sexuellen Missbrauchs beantwortet wissen:</p>
<p>1. Beweise für die sexuelle Ausbeutung<br />
2. Zeitpunkt, Art und Häufigkeit der sexuellen Ausbeutung<br />
3. Stammen Verletzungen von sexuellen Übergriffen?<br />
4. Kann der Täter identifiziert werden?</p>
<p>„Wenn es keine eindeutigen Beweise, wenn es keine Aussagen gibt, die den Verdacht tatsächlich erhärten, so werden die Verfahren meist schon eingestellt, bevor es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kommt&#8221;, schilderte Elisabeth Friedrich. „Um ein Gerichtsverfahren überhaupt zu ermöglichen, ist es von eminenter Wichtigkeit, dass die Dokumentation im Vorfeld zweckmäßig erfolgt.&#8221; Die wichtigsten Beweise im Rahmen eines solchen Verfahrens sind gesicherte Spuren und Verletzungen: „Alles, was mit den Angaben des Opfers zu tun hat, unterliegt der Glaubwürdigkeit &#8211; und im Strafverfahren gilt nur dann etwas eindeutig, wenn es bewiesen werden kann&#8221;, beschreibt Friedrich diese schwierige Situation.</p>
<p>Für die Dokumentation eines sexuellen Missbrauchs gelten folgende Regeln:<br />
Verletzungen und Spuren sollen beschreibend und nicht diagnostizierend sein. „Hymen intactus ist eine Diagnose, mit der wir sehr wenig anfangen können &#8211; und von der Staatsanwaltschaft wird das als negativ betrachtet&#8221;, erläutert Friedrich. „Es sollte die Art des Hymens, die Durchgängigkeit, könnte es möglich sein, einen Finger einzuführen oder könnte eine Penetration stattgefunden haben, ohne das das Hymen eingerissen ist&#8221;, so die Gerichtsmedizinerin und Sachverständige.</p>
<p>Bei der Anamnese ist wichtig, zu dokumentieren, wie man mit dem Opfer gesprochen hat: „War das Kind in der Lage auszusagen?&#8221; In der Dokumentation sollten die Schilderungen des Opfers wörtlich wieder gegeben werden. Auch die psychische und körperliche Verfassung sollte möglichst exakt beschrieben werden, damit sich das Gericht ein Bild von der Situation des Opfers machen kann.</p>
<p>Verletzungen des Opfers (sowohl am Genitale als auch Verletzungen, die von Schlägen stammen können) sollten ebenfalls beschreibend dokumentiert werden:<br />
- Form<br />
- Farbe<br />
- Größe<br />
- Ausbreitung<br />
- Alter (aber nicht nach Tagen &#8211; sondern frisch oder nicht frisch)<br />
- Lokalisation und<br />
- Schmerzqualität.</p>
<p>Fotodokumentationen sollen sich nicht auf Details beschränken sondern auch immer Übersichten enthalten. Es sollten übrigens auch Fotos gemacht werden, wenn keine Verletzungen &#8211; etwa am Genitale &#8211; vorgefunden wurden: „Wir brauchen auch die Negativbefunde&#8221;, sagte Elisabeth Friedrich. Wesentlich ist schließlich die Verwendung von Checklisten in der Untersuchung, Dokumentation und Spurensicherung beim sexuellen Missbrauch. „Diese Checklisten liegen mittlerweile in allen Ambulanzen auf&#8221;, so Friedrich. Das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheit (ÖBIG) hat vor kurzem eine neue &#8211; sehr umfassende Checkliste &#8211; zur Verletzungsdokumentation herausgegeben, die einen Nachweis von Spuren und Verletzungen an allen Körperregionen erfordert (www.oebig.at).</p>
<p>„Liegen keine Beweise vor, haben wir nur die Aussagen der Opfer, die Verantwortung der Beschuldigten und Angeklagten, sowie die Wahrnehmung von Zeugen&#8221;, so Friedrich: „Was bleibt ist ein retraumatisiertes Opfer, große Frustration und die mögliche Fortsetzung des Missbrauchs, so dieser durch Familienangehörige erfolgt ist.&#8221; „Daher&#8221;, so die Gerichtsmedizinerin abschließend, „kommt der ausführlichen, zeitintensiven Dokumentation ein unglaublich hoher Stellenwert zu.&#8221;</p>
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		<title>Fischismus: Der &#8220;Missbrauch&#8221; des Missbrauchs</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 16:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andrulis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 2,4 Millionen Kindern zwischen Null und 18 Jahren. Studien zufolge werden im Laufe ihrer Kindheit und Jugend jedes 4. Mädchen und jeder 7. Bub Opfer sexueller Gewalt. Eine einfache Rechnung macht die Größenordnung deutlich: In Österreich wären das rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen, die &#8211; meist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 2,4 Millionen Kindern zwischen Null und 18 Jahren. Studien zufolge werden im Laufe ihrer Kindheit und Jugend jedes 4. Mädchen und jeder 7. Bub Opfer sexueller Gewalt. Eine einfache Rechnung macht die Größenordnung deutlich: <span id="more-184"></span></p>
<p>In Österreich wären das rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen, die &#8211; meist von Personen aus ihrem näheren und nächsten Umfeld &#8211; sexuell missbraucht werden. Die Täter &#8211; auch das ist durch Studien hinreichend belegt &#8211; sind zu 90 Prozent Männer &#8211; egal ob es sich beim missbrauchten Opfer um ein Mädchen oder einen Burschen handelt.</p>
<p>Trotzdem wird &#8211; und zwar bei jeder Veranstaltung zum Thema „Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen&#8221; &#8211; an der ich in den vergangenen Jahren als Journalistin teilgenommen habe, unmissverständlich darauf hingewiesen, dass auch Frauen sexuellen Missbrauch begehen. So wie kürzlich im Wiener Haus der Ärzte, wo im Rahmen einer wissenschaftlichen Sitzung vor allem über forensische Aspekte des sexuellen Missbrauchs diskutiert wurde. In einem Vortrag zum Thema Opferschutz wurde mehrmals und mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, auf keinen Fall die „Missbraucherinnen&#8221; zu vergessen. Diese hätten zwar bisher im Schatten gestanden, vermehrte Aufmerksamkeit führe nun aber dazu, dass auch Frauen, die Kinder missbrauchen, ans Licht der Öffentlichkeit gebracht würden.</p>
<p>Ich möchte nicht missverstanden werden: Selbstverständlich sollen auch Frauen, die Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begehen, ausgeforscht und bestraft werden. Ich möchte nur die Verhältnismäßigkeit gewahrt wissen: 90 Prozent der Missbraucher sind und bleiben Männer. Dies &#8211; und nicht der zwanghaft vorgebrachte Hinweis, „dass auch Frauen Täterinnen sein können&#8221;, sollte im Mittelpunkt der Diskussion um den sexuellen Missbrauch an Kindern stehen.</p>
<p>Nota bene: Nur rund 600 bis 700 Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen werden jedes Jahr in Österreich zur Anzeige gebracht &#8211; und letzten Endes kommt es nur zu rund 120 Verurteilungen. Wenn man dies den vermuteten Zahlen missbrauchter Kinder gegenüberstellt, wird klar, welch ungeheures Grauen hier &#8211; immer noch &#8211; tabuisiert wird.<br />
Sabine Fisch</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sexueller Missbrauch: Opfer nicht überfordern!</title>
		<link>http://www.sabinefisch.at/2009/04/sexueller-missbrauch-opfer-nicht-uberfordern/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 12:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer den Verdacht auf Missbrauch bei einem Kind oder Jugendlichen hegt, sollte von übereilten Aktionen Abstand nehmen. Wichtig: Informieren, Unterstützung holen, vernetzen. Der zweite Teil unserer Serie beschäftigt sich mit der richtigen Hilfestrategie und Opferschutzeinrichtungen in Österreich. Es ist wohl eine der schwierigsten Situationen, vor denen eine Ärztin/ein Arzt stehen kann: Ein Kind oder ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer den Verdacht auf Missbrauch bei einem Kind oder Jugendlichen hegt, sollte von übereilten Aktionen Abstand nehmen. Wichtig: Informieren, Unterstützung holen, vernetzen. Der zweite Teil unserer Serie beschäftigt sich mit der richtigen Hilfestrategie und Opferschutzeinrichtungen in Österreich.<span id="more-172"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Es ist wohl eine der schwierigsten Situationen, vor denen eine Ärztin/ein Arzt stehen kann: Ein Kind oder ein Jugendlicher kommt in die Praxis, und der behandelnde Arzt hegt den Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Gewalt in der Familie. Der erste Reflex ist wohl, das Kind zu schützen und so rasch wie möglich zu helfen. Übereilte Aktionen können aber sehr schnell zum gegenteiligen Effekt führen: „Eine zu rasch angebotene Unterstützung wird häufig nicht unbedingt als positiv erlebt&#8221;, berichtet DSA Bettina Weidinger, pädagogische Leiterin des Österreichischen Instituts für Sexualpädagogik im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema im Wiener Haus der Ärzte. „Behutsames Vorgehen ist wichtig &#8211; und manchmal muss auch akzeptiert werden, dass das Angebot zur Hilfe einfach zum falschen Zeitpunkt kommt.&#8221;</p>
<p><strong>Schnelle Hilfe ist keine Hilfe</strong><br />
Auch übereilte Hilfsaktionen können extrem kontraproduktiv sein. In einem Beispiel schildert Weidinger eine Lehrerin, der eine Schülerin anvertraut hatte, dass sie in der Familie sexuell missbraucht werde. „Die betroffene Lehrkraft meldete dies der Direktion, die die Polizei verständigte&#8221;, berichtete Weidinger: „Die Polizei vernahm das Kind, das &#8211; aus Angst &#8211; natürlich keine Aussage machen wollte.&#8221; Das Ende vom Lied: Der Anzeige konnte nicht nachgegangen werden, das Kind verblieb in der Familiensituation &#8211; „und es wird sich wahrscheinlich hüten, jemals wieder eine Andeutung zu machen&#8221;, so Weidinger.</p>
<p><strong>Unterstützung suchen</strong><br />
Sexualpädagogin Weidinger rät ÄrztInnen, aber auch Lehrkräften, die den Verdacht auf sexuellen Missbrauch hegen, sich zu aller erst einmal Hilfe zu holen. Es kann etwa sinnvoll sein, sich an eine Kinderschutzeinrichtung zu wenden, den Verdacht zu schildern und das weitere Vorgehen zu besprechen. In jedem österreichischen Bundesland sind Kinderschutzzentren eingerichtet, die ebenfalls Beratung und Hilfeleistungen anbieten. Auch die Ämter für Jugend und Familie stehen Vertrauenspersonen gern mit Rat und Tat zur Seite. Problematisch ist allerdings, dass die Jugendämter in Österreich nur bis 16 Uhr erreichbar sind. „Eine Servicetelefonnummer, die bis 18 Uhr erreichbar ist, erteilt erste Informationen und leitet an das entsprechende Jugendamt weiter&#8221;, erläutert Bettina Weidinger (siehe Kasten).</p>
<p>Sofortige Hilfeleistung ist allerdings dann notwendig, wenn eine akute Gewalt- oder Missbrauchssituation ein Einschreiten erforderlich macht. In einem solchen Fall sollten jedenfalls Polizei und Jugendamt verständigt werden. In der Abteilung für Kinder- und Jugendgynäkologie des Allgemeinen Krankenhauses Wien werden akut bedrohte und missbrauchte Kinder zum Schutz auch stationär aufgenommen. Auch die Unterbringung von Mutter und Kind im Frauenhaus ist möglich: „Frauenhäuser sind auch Kinderschutzeinrichtungen&#8221;, weiß Bettina Weidinger. „Auch dann, wenn die Mutter selbst nicht von Gewalt betroffen ist, kann sie mit ihrem Kind Schutz in einem Frauenhaus suchen.&#8221;</p>
<p><strong>Prozessbegleitung<br />
</strong>Ist eine Anzeige bei der Polizei erforderlich (rechtliche Grundlagen siehe Kasten) sollte sich die Vertrauensperson zudem an eine Beratungsstelle für Prozessbegleitung wenden, um dem Kind bzw. dem Jugendlichen weitere Traumata zu ersparen: „Polizisten müssen einer Anzeige nachgehen&#8221;, erklärt Bettina Weidinger: „Dazu müssen auch dem betroffenen Kind Fragen gestellt werden, die dieses als unangenehm empfinden kann.&#8221; Um die Situation für das betroffene Kind so einfach wie möglich zu machen, bietet etwa die Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche Begleitung und Unterstützung an (Link siehe Kasten).</p>
<p>Generell sollten jene Personen, die den Verdacht auf Missbrauch hegen oder vom missbrauchten Kind oder Jugendlichen ins Vertrauen gezogen werden, äußerst behutsam mit der Situation umgehen: „Sehr gut angenommen wird das Berichten dessen, was die Vertrauensperson selbst wahrnimmt&#8221;, sagt Bettina Weidinger: „Ich sehe, du bist sehr durcheinander, ich nehme wahr, dass es dir heute nicht gut geht.&#8221; Mit solchen Sätzen schafft die angesprochene Person Vertrauen und die Möglichkeit für ein offenes Gespräch.<br />
Sabine Fisch</p>
<p><strong>Anlaufstellen Opferschutz:</strong><br />
<a href="http://member.ycn.com/~prozess/" target="_blank">Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche</a></p>
<p><a href="http://www.kija.at/" target="_blank">Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs</a></p>
<p><a href="http://rataufdraht.orf.at/" target="_blank">Rat auf Draht</a></p>
<p><a href="http://www.plattformgegendiegewalt.at/02_de/default.asp" target="_blank">Vernetzungsstelle von ExpertInnen und NGOs aus den Bereiche Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen Frauen</a></p>
<p><a href="http://www.kinderrechte.gv.at/home/" target="_blank">Kinderrechts-Website</a></p>
<p><a href="http://www.haltdergewalt.at/frauenhelpline/" target="_blank">Frauenhelpline gegen Männergewalt &#8211; auch für Kinder und Jugendliche</a></p>
<p><a href="http://www.aoef.at/hilfe/frauenhaeuser.htm" target="_blank">Frauenhäuser in Österreich (bieten auch Schutz für Kinder)</a></p>
<p><a href="http://www.plattformgegendiegewalt.at/02_de/default.asp" target="_blank">Plattform gegen Gewalt in der Familie</a></p>
<p><a href="http://www.wien.gv.at/menschen/frauen/servicestellen/frauennotruf.html" target="_blank">Frauennotruf 24 Stunden erreichbar</a></p>
<p><a href="http://www.aoef.at/start.htm" target="_blank">Informationsstelle gegen Gewalt</a></p>
<p><a href="http://www.wien.gv.at/menschen/magelf/service/stelle.html" target="_blank">Amt für Jugend und Familie Wien</a></p>
<p>01-4000, Service-Telefon-8011<br />
Servicetelefon des Amtes für Jugend und Familie Wien</p>
<p><a href="http://www.kinderschutz-zentren.org/" target="_blank">Kinderschutzzentren in Österreich</a></p>
<p><a href="http://www.die-moewe.at/" target="_blank">Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche mit Missbrauchserfahrungen</a></p>
<p><a href="pubshop.bmukk.gv.at/download.aspx?id=162" target="_blank">Rechtliche Situation bei Sexuellem Missbrauch </a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sexueller Missbrauch – tabuisiert und schwer zu beweisen</title>
		<link>http://www.sabinefisch.at/2009/03/sexueller-missbrauch-%e2%80%93-tabuisiert-und-schwer-zu-beweisen/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 06:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur rund 120 Täter werden in Österreich pro Jahr wegen Sexualdelikten an Kindern verurteilt. 600 bis 700 sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist enorm. Schätzungen gehen von rund 300.000 missbrauchten Mädchen und rund 172.000 Burschen aus. Vergangenen Montag hat der Prozess gegen jenen Mann begonnen, der seine Tochter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nur rund 120 Täter werden in Österreich pro Jahr wegen Sexualdelikten an Kindern verurteilt.</strong></p>
<p>600 bis 700 sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist enorm. Schätzungen gehen von rund 300.000 missbrauchten Mädchen und rund 172.000 Burschen aus.<span id="more-69"></span></p>
<p>Vergangenen Montag hat der Prozess gegen jenen Mann begonnen, der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies eingesperrt und mit ihr sieben Kinder gezeugt hat. Monströse Fälle wie dieser überschatten allerdings die Tatsache, dass sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ein sehr häufiges Phänomen ist &#8211; und die Täter bleiben in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle straflos. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Sitzung beschäftigte sich das Wiener Haus der Ärzte am 4. März mit diesem Thema. In den nächsten Ausgaben der Ärztewoche wollen wir ihnen die wesentlichen Aspekte des Themas vorstellen. Den Auftakt bildet eine Übersicht über Häufigkeit von sexuellem Missbrauch und die Möglichkeiten von Abklärung und Spurensicherung.</p>
<p>Jedes 4. Mädchen und jeder 7. Bursche &#8211; so die Schätzungen aus internationalen Studien &#8211; werden im Laufe ihrer Kindheit und Jugend sexuell belästigt. In Zahlen ausgedrückt und auf Österreich umgelegt, bedeutet das: 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen zwischen Null und 14 Jahren werden ein- oder mehrmals während ihrer Kindheit und Jugend sexuell belästigt und/oder missbraucht.</p>
<p><strong>Weitgehend tabuisiert</strong><br />
Weit über 90 Prozent der Missbraucher sind Männer. Die Täter befinden sich meist im engsten oder weiteren Familienkreis oder sind Freunde der Familie. Das erschwert die Anzeige eines solchen Delikts, denn die Hemmschwelle, den eigenen Vater, Onkel, Bruder, Großvater oder einen „Freund der Familie&#8221; anzuzeigen, ist hoch. Zudem ist die Scham der betroffenen Kinder und Jugendlichen meist sehr groß, sie wollen oft nicht über das Geschehene sprechen. Das erklärt, warum es jährlich nur zu etwa 600 bis 700 angezeigten Sexualdelikten an Kindern kommt.</p>
<p>In der kindergynäkologischen Ambulanz der Frauenklinik der Medizinischen Universität Wien beginnt die Untersuchung betroffener Kinder mit einer ausführlichen Anamnese. „Bereits hier ist wichtig, die wörtliche Aussage des Kindes aufzuzeichnen&#8221;, erläutert Dr. Antonia Rau von der Kinder- und Jugendgynäkologie am AKH Wien: „Es dürfen weder Interpretationen schriftlich niedergelegt, noch Suggestivfragen gestellt werden, weil dies die Beweiskraft der Aussage des betroffenen Kindes verfälschen würde.&#8221; Der Schilderung der Geschehnisse, soweit dies dem betroffenen Kind möglich ist, folgt eine Familienanamnese. Erst dann wird mit körperlichen Untersuchungen begonnen.</p>
<p><strong>Nicht retraumatisieren</strong><br />
Die Untersuchungsmethoden und die Spurensicherung zum Beweis eines sexuellen Missbrauchs sind problematisch, da die Gefahr einer Retraumatisierung des betroffenen Kindes oder Jugendlichen besteht. „Hier ist ein sehr behutsames Vorgehen wichtig und die enge Zusammenarbeit der verschiedenen medizinischen Disziplinen&#8221;, sagt Ass.-Prof. Dr. Daniela Dörfler, von der Abteilung für Kinder- und Jugendgynäkologie an der Universitätsfrauenklinik Wien. Die körperliche Untersuchung und Dokumentation des Geschehens bedeutet für die untersuchenden ÄrztInnen immer eine Gratwanderung zwischen Notwendigkeit und Rücksichtnahme auf das traumatisierte Kind. Zur Sicherung von Verletzungsspuren, insbesondere im Genitalbereich ist die Untersuchung durch SpezialistInnen notwendig, „denen die Normvarianten des Genitale genau bekannt sind&#8221;, erläutert Rau. Es empfiehlt sich ein leitlinienkonformes Vorgehen. Am Wiener AKH kommen die Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zum Einsatz (siehe Link am Ende des Artikels).</p>
<p><strong>Problematische Spurensicherung</strong><br />
Ein weiteres Problem ist die Sicherstellung von beweiskräftigen Spuren, die dazu beitragen könnten, einen Täter zu verurteilen. Nur selten werden Kinder unmittelbar nach einem sexuellen Missbrauch einer Spezialambulanz vorgestellt. Frische Verletzungen und nachweisbare Spuren können sehr oft nicht gefunden werden. Um jegliche Spuren und Beweise für einen stattgefundenen sexuellen Missbrauch genau zu dokumentieren, ist seit einigen Jahren ein vom Gerichtsmediziner Univ.-Prof. Dr. Manfred Hochmeister, gerichtsmedizinisches Department der medizinischen Universität Wien zusammen gestelltes Spurensicherungsset in Verwendung. Mit Hilfe dieses Sets werden unter anderem Abstriche (oral, vaginal, anal) genommen, die Bekleidung sicher gestellt und Blut- und Urinproben abgenommen (siehe Kasten). „Das wichtigste Element der Spurensicherung ist die Fotodokumentation&#8221;, hielt Daniela Dörfler fest.</p>
<p>Die Schwierigkeit der Sicherung von beweiskräftigen Spuren schlägt sich in der Zahl von Gerichtsurteilen wegen sexuellem Missbrauch nieder:<br />
Nur etwa 120 Täter werden jedes Jahr gerichtlich wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt: „Diese Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert&#8221;, hält Dörfler abschließend fest.<br />
Sabine Fisch<br />
In der nächsten Ausgabe der Ärztewoche:<br />
Kinder- und Opferschutz &#8211; wie vorgehen, wenn der Verdacht auf Kindesmissbrauch besteht?</p>
<p>Kasten: Spurensicherung nach Manfred Hochmeister:</p>
<p>1.	Abstriche oral, vaginal und anal (Abstriche müssen getrocknet werden, um die Untersuchung möglicher DNA-Spuren zu ermöglichen)<br />
2.	Bekleidung sicher stellen (jedes Kleidungsstück in einen einzelnen Papiersack)<br />
3.	Spuren auf dem Körper dokumentieren (schriftlich und fotografisch)<br />
4.	körperliche Untersuchung<br />
5.	Begutachtung von Anus und Rektum<br />
6.	Gynäkologische Untersuchung<br />
7.	Abnahme von Blut- und Urinproben (zur Feststellung des Vorliegens sexuell übertragbarer Erkrankungen (Blut) sowie zum Nachweis von Medikamenten und Drogen (Urin))</p>
<p>Zum Nachhören:<a href="http://www.billrothhaus.at" target="_blank"> www.billrothhaus.at</a><br />
<a href="http://kinderplattform.info/doku/leitlinie.pdf" target="_blank">http://kinderplattform.info/doku/leitlinie.pdf</a><br />
Leitlinie der österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) bei Verdacht auf Vorliegen von Sexualdelikten</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Der „Missbrauch“ des Missbrauchs</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 04:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 2,4 Millionen Kinder zwischen Null und 18 Jahren. Studien zufolge werden im Laufe ihrer Kindheit und Jugend jedes 4. Mädchen und jeder 7. Bub Opfer sexueller Gewalt. Eine einfache Rechnung macht die Größenordnung deutlich: In Österreich wären das rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen, die &#8211; meist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 2,4 Millionen Kinder zwischen Null und 18 Jahren. Studien zufolge werden im Laufe ihrer Kindheit und Jugend jedes 4. Mädchen und jeder 7. Bub Opfer sexueller Gewalt. <span id="more-66"></span>Eine einfache Rechnung macht die Größenordnung deutlich: In Österreich wären das rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen, die &#8211; meist von Personen aus ihrem näheren und nächsten Umfeld &#8211; sexuell missbraucht werden. Die Täter &#8211; auch das ist durch Studien hinreichend belegt &#8211; sind zu 90 Prozent Männer &#8211; egal ob es sich beim missbrauchten Opfer um ein Mädchen oder einen Burschen handelt.</p>
<p>Trotzdem wird &#8211; und zwar bei jeder Veranstaltung zum Thema „Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen&#8221; &#8211; an der ich in den vergangenen Jahren als Journalistin teilgenommen habe, unmissverständlich darauf hingewiesen, dass auch Frauen sexuellen Missbrauch begehen. So wie kürzlich im Wiener Haus der Ärzte, wo im Rahmen einer wissenschaftlichen Sitzung vor allem über forensische Aspekte des sexuellen Missbrauchs diskutiert wurde. In einem Vortrag zum Thema Opferschutz wurde mehrmals und mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, auf keinen Fall die „Missbraucherinnen&#8221; zu vergessen. Diese hätten zwar bisher im Schatten gestanden, vermehrte Aufmerksamkeit führe nun aber dazu, dass auch Frauen, die Kinder missbrauchen, ans Licht der Öffentlichkeit gebracht würden.</p>
<p>Ich möchte nicht missverstanden werden: Selbstverständlich sollen auch Frauen, die Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begehen, ausgeforscht und bestraft werden. Ich möchte nur die Verhältnismäßigkeit gewahrt wissen: 90 Prozent der Missbraucher sind und bleiben Männer. Dies &#8211; und nicht der zwanghaft vorgebrachte Hinweis, „dass auch Frauen Täterinnen sein können&#8221;, sollte im Mittelpunkt der Diskussion um den sexuellen Missbrauch an Kindern stehen.</p>
<p>Nota bene: Nur rund 600 bis 700 Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen werden jedes Jahr in Österreich zur Anzeige gebracht &#8211; und letzten Endes kommt es nur zu rund 120 Verurteilungen. Wenn man dies den vermuteten Zahlen missbrauchter Kinder gegenüberstellt, wird klar, welch ungeheures Grauen hier &#8211; immer noch &#8211; tabuisiert wird.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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