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	<title>Redaktionsbüro Sabine Fisch</title>
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	<description>Medizinjournalistin und Moderatorin</description>
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		<title>Fischismus: Ich liebe Fussball</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 09:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Saulus zum Paulus könnte man sagen. Vor der Fussball-WM war ich in erster Linie sauer: Weil sich die Welt jetzt vier Wochen lediglich um 22 Männer und einen Ball drehen würde. Weil meine geliebten Soaps erst mal für vier Wochen ausfallen würden. Weil mich Fussball eigentlich überhaupt nicht interessiert. Dann begann die Fussball-WM. Bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom Saulus zum Paulus könnte man sagen. Vor der Fussball-WM war ich in erster Linie sauer: Weil sich die Welt jetzt vier Wochen lediglich um 22 Männer und einen Ball drehen würde. Weil meine geliebten Soaps erst mal für vier Wochen ausfallen würden. Weil mich Fussball eigentlich überhaupt nicht interessiert. Dann begann die Fussball-WM.</p>
<p><span id="more-564"></span>Bis zum Achtelfinale blieb mein Desinteresse aufrecht. Und weil auch der Liebste kaum schaute, ging die WM &#8211; bis auf die Medienberichterstattung &#8211; eigentlich von mir unbemerkt dahin. Als das Achtelfinale anfing, dachte ich mir: Na, ein Spiel kannst du dir ja mal anschauen. Und dann war ich fasziniert: Uruguay:Südkorea war noch so lala, aber der Fußballkrimi Ghana:USA war schon ein anderes Kaliber. Ich war natürlich für Afrika, demzufolge auch für Ghana, dessen Spielern ich einen Finaleinzug von Herzen gewünscht hätte.</p>
<p>Plötzlich interessierte mich Fussball &#8211; und der Liebste hat einen entscheidenden Vorteil: Er kennt sich gut aus &#8211; und kann gut erklären. Plötzlich begann ich Fussball zu verstehen! Ein Wahnsinn. Ich war begeistert. Die Spiele: Hochklassiger Fussball auf hohem Niveau. Die Schiedsrichterentscheidungen: Unfassbar &#8211; haben die Tomaten auf den Augen?</p>
<p>Die Viertelfinalbegegnung Ghana:Uruguay &#8211; ein Krimi. Unfassbar. Die Emotionen, die Spielzüge, die Begeisterung. Ich will mich über Fussball unterhalten. Ich habe endlich die Abseitsregel kapiert und weiß sogar was passives Abseits ist &#8211; und eine Abseitsfalle.</p>
<p>Und gestern &#8211; die Oranjes! Das erste Tor der Niederländer &#8211; wunderschön! Und das Gegentor &#8211; auch super. Fussball ist Klasse. Und mittlerweile weiß ich auch warum: Fussball ist gut fürs Gehirn. Über Fussball reden macht Spaß und hat so gar nichts mit dem Alltag und all seinen Problemen und Problemchen zu tun &#8211; über Fussball zu reden und Fussball zu gucken räumt das Gehirn auf. Ich verstehe die Männer, plötzlich verstehe ich die Männer: Über Fussball reden ermöglicht hitzige Diskussionen, aber ohne reale Entsprechung. Fussball gucken ist schön &#8211; wenn Weltklassemannschaften spielen. Mit der eigenen Realität hat das nichts zu tun &#8211; und das ist schön.</p>
<p>Ich freue mich schon auf heute abend: Deutschland:Spanien &#8211; und für mich gilt natürlich: Spanien wird Deutschland rauskicken! Ich liebe Fussball.</p>
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		<title>Fischismus: Arigona Zogaij &#8211; oder wie Menschenverachtung buchstabiert wird</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 11:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Arigona Zogaij]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist zu einem Symbol geworden, heißt es in den Medien. Ein Symbol, das für eine menschenverachtende, falsche und abzulehnende Politik steht. Arigona Zogaij wird Österreich verlassen. Gnädigerweise darf sie noch das Schuljahr beenden. Arigona Zogaij und ihre Familie sind aber nicht die einzigen, denen ein solches Schicksal drohte oder noch droht. Klammheimlich werden ständig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist zu einem Symbol geworden, heißt es in den Medien. Ein Symbol, das für eine menschenverachtende, falsche und abzulehnende Politik steht. Arigona Zogaij wird Österreich verlassen. Gnädigerweise darf sie noch das Schuljahr beenden.<span id="more-558"></span></p>
<p>Arigona Zogaij und ihre Familie sind aber nicht die einzigen, denen ein solches Schicksal drohte oder noch droht. Klammheimlich werden ständig Familien abgeschoben, in der Nacht, da &#8211; wo es keiner sieht.</p>
<p>Die Reaktionen vieler Menschen auf Flüchtlinge, auf Menschen also, die aus irgendeinem Grund ihr Land verlassen mussten, widert mich an. Mir kommt das Kotzen, ich möchte heulen vor Wut. Wer maßt sich an zu beurteilen, warum ein Mensch sein Heimatland verlässt? Wer maßt sich an, zu behaupten, jemand sei &#8220;illegal&#8221; eingereist.</p>
<p>Niemand geht gerne von zu Hause weg. Deswegen heißt es ja auch &#8220;zu Hause&#8221;. Dort, wo man alles kennt, wo man die Sprache versteht, seine FreundInnen und die Familie hat. Ist das wirklich so schwer zu verstehen für so viele ÖsterreicherInnen?</p>
<p>Wenn man Hunde quält, ihnen weh tut, dann beißen sie irgendwann schon zu, bevor sie noch geschlagen werden &#8211; man nennt solche Tiere auch &#8220;Angstbeißer&#8221;.</p>
<p>Dieses Wort fällt mir ein, wenn ich die unglaublichen Meinungen vieler ÖsterreicherInnen zum Thema &#8220;Ausländer&#8221; höre. Es seien &#8220;zu viele&#8221; im Land. Sie würden sich &#8220;durchschmarotzen&#8221;. Und &#8220;die Afrikaner sind sowieso alle Drogendealer&#8221;.</p>
<p>Was ist das Anderes als eine &#8211; meiner Ansicht nach &#8211; völlig unbegründete Angst davor, eigenen Besitz zu verlieren? Etwas abgeben zu müssen von dem ohnehin zu vielen, was wir haben? Das ist lächerlich, es ist falsch, es ist krank.</p>
<p>Menschen, wie die Zogaijs, die hier stellvertretend für all jene stehen sollen, von denen in den Medien nicht berichtet wird, Menschen wie die Zogaijs nehmen überhaupt niemandem etwas weg. Im Gegenteil: Sie geben noch dazu. Niemand verliert etwas durch diese Menschen, niemand muss seinen Besitz mindern, weil Flüchtlinge sich in Österreich integrieren.</p>
<p>Gestern war eine Demonstration in Wien. Am Heldenplatz versammelten sich viele tausend Menschen, um ein öffentliches, ein sichtbares Zeichen für Menschen wie Arigona Zogaij zu setzen. Ich war da. Ich habe zugehört und mir wurde schwer ums Herz. Nicht wegen der Demonstration, natürlich nicht. Aber: Weil so eine Demonstration notwendig ist. Weil es in einem reichen, sicheren Land wie Österreich Menschen gibt, viele Menschen, die meinen, sie müssten andere Menschen von ihren Fleischtöpfen vertreiben. Und weil &#8220;nur&#8221; ein paar Tausend sich am Heldenplatz versammelt haben, um sich gegen diese Sichtweise zu stellen.</p>
<p>&#8220;Ich möchte heute hier nicht stehen müssen&#8221;, sagte die &#8211; übrigens großartige Rednerin &#8211; ehemalige ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha in ihrer gestrigen Rede am Ballhausplatz. Ich mochte auch nicht. Aber manchmal muss man müssen, auch wenn man nicht möchte &#8211; und die österreichische Politik in diesem Zusammenhang menschenunwürdig, zynisch und verachtend findet.</p>
<p>PS: Ein Wort noch zum Thema &#8220;Wirtschaftsflüchtling&#8221;. Ich kann es nicht mehr hören. Was soll das heißen &#8220;Wirtschaftsflüchtling&#8221;? Ausgesprochen wird es immer mit einem leicht verachtenden Unterton. Wenn ein Mensch, der in seiner Heimat keine Zukunft für sich und seine Familie sieht, weil er kein Geld verdienen kann, sich nichts aufbauen kann, ja, wenn das Leben einfach nicht lebenswert ist. Und wenn ein Mensch deswegen seine Heimat verlässt, um in einem anderen Land als Flüchtling Aufnahme zu finden, und die Möglichkeit, sich ein lebenswertes Leben aufzubauen &#8211; was zum Henker ist daran falsch?</p>
<p>Ich lebe in einem Land, in dem niemand auf mich schießt, in dem ich nicht täglich aufs Neue um mein Essen kämpfen muss. Ich musste überhaupt noch nie hungern. Immer wohnte ich in menschenwürdigen Umständen, immer durfte ich meine Meinung sagen. Immer hatte ich die Möglichkeit, mit dem was ich gerne tue, Geld zu verdienen (natürlich viel zu wenig, aber das ist eine andere Geschichte). Ich lebe gern in Österreich. Aber ich kann nichts dafür. Ich habe mir nicht ausgesucht, hier geboren zu werden. Und Menschen, die aus wirtschaftlichen oder sonst irgendwelchen Gründen zu uns flüchten, die haben sich auch nicht ausgesucht, wo und unter welchen Umständen sie geboren worden sind.</p>
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		<title>Vom Krokodilsdung bis zur Pille für den Mann: Geschichte der Schwangerschaftsverhütung</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 09:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprechen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrazeption]]></category>
		<category><![CDATA[Verhütung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Kindersegen mit allen Mitteln Herr werden – Engelmacherinnen und Kindsmord, erzählt vom Leiter des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien, Dr. Christian Fiala.Die älteste Verhütungsmethode, die überliefert ist, stammt aus dem alten Ägypten, ist in einem Papyrus niedergeschrieben; und dort wird Frauen empfohlen, verschiedene Blätter zu einem Brei zu vermischen und dazu Krokodilsdung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Kindersegen mit allen Mitteln Herr werden – Engelmacherinnen und Kindsmord, erzählt vom Leiter des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien, Dr. Christian Fiala.<span id="more-542"></span>Die älteste Verhütungsmethode, die überliefert ist, stammt aus dem alten Ägypten, ist in einem Papyrus niedergeschrieben; und dort wird Frauen empfohlen, verschiedene Blätter zu einem Brei zu vermischen und dazu Krokodilsdung zu nehmen und das eben vor dem Verkehr in die Scheide einzuführen…</p>
<p>Den vollständigen Podcast zur &#8220;Geschichte der Verhütung&#8221; können Sie <a href="http://blog.sexmedpedia.com/tagged/Podcast" target="_blank">hier </a>nachhören.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Probleme mit dem Sex? Fragen Sie Ihren Arzt&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 09:16:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinmedizin]]></category>
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		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[… oder Ihre Ärztin mit sexualmedizinischer Grundausbildung – die erste „Generation“ feierte vergangenen Freitag ihren Abschluss. Die Organisatorin der sexualmedizinischen Grundausbildung der Akademie für Sexuelle Gesundheit, Dr. Elia Bragagna,  sprach von einem historischen Moment: Am Freitag vergangener Woche schlossen die ersten AbsolventInnen der Akademie für Sexuelle Gesundheit Ihre Ausbildung ab. Angesprochen wurden nicht nur GynäkologInnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… oder Ihre Ärztin mit sexualmedizinischer Grundausbildung – die erste „Generation“ feierte vergangenen Freitag ihren Abschluss.<em> </em>Die Organisatorin der sexualmedizinischen Grundausbildung der Akademie für Sexuelle Gesundheit, Dr. Elia Bragagna,  sprach von einem historischen Moment: Am Freitag vergangener Woche schlossen die ersten AbsolventInnen der Akademie für Sexuelle Gesundheit Ihre Ausbildung ab. Angesprochen wurden nicht nur GynäkologInnen – ÄrztInnen jeder Fachrichtung können diese sexualmedizinische Grundausbildung absolvieren.<span id="more-536"></span></p>
<p>Sexuelle Probleme sind häufiger, als so mancher/manche denkt. Doch: Wohin soll ich mich wenden? werden sich wohl viele fragen, denen ein solches Problem unter den Nägeln brennt. Denn das Wissen über die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Gesundheit und Krankheit ist unter MedizinerInnen noch nicht allzu weit verbreitet. Eine Pionierin auf diesem Gebiet war und ist die Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna. Sie gründete vor einem Jahr die Akademie für Sexuelle Gesundheit, die interessierten ÄrztInnen eine sexualmedizinische Basisausbildung anbietet. Vergangenen Freitag haben die ersten TeilnehmerInnen dieser sechsmonatigen Ausbildung ihr Zertifikat erhalten.</p>
<p>„Die Qualität der ärztlichen Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor in einem guten Gesundheitswesen“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger, diplôme anlässlich der Feierlichkeiten rund um die ersten AbsolventInnen der sexualmedizinischen Grundausbildung im Rahmen der Akademie für Sexuelle Gesundheit in Wien: „Eine fundierte sexualmedizinische Ausbildung kann Wesentliches für die Prävention von Folgeerkrankungen beitragen und ist deshalb mehr als begrüßenswert“, setzte der Gesundheitsminister hinzu.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_538" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-538" title="AbsolventInnen-Foto 100510" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/AbsolventInnen-Foto-1005101.jpg" alt="" width="340" height="227" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 350px">Die glücklichen AbsolventInnen der ersten sexualmedizinischen Basisausbildung mit Lehrgangsleiterin Dr. Elia Bragagna (im roten Kleid). Bild: Laura Bragagna</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>35 Ärztinnen und Ärzte absolvierten in den vergangenen Monaten die sexualmedizinische Grundausbildung, die von der Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna organisiert und von einem hochkarätigen ReferentInnen-Panel getragen wurde. (die Namen und Kontaktadressen der ÄrztInnen sind unter <a href="http://www.afsg.at/">www.afsg.at</a> zu finden)„Viele ÄrztInnen wissen nicht, wie sie mit dem Thema umgehen sollen, weil sie dazu nicht ausgebildet wurden“, berichtet Bragagna ihre Motivation zur Erarbeitung des Lehrganges. „Dabei haben fast alle Krankheiten und psychosozialen Faktoren einen starken Einfluss auf das Sexualleben.“</p>
<p>Auch UrologInnen ansprechen</p>
<p>AllgemeinmedizinerInnen, GynäkologInnen,  eine Internistin und ein Chirurg gehörten zum Teilnehmerfeld, das innerhalb von sechs Monaten grundlegende sexualmedizinische  Kenntnisse zu Anatomie, Physiologie, Endokrinologie und Psychologie erhielt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Darstellung der wichtigsten funktionellen sexuellen Störungen, sowie deren somato-psycho-soziale Ursachen und Therapierbarkeit. UrologInnen fanden den Weg leider noch nicht zur sexualmedizinischen Grundausbildung – das könnte  sich aber ändern, wie der Präsident des Berufsverbandes der österreichischen Urologen, Dr. Karl Dorfinger, im Rahmen der Abschlussveranstaltung festhielt.</p>
<p>Für Menschen, die unter sexuellen Problemen leiden, bedeutet diese neue Ausbildungsmöglichkeit für ÄrztInnen aller Fachrichtungen endlich die Möglichkeit, sich an kompetente Fachleute zu wenden. Denn viele Erkrankungen haben direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Sexualität – das merken die PatientInnen – und das müssen ÄrztInnen wissen, um ihren PatientInnen auch in diesem Bereich hilfreich zur Seite stehen zu können.</p>
<p>Dorfinger vergleicht die Organisatorin der Ausbildung, Dr. Elia Bragagna, mit dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen: „Auch sie hat Pionierarbeit geleistet – auf dem Gebiet der Sexualmedizin.“ Seiner Ansicht nach neigen UrologInnen dazu, Sexualität allein wissenschaftlich und organisch zu betrachten, was der Grund dafür sein mag, dass bisher noch keine UrologInnen an der Grundausbildung teilnehmen wollten. „Ich glaube aber“, so setzte Dorfinger fort: „dass eine solide sexualmedizinische Ausbildung wichtig ist und unterstütze diese darum auch weiterhin.“</p>
<p>Lücke in der Ausbildung</p>
<p>Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gibt es während des Medizinstudiums in Österreich keine sexualmedizinische Grundausbildung und auch keinen Ausbildungslehrgang zu diesem Thema. Aufgrund der starken Nachfrage nach einer Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet, bietet die „Akademie für Sexuelle Gesundheit“ (AfSG) in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie“ (DGSMT) ÄrztInnen eine sexualmedizinische Grundausbildung an. Diese kann mit geringem zusätzlichem Aufwand neben dem Arbeitsalltag besucht werden. Über 50 ReferentInnen aus allen medizinischen Fachrichtungen stehen der „Akademie für Sexuelle Gesundheit“ zur Verfügung.</p>
<p>Tabuthemen aufbrechen</p>
<p>Auch der Präsident des Berufsverbandes der GynäkologInnen, Dr. Michael Elnekheli, zeigte sich erfreut über die Initiative der Akademie für Sexuelle Gesundheit: „Eines der letzten Tabuthemen kann durch ärztliches Handeln dann aufgebrochen werden, wenn die Ärztin/der Arzt innerhalb der Sicherheit einer Ausbildung agieren kann“, schrieb Elnekheli in einer Grußadresse an die Akademie und die AbsolventInnen. „Eine gute Ausbildung ermöglicht der Ärztin/dem Arzt die nötige Offenheit im Erkennen, Ansprechen und Behandeln von Sexualstörungen.“</p>
<p>Netzwerke bilden</p>
<p>Dieser Ansicht ist auch seine Stellvertreterin, die Gynäkologin Dr. Doris Linsberger, Funktionärin der Niederösterreichischen Ärztekammer, tätig unter anderem im Fortbildungs- und Frauenreferat. „Diese Ausbildung hat sicherlich auch eine Signalwirkung gegenüber den PatientInnen, wir haben jetzt endlich die Chance, diese sensiblen Themen zu kommunizieren, die Ausbildung stellt einen Weg aus der Sprachlosigkeit bei diesem Thema dar.“ Die Frauenärztin hat die sexuelle Grundausbildung auch selbst absolviert: „Für mich ist vor allem die Interdisziplinarität der Ausbildung im Sinne und zum Wohle der PatientInnen“, führte sie weiter aus: „Ein solches Netzwerk ermöglicht eine Zusammenarbeit aller Fachgruppen für unsere PatientInnen.“</p>
<p>Dr. Elia Bragagna, Begründerin der Akademie für Sexuelle Gesundheit und Leiterin der sexualmedizinischen Grundausbildung zeigte sich am Freitag „sehr stolz darauf, dass TeilnehmerInnen aus ganz Österreich an der Ausbildung teilgenommen haben.“ Die engagierte Sexualmedizinerin hat vor allem versucht, den AbsolventInnen den Gedanken des vernetzten Arbeitens zu vermitteln versucht, denn „seriöse Sexualmedizin ist immer auch Netzwerkarbeit“, wie sie abschließend bemerkte.</p>
<p>Der älteste Teilnehmer dieser ersten sexualmedizinischen Grundausbildung war übrigens der Arzt und Psychotherapeut OMR Dr. Heinrich Wallnöfer. Der Mediziner, Pionier und Begründer der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche Hypnose und Autogenes Training, erhielt im Rahmen der Diplomverleihung Standing ovations von seinen MitabsolventInnen. Wallnöfer wird heuer 90 Jahre alt.</p>
<p><em> </em></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Fischismus: Lügen in der Lugner-City</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 07:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch Journalistinnen haben mal frei. Das ist schön, und die gewonnene  Zeit wird beispielsweise damit verbracht, den Kühlschrank aufzufüllen. Und weil der Supermarkt unseres Vertrauens gerade umbaut &#8211; und der einzige andere Supermarkt in der Nähe,  der glutenfreie Produkte führt, in der Lugner-City ist, machten mein Liebster und ich uns Samstag Mittag auf den Weg. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch Journalistinnen haben mal frei. Das ist schön, und die gewonnene  Zeit wird beispielsweise damit verbracht, den Kühlschrank aufzufüllen. Und weil der Supermarkt unseres Vertrauens gerade umbaut &#8211; und der einzige andere Supermarkt in der Nähe,  der glutenfreie Produkte führt, in der Lugner-City ist, machten mein Liebster und ich uns Samstag Mittag auf den Weg. Und erlebten einen Einkaufsbummel, der für einen Horrorfilm geeignet gewesen wäre.<span id="more-531"></span></p>
<p>Ein wunderschöner, sonniger Frühlingssamstag. Mein Liebster und ich begeben uns in die Lugner-City, um Lebensmittel einzukaufen. Die Lugner-City &#8211; unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 19xx. Was uns als erstes auffällt, sind massenhaft PolizistInnen, die im ganzen Einkaufszentrum ihre Runden drehen. Bevor wir uns in den Supermarkt aufmachen, frage ich eine Polizistin nach der massiven Präsenz. Und bekomme &#8211; freundlich &#8211; die Auskunft: Frau Rosenkranz kommt gleich zu einer Wahlkampfveranstaltung!</p>
<p>Frau Rosenkranz, das ist die Rechtspolitikerin, die allen Ernstes glaubt, dass sie das was sie in der Schule gelernt hat, von sämtlichen weiteren Denk- und Lernprozessen bezüglich der österreichischen Geschichte für alle Zeit befreit. Wir bekamen einen Schreck.</p>
<p>Was tun? Glutenfreie Lebensmittel müssen sein. Also: Nichts wie rein in den Supermarkt und so schnell wie möglich eingekauft. Allein, es gibt kein Entkommen. Schon nach wenigen Minuten hören wir die Stimme des Baumeisters, wie er die Kandidatin für das Amt des/der BundespräsidentIn ankündigt. Und einige Sekunden beginnt die Kandidatin, einem geneigten Publikum ihre originelle Sicht der Dinge auf  Österreichs Politik, AusländerInnen, Heimat, Werte, etc. mitzuteilen.</p>
<p>Sollten Sie am Samstag ebenfalls dagewesen sein und sich gewundert haben, wieso eine erwachsene Frau sich im Supermarkt die Ohren zuhält: Das war ich.</p>
<p>Endlich waren alle Lebensmittel bezahlt und eingepackt. Unseren Würgereiz mit einiger Mühe unterdrückend und extrem angewidert machten wir uns auf dem Weg zum Ausgang.</p>
<p>Vor der Tür zum Einkaufszentrum standen junge Menschen und verteilten Protestflugblätter und Zeitungen. Ich nahm mir ein Flugblatt, meinen Abscheu vor der Veranstaltung im Inneren des Einkaufszentrums kund tuend. Da erzählte mir die junge Aktivistin, die sich gegen die Kandidatin engagiert folgendes: Man hätte sie und ihre vollkommen gewaltlos protestierende Gruppe durch die Security des Einkaufszentrums vor die Tür setzen lassen.</p>
<p>Noch einmal ganz langsam und zum mitschreiben: Da sondert eine äußerst fragwürdige Präsidentschaftskandidatin in einem Wiener Einkaufszentrum vor &#8211; leider &#8211; sehr geneigtem Publikum &#8211; unglaubliche Meldungen ab &#8211; und ausgerechnet jene, die sich für ein Gesellschaftsmodell einsetzen, das keinen Platz für rechtes Gedankengut lässt, werden des Einkaufszentrums verwiesen?</p>
<p>Schämen Sie sich, Baumeister! Wenn unschuldige BürgerInnen schon mit derartig widerlichem Gedankengut, wie es die Bundespräsidentschaftskandidatin absondert, belästigt werden, sollte wenigstens eine Protestmöglichkeit vorhanden seien. Immerhin leben wir in einer Demokratie. Und für all jene, denen dieses Wort fremd geworden ist: Demokratie bedeutet: Herrschaft des Volkes!</p>
<p>Fazit: Wer sich nicht ungestraft von rechtem Gedankengut belästigen lassen will, darf in der Lugner-City nicht mehr einkaufen. So einfach ist das. Und es gilt: Wenigstens für den Liebsten und mich.</p>
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		<title>Fischismus: Vom Leben einer Journalistin</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 09:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute besuchte ich eine Pressekonferenz. Nun, das ist nichts Besonderes, schließlich bin ich Journalistin. Medizinjournalistin um genau zu sein. Deshalb drehte sich die Pressekonferenz auch um ein Gesundheitsthema. Auch das ist jetzt keine bahnbrechende neue Erkenntnis. Was aber eine Gesundheitspressekonferenz mit der KPDSU (für alle glücklichen Spätgeborenen: die kommunistische Partei der Sowjetunion, die 1989 untergegangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute besuchte ich eine Pressekonferenz. Nun, das ist nichts Besonderes, schließlich bin ich Journalistin. Medizinjournalistin um genau zu sein. Deshalb drehte sich die Pressekonferenz auch um ein Gesundheitsthema. Auch das ist jetzt keine bahnbrechende neue Erkenntnis. Was aber eine Gesundheitspressekonferenz mit der KPDSU (für alle glücklichen Spätgeborenen: die kommunistische Partei der Sowjetunion, die 1989 untergegangen ist) zu tun hat, das möchte ich Ihnen nachfolgend nicht vorenthalten.<span id="more-525"></span></p>
<p>Pressekonferenzen im Gesundheitsbereich können vieles sein: Informativ, wissenschaftlich fundiert, spannend, langweilig, vorhersehbar oder sogar manipulativ. Meist sind sie eine Mischung aus informativ und wissenschaftlich fundiert, mit einer Prise Langeweile und einem Körnchen Manipulation &#8211; speziell dann, wenn Pharmafirmen hinter der Finanzierung der Pressekonferenz stehen.</p>
<p>Die heute Pressekonferenz war so wie eben beschrieben. Alltag für MedizinjournalistInnen eben. Selbstverständlich, so der Veranstalter, eine PR-Firma aus Niederösterreich, seien die gebotenen Informationen informativ und fundiert. Soweit, so gut, so üblich.</p>
<p>Moderiert wurde die Pressekonferenz vom Leiter der PR-Firma. Ebenfalls keine unübliche Sache. Leider moderierte der gute Mann nicht, er polemisierte, was nun wirklich nicht die Aufgabe eines Moderators/einer Moderatorin einer Pressekonferenz darstellt. Hier kurz die Job-Description: Einleiten, mitteilen, worum es heute geht, wer sprechen wird und worüber, Zwischenmoderationen, also Überleitungen zwischen den einzelnen SprecherInnen, aufrufen der fragestellenden JournalistInnen, Verabschiedung.</p>
<p>Mag es in anderen Umfeldern üblich sein, sich als Moderator in den Vordergrund zu spielen, eine wissenschaftlich orientierte Pressekonferenz zum Thema Medizin ist hierfür kein geeigneter Rahmen.</p>
<p>Es kam also zu einer Zwischenmoderation, bei der sich der Moderator nicht zurückhalten konnte. Man sah es dem Mann förmlich an: Er würde platzen, wenn er seine höchstpersönlichen Ansichten (diesfalls zum österreichischen Gesundheitsminister) der geneigten Journalistenmeute nicht zu Gehör bringen dürfe. Und dann gings los: Unterste Schublade: Der Gesundheitsminister, der früher Eisenbieger gewesen wäre und sowieso das Gespräch verweigern würde&#8230; den Rest des Sermons erspare ich Ihnen.</p>
<p>Ich bin keine Sympathisantin des österreichischen Gesundheitsministers. Ich denke aber, in einer Pressekonferenz, in der JournalistInnen &#8211; und das völlig zurecht &#8211; wissenschaftlich fundierte, objektive Informationen erwarten, ist für derartige Polemik kein Platz, im Gegenteil, solches wirkt störend.</p>
<p>Ich meldete mich also, als der polemische Vortrag zu Ende war und teilte dem Moderator und der &#8211; unfreiwillig lauschen müssenden ZuhörerInnenschaft mit, dass ich eine solche Diktion in einem solchen Rahmen für unnötig und fehl am Platze halten würde.</p>
<p>&#8220;Zur Kenntnis genommen!&#8221;, wurde ich vom Moderator angebellt.</p>
<p>Es kam, wie es kommen musste: In der nächsten Zwischenmoderation konnte sich der arme Mann (es musste einfach hinaus &#8211; in der Fachsprache heißt das glaube ich Logorrhoe) wieder nicht zurückhalten: &#8220;Ich werde weiterhin pointiert formulieren&#8221; deklamierte er: &#8220;Wir sind ja hier nicht in der KPDSU!&#8221;</p>
<p>Da musste ich lachen &#8211; und dann nachdenken: Denn was die Forderung nach fundierter, objektiver Information und das Unterlassen polemischer Untergriffe Personen gegenüber, die gar nicht anwesend waren, mit einer Zeit der Repression, der Kontrolle und der bewussten Irreführung einer ganzen Bevölkerung zu tun hat, wollte mir einfach nicht einfallen.</p>
<p>Aber vielleicht können Sie mir das erklären &#8211; Reaktionen via Mail sind ausdrücklich erwünscht!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Fischismus: Ausstellung Magdalene Gerischer-Landrock</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 09:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Und gleich noch ein Fischismus in eigener Sache: Am 21. Mai 2010 findet auf Schloss Freiland die Vernissage der Malerin Magdalene Gerischer-Landrock statt. Die 84jährige malt seit ihrer Kindheit, konnte eine Karriere als Künstlerin aufgrund des 2. Weltkrieges, der dadurch notwendigen Flucht und der turbulenten Nachkriegsjahre, erst als Pensionistin wieder aufnehmen. Seither malt die aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und gleich noch ein Fischismus in eigener Sache:</p>
<p>Am 21. Mai 2010 findet auf Schloss Freiland die Vernissage der Malerin Magdalene Gerischer-Landrock statt. Die 84jährige malt seit ihrer Kindheit, konnte eine Karriere als Künstlerin aufgrund des 2. Weltkrieges, der dadurch notwendigen Flucht und der turbulenten Nachkriegsjahre, erst als Pensionistin wieder aufnehmen.<span id="more-515"></span></p>
<p>Seither malt die aus der Batschka (Ex-Jugoslawien) stammende Magdalene Gerischer-Landrock nicht nur eigene Entwürfe, sondern auch Landschaften und Impressionen aus ihrer Kindheit in der Batschka.</p>
<p>Ab 21. Mai können die Bilder von Magdalene Gerischer-Landrock auf Schloss Freiland in Niederösterreich bewundert (und natürlich auch gekauft) werden.</p>
<p>Hier einige Gemälde der Künstlerin:</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_517" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-517" title="Die Weizenernte in der Batschka von Magdalene Gerischer-Landrock" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/04/Gitarrespielendes-Mädchen-070410.jpg" alt="" width="425" height="319" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 435px">Die Weizenernte in der Batschka von Magdalene Gerischer-Landrock</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_518" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-518" title="So vergehen die Jahre Die Künstlerin im Selbsportrait 070410" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/04/So-vergehen-die-Jahre-Die-Künstlerin-im-Selbsportrait-070410.jpg" alt="" width="425" height="319" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 435px">So vergehen die Jahre Die Künstlerin im Selbstportrait</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_519" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-519" title="Ansicht von Venedig von Magdalene Gerischer-Landrock 070410" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/04/Ansicht-von-Venedig-von-Magdalene-Gerischer-Landrock-070410-374x500.jpg" alt="" width="374" height="500" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 384px">Ansicht von Venedig von Magdalene Gerischer-Landrock</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Fischismus: Medizinjournalismus lernen</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 08:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fischismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinjournalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Diesmal ein Fischismus in eigener Sache: Von 12. bis 17. Juli 2010 veranstalte ich an der Donau Universität Krems die erste &#8220;Summerschool für Medizinjournalismus&#8221;. In kompakter Form werden in fünf Tagen die Grundlagen dieses speziellen Bereichs des Journalismus` vorgestellt, diskutiert und in der Praxis erprobt. Die Idee zu diesem Programm trug ich schon lange mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal ein Fischismus in eigener Sache: Von 12. bis 17. Juli 2010 veranstalte ich an der Donau Universität Krems die erste &#8220;Summerschool für Medizinjournalismus&#8221;. In kompakter Form werden in fünf Tagen die Grundlagen dieses speziellen Bereichs des Journalismus` vorgestellt, diskutiert und in der Praxis erprobt.<span id="more-512"></span></p>
<p>Die Idee zu diesem Programm trug ich schon lange mit mir herum &#8211; allein, es fehlte die Zeit, diese Idee auszuarbeiten. Durch Zufall traf ich bei einer Veranstaltung den Leiter der Donau Universität Krems, Prof. Dr. Gerald Gartlehner. Wir kamen ins Gespräch, ich erzählte von meiner Idee &#8211; und Heureka &#8211; das richtige Gespräch zur richtigen Zeit &#8211; er bat mich, das Programm auszuarbeiten und der Donau Uni anzubieten.</p>
<p>Gesagt &#8211; getan &#8211; nur wenige Wochen später standen Programm und Zeitraum fest &#8211; und nun ist es soweit &#8211; die erste Summerschool für Medizinjournalismus kann starten.</p>
<p>Es ist übrigens (fast) das erste derartige Programm in Österreich. Es existiert zwar eine solche Ausbildung an der Danube Private University, die Summerschool ist allerdings tatsächlich das erste einwöchige Programm zur Grundausbildung. An anderen Universitäten und Fachhochschulen existiert sonst keine derartige Ausbildung.</p>
<p>Dabei ist gerade dieses Fach im Journalismus ein besonders interessantes, aber auch nicht einfaches Fachgebiet. Eine Medizinjournalistin bewegt sich in einem besonderen Feld: Es geht um Krankheiten, mögliche Therapien und Heilungschancen. Wer für Laienmedien schreibt, bewegt sich ständig auf dem schmalen Grat zwischen &#8220;Sensation&#8221; und &#8220;unhaltbaren Versprechungen&#8221;. Wer in Fachmedien veröffentlicht, kennt die vielen unterschiedlichen Player, die die Medizinjournalistin kennen und die sie nutzen kann/muss.</p>
<p>Ein umfassendes Wissen über das österreichische Gesundheitssystem, über die vielen Mitspieler in diesem Bereich und ihre Funktionen ist daher ebenso wichtig für eine gute Medizinjournalistin, wie Fachkenntnisse der Medizin. Eine Medizinjournalistin muss durchaus keine Ärztin sein &#8211; dann allerdings muss sie sich darüber im Klaren sein, dass Medizinjournalismus &#8211; vor allem in den ersten Jahren &#8211; vor allem eines bedeutet: Lernen, lernen, lernen.</p>
<p>Sinnvoll ist der möglichst frühe Aufbau eines guten Kontaktnetzes, um im Falle des Falles auch für schwierige Fragen einen Ansprechpartner/eine Ansprechpartnerin zu haben.</p>
<p>Medizinjournalismus gehört für mich auch noch nach zehn Jahren zum spannendsten Thema im Journalismus. Es ist ein ständiges Lernen, Lesen und nachfragen &#8211; und es wird, je intensiver ich mich auf das Thema einlasse, auch immer interessanter.</p>
<p>Dennoch: Als ich vor rund zehn Jahren begann, mich mit Medizinjournalismus zu befassen, hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich einließ. Hätte ich diese Ahnung gehabt, hätte ich es möglicherweise gelassen. Denn die Herausforderungen waren enorm. Ich denke, es wäre sehr hilfreich gewesen, hätte ich die Möglichkeit gehabt, eine Art &#8220;Grundausbildung&#8221; für Medizinjournalismus zu absolvieren.</p>
<p>Nun, diese &#8220;Grundausbildung&#8221; gibt es nun &#8211; in der Summerschool Medizinjournalismus von 12. bis 17. Juli an der Donau Universität Krems. Weitere Informationen dazu finden Sie <a href="http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/summerschoolgesundheitsjournalismus/index.php" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Summerschool für Medizinjournalismus</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 08:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von 12. bis 17. Juli veranstaltet die Donau-Universität Krems erstmals eine Summerschool für Medizinjournalismus. Lehrgangsleiterin ist Sabine Fisch. In einem umfassenden Programm werden die Grundlagen für Medizinjournalismus erläutert und in der Praxis erprobt. Neben Sabine Fisch, die seit vielen Jahren als Medizinjournalistin tätig ist, konnte eine Reihe hochkarätiger Persönlichkeiten als GastreferentInnen gewonnen werden. Ein Auszug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von 12. bis 17. Juli veranstaltet die Donau-Universität Krems erstmals eine Summerschool für Medizinjournalismus. Lehrgangsleiterin ist Sabine Fisch. In einem umfassenden Programm werden die Grundlagen für Medizinjournalismus erläutert und in der Praxis erprobt.<span id="more-510"></span></p>
<p>Neben Sabine Fisch, die seit vielen Jahren als Medizinjournalistin tätig ist, konnte eine Reihe hochkarätiger Persönlichkeiten als GastreferentInnen gewonnen werden.</p>
<p>Ein Auszug aus dem Programm:</p>
<p>Grundlagen des Medizinjournalismus, Aufbau und Finanzierung des österreichischen Gesundheitssystems, Schreiben für Fachkräfte und für Laien, Schreiben für das Internet, TV- und Radiojournalismus, Recherche in medizinischen Datenbanken, richtiges Lesen und interpretieren von Studien, usw.</p>
<p>Die Summerschool Medizinjournalismus richtet sich an JournalistInnen, MedizinerInnen, StudentInnen sowie MitarbeiterInnen des öffentlichen und privaten Gesundheitswesens.</p>
<p>Die Kosten für die fünftägige Summerschool betragen € 1.290,00.</p>
<p>Weitere Informationen zur Summerschool Medizinjournalismus finden Sie <a href="http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/summerschoolgesundheitsjournalismus/index.php" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>EUFEP-Kongress 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 08:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Evidenzbasierte Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Erkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophrenie]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>

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		<description><![CDATA[In Österreich verursachen fünf psychische Erkrankungen (Abhängigkeit, affektive Störungen, Angsterkrankungen, Demenz und Psychosen) jährlich 7,6 Milliarden Euro Kosten. Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit sind bei österreichischen Arbeitern und Angestellten derzeit der häufigste Frühpensionierungsgrund. Laut WHO wird in vier Jahren Depression weltweit die häufigste schwere Erkrankung sein. Vor diesem Hintergrund gewinnt besonders die Erhaltung psychischer Gesundheit enorme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Österreich verursachen fünf psychische Erkrankungen</p>
<p>(Abhängigkeit, affektive Störungen, Angsterkrankungen,</p>
<p>Demenz und Psychosen) jährlich 7,6 Milliarden Euro Kosten.</p>
<p>Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit sind bei</p>
<p>österreichischen Arbeitern und Angestellten derzeit der</p>
<p>häufigste Frühpensionierungsgrund. Laut WHO wird</p>
<p>in vier Jahren Depression weltweit die häufigste</p>
<p>schwere Erkrankung sein. Vor diesem Hintergrund</p>
<p>gewinnt besonders die Erhaltung psychischer</p>
<p>Gesundheit enorme Bedeutung.</p>
<p>Evidenzbasierte Präventionsprogramme zu diesem Thema,</p>
<p>deren Evaluation und ökonomische Aspekte werden Inhalt</p>
<p>des diesjährigen internationalen Symposiums</p>
<p>„Europäisches Forum für Evidenzbasierte Prävention –</p>
<p>European Forum for Evidence-based Prevention [EUFEP]“</p>
<p>von 16. bis 18. Juni 2010 in Baden bei Wien sein.</p>
<p>Weitere Informationen finden Sie <a href="http://www.eufep.at/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>E &amp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Potenzprobleme: Achtung auf das Herz</title>
		<link>http://www.sabinefisch.at/2010/03/potenzprobleme-achtung-auf-das-herz/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:38:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Erektile Dysfunktion]]></category>
		<category><![CDATA[Herz-Kreislauferkrankung]]></category>
		<category><![CDATA[Impotenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine erektile Dysfunktion kann durchaus ein erster Indikator für ein Herzkreislauf-Problem sein. Potenzschwäche sollte daher immer ein Anlass für einen Besuch beim Urologen sein. Mehr dazu lesen Sie hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine erektile Dysfunktion kann durchaus ein erster Indikator für ein Herzkreislauf-Problem sein. Potenzschwäche sollte daher immer ein Anlass für einen Besuch beim Urologen sein.</p>
<p>Mehr dazu lesen Sie <a href="http://www.netdoktor.at/nachrichten/?id=121164&amp;date=2010-03-16" target="_blank">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sabine Fisch erhält Preis der Gesellschaft für Evaluation</title>
		<link>http://www.sabinefisch.at/2010/03/sabine-fisch-erhalt-preis-der-gesellschaft-fur-evaluation/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:33:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[EMS-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinstudium]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Montag, 14. März 2010 wurde Sabine Fisch der Preis der Gesellschaft für Evaluation im Institut für Bildungs- und Evaluationspsychologie von Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel überreich. Sabine Fisch hatte den Preis für ihren differenzierten und spannend aufbereiteten Artikel zum Thema EMS-Test für das Medizinstudium in Österreich erhalten. In der Laudatio hieß es: Der DeGEval-Medienpreis 2009 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 14. März 2010 wurde Sabine Fisch der Preis der Gesellschaft für Evaluation im Institut für Bildungs- und Evaluationspsychologie von Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel überreich.</p>
<p><span id="more-488"></span>Sabine Fisch hatte den Preis für ihren differenzierten und spannend aufbereiteten Artikel zum Thema EMS-Test für das Medizinstudium in Österreich erhalten.</p>
<dl id="attachment_490" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-490" title="Christiane Spiel und Sabine Fisch 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Christiane-Spiel-und-Sabine-Fisch-1803101-500x374.jpg" alt="" width="500" height="374" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel überreicht Sabine Fisch die Preis-Urkunde</dd></dl>
<p>In der Laudatio hieß es:</p>
<p>Der DeGEval-Medienpreis 2009 geht an die Medizinjournalistin Sabine Fisch für den Beitrag: EMS-Test – Bedarf an Reflexion.</p>
<p>Erschienen in der Österreichischen Ärztezeitung am 25. März 2009.</p>
<p>Sabine Fisch lebt in Wien und ist seit 2002 freie Medizinjournalistin und Moderatorin, u.a. für ORF, Gesundheitsmagazin, Ärztewoche und die Österreichische Ärztezeitung. Davor arbeitete sie in den 90er Jahren als Redakteurin und Moderatorin u.a. im Weka Verlag und für Radios.</p>
<p>Der Beitrag von Sabine Fisch zeichnet sich laut Jury durch eine klare, sehr gute Problemdarstellung aus: Vor der Einführung des EMS-Tests (Eignungstest-Medizinstudium) lag der Anteil der Frauen bei den Studienanfängern über 50 Prozent – seither sinkt die Rate. Die Meinungen über die Ursachen dafür gehen auseinander.</p>
<dl id="attachment_492" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-492" title="Sabine Fisch mit ihrer Preisstatuette 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Sabine-Fisch-mit-ihrer-Preisstatuette-1803101-500x374.jpg" alt="" width="500" height="374" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Sabine Fisch mit ihrem Preis, der von Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel überreicht wurde.</dd></dl>
<p>Der Beitrag positioniert deutlich die Evaluationsbefunde und vermittelt gut ihre Relevanz für die Kontroverse um den EMS-Test. Ergänzend zeichnet sich der Beitrag durch gute Supplements aus, die wichtige Hintergrundinformationen veranschaulichen. Damit geht der Beitrag klar über die durchschnittliche Darstellung von Evaluationsbefunden und ihre Relevanz in den Medien hinaus.</p>
<dl id="attachment_493" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-493" title="Auf die Preisträgerin 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Auf-die-Preisträgerin-180310-500x374.jpg" alt="" width="500" height="374" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Umtrunk nach der Preisverleihung (v.l.n.r.): Univ.-Prof. Dr. Barbara Schober, Sabine Fisch, Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel/Institutsvorständin</dd></dl>
<p>Weitere Informationen zum Preis und zur Gesellschaft für Evaluation können Sie <a href="http://www.degeval.de/index.php?class=Calimero_Article&amp;id=22003" target="_blank">hier </a>nachlesen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Tatort Kinderzimmer&#8221;: Was tun bei Verdacht auf Kindesmissbrauch</title>
		<link>http://www.sabinefisch.at/2010/03/tatort-kinderzimmer-was-tun-bei-verdacht-auf-kindesmissbrauch/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderheilkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sexueller Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[600 bis 700 Missbrauchshandlungen an Kindern werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist allerdings enorm: Rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen werden – Schätzungen zufolge – im Laufe ihrer Kindheit und Jugend in Österreich sexuell missbraucht. Die geringe Aufdeckungsquote erklärt sich mit dem sehr häufigen Naheverhältnis des Täters (über 90 Prozent der Missbraucher sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>600 bis 700 Missbrauchshandlungen an Kindern werden jedes Jahr angezeigt. Die Dunkelziffer ist allerdings enorm: Rund 300.000 Mädchen und rund 172.000 Burschen werden – Schätzungen zufolge – im Laufe ihrer Kindheit und Jugend in Österreich sexuell missbraucht.<span id="more-486"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die geringe Aufdeckungsquote erklärt sich mit dem sehr häufigen Naheverhältnis des Täters (über 90 Prozent der Missbraucher sind Männer) mit dem Kind. Denn nur jeder sechste sexuelle Missbrauch wird von einem Unbekannten verübt. Die übrigen Täter rekrutieren sich aus der Familie und engen Freunden der Familie. „Die Kinder reden häufig nicht, weil sie vom Täter zur Geheimhaltung überredet werden“, erläutert Dr. Dieter Baumgarten, niedergelassener Kinderarzt in Wien: „Zudem ist die Scham oft sehr groß: Die Kinder spüren, dass das Geschehene nicht richtig ist – glauben aber, sie seien schuld an dem, was Ihnen angetan wurde.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Falscher Täterschutz</p>
<p>Auch mangelnde Zivilcourage schützt die Täter. Denken Sie an den Fall Amstetten, indem jahrelang niemand etwas von der eingesperrten Tochter und dem Missbrauch durch den eigenen Vater bemerkt haben will (Fall Fritzl). Ähnliche Fälle sind in Belgien (Fall: Dutroux) oder Italien (Fall „Laura“) bekannt geworden. Aber nicht nur mangelnde Zivilcourage, auch mangelnde Vorstellungskraft kann eine Anzeige verhindern, meint Dieter Baumgarten: „Manche Dinge sind so unglaublich, dass es für einen gesunden Menschen einfach nicht vorstellbar ist.“ Das Ergebnis: Auch wenn Signale sichtbar sind, wird den Betroffenen oft nicht geglaubt, die Signale werden verdrängt, weil nicht sein kann, was– laut Vorstellung – nicht sein darf.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Tatort Kinderzimmer neu</p>
<p>Um sexuellen Missbrauch immer wieder zu thematisieren und Hilfen – sowohl für missbrauchte Kinder und Jugendliche – als auch für Eltern, Erzieher und andere Vertrauenspersonen zur Verfügung zu stellen, erscheint seit mehreren Jahren eine Broschüre der Vereinigung österreichischer Kriminalisten, die sich umfangreich dem Thema, seinen vielfältigen Implikationen und Aufdeckungsmöglichkeiten widmet. Der Titel der Broschüre lautet „Tatort Kinderzimmer“. Derzeit wird die nächste Auflage gedruckt. „Wir versuchen möglichst jedes Jahr eine Neuauflage zu gestalten“, berichtet Chefinspektor Ferdinand Germadnik, einer der „Motoren“ der Broschüre, die seit 2000 erscheint und in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt wird: „Wir kämpfen natürlich immer mit der Finanzierung“, so der Initiator, „aber bis jetzt hat es – dank vielfältiger Unterstützung – immer geklappt.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Mit der Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ will die Vereinigung österreichischer Kriminalisten umfassend, sachlich und hilfreich zum Thema Kindesmissbrauch informieren. In jeder Neuauflage werden die statistischen Daten aktualisiert und neue Erkenntnisse eingearbeitet. „Wir wollen mit dieser Broschüre auch über das Procedere nach einer Anzeige informieren“, gibt Germadnik im Interview mit der Österreichischen Ärztezeitung an: „Da existieren bei den Betroffenen große Unsicherheiten, die wir mit der Broschüre entkräften wollen.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Versteckte „Notzeichen“</p>
<p>Dennoch, der Weg zu einer Anzeige eines missbrauchenden Familienmitglieds oder eines Freundes der Familie ist schwer – und nicht immer Erfolg versprechend: Nur jeder zweite angezeigte Täter wird auch verurteilt und die Strafen fallen oft sehr gering aus. So liegen die Strafen bei sexuellem Missbrauch zwischen einem und zehn Jahren. Wird das Opfer schwer verletzt oder schwanger, drohen fünf bis 15 Jahre Haft. Verstirbt das Opfer, kann der Täter zu zehn bis 20 Jahren Haft verurteilt werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das sollte allerdings niemanden daran hindern, auf Zeichen möglicherweise betroffener Kinder und Jugendlicher zu hören und diese „Notzeichen“ richtig zu interpretieren. In der Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ heißt es dazu: „Die meisten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs dauern mehrere Jahre an. Die Kinder senden fast immer Hilferufe an ihre Umgebung aus – verschlüsselt und am seltensten durch Worte.“ Derartige „Notzeichen“ können Angst vor dem Alleinsein, Weinkrämpfe, Übelkeit, Schulprobleme, Aggressionen oder Rückzug, altersinadäquate sexualisierte Sprache und natürlich Verletzungen im Urogenitalbereich sein (siehe Fallbeispiel Kasten 1). Sichtbare Verletzungen findet man allerdings nur in 15 Prozent der angezeigten Fälle. Zur Abklärung eines sexuellen Missbrauchs ist von den behandelnden Ärzten viel Fingerspitzengefühl gefragt: „Natürlich können Verletzungen im Urogenitaltrakt bei Mädchen auch die Folge von Sturzverletzungen sein“, erläutert Dieter Baumgarten. „Da kann es sinnvoll sein, sich für die genaue Abklärung an eine spezialisierte Abteilung zu wenden.“ In Wien finden sich im Allgemeinen Krankenhaus mehrere Spezialambulanzen, die sich dieses Themas annehmen und auch forensische Untersuchungen durchführen (siehe Kasten 2: Ansprechpartner).</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Alleingang unerwünscht</p>
<p>Von einem Alleingang bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen rät die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ übrigens explizit ab. Wer einen solchen Verdacht hegt, sollte tunlichst davon absehen, den potenziellen Missbraucher auf eigene Faust mit seinen Taten zu konfrontieren. Zuerst sollte sich die Person, die einen Verdacht hegt, selbst Hilfe suchen, denn der Verdächtige würde „versuchen, den Verdacht zu zerstreuen und die Aussagen des Kindes in Zweifel zu ziehen“, so die Broschüre. Auch Dieter Baumgarten rät dringend von einem Alleingang ab: „Ich würde mich vor einem solchen Rohling hüten“, meint der erfahrene Pädiater. Hegt jemand einen Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch, so kann das Jugendamt informiert werden, das verpflichtet ist, einem solchen Verdacht nachzugehen. Auch die Exekutive kann angesprochen werden und natürlich Kinderärzte und Allgemeinmediziner, die das betroffene Kind kennen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das Aufdecken eines sexuellen Kindesmissbrauchs hat übrigens rein gar nichts mit Verleumdung zu tun. „Eine Verleumdung liegt nur vor, wenn jemand gegen einen anderen den Verdacht ausspricht, eine Straftat begangen zu haben und weiß, dass die Anschuldigung falsch ist“, steht in der Broschüre zu lesen und weiter: „Das liegt nicht vor, wenn dem Anzeiger bestimmte Indizien vorliegen und er den Verdacht äußert, jemand missbrauche ein Kind. Die Polizei prüft die Hinweise, ihre Zusammenhänge und versucht herauszufinden, ob tatsächlich ein Missbrauch vorliegt und ob es sich bei dem Verdächtigen um den Täter handelt.“ Auch an das Jugendamt können sich Menschen wenden, die glauben, Indizien auf einen Missbrauch zu haben. Nicht zuletzt bietet jedes größere Krankenhaus Kinderschutzgruppen, die ebenfalls Rat und Hilfe anbieten. „Dort wird dem Kind die Möglichkeit geboten, aus der Familie und der Missbrauchssituation fort zu kommen“, erklärt Kinderarzt Dr. Dieter Baumgarten. „Ein umfangreicher Betreuungsstab, bestehend aus Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern kümmert sich dann um die weitere Aufarbeitung.“ Die Angst vor einer Denunziation ist also unbegründet. Übrigens sind nur drei bis fünf Prozent der Beschuldigungen durch Kinder und Jugendliche Falschaussagen. Bei anderen Delikten beträgt diese Quote bis zu 20 Prozent.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Positive Resonanz</p>
<p>Schon aus diesem Grund ist es Ferdinand Germadnik ein wichtiges Anliegen, die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ vor allem an Ärzte zu verteilen. Nicht nur, damit diese die Broschüre selbst lesen können, sondern auch zur Auflage im Wartezimmer, um die Patienten zu informieren: „Wir erhalten viele positive Rückmeldungen, sowohl von Ärzten, die weitere Broschüren anfordern, als auch von Patienten, die sich mit dem Wunsch, eine solche Broschüre ebenfalls zu erhalten, an uns wenden“, berichtet der langjährige Chefinspektor der Kriminalpolizei Wien. „Die Adressen der Ärzte erhalten wir von der Österreichischen Ärztekammer, mit der die Zusammenarbeit äußerst positiv ist“, streut Germadnik der ÖÄK Rosen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Nicht nur die Broschüre wird von der kriminalpolizeilichen Vereinigung herausgegeben, „Tatort Kinderzimmer“ ist Teil einer umfassenden Kampagne gegen sexuellen Kindesmissbrauch. Auf der Website www.fingerweg.at finden sich viele Informationen rund um das Thema und weitere Links. Auch eine Solidaritätsadresse kann auf der Website abgegeben werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 1: Fallbeispiel aus „Tatort Kinderzimmer“</p>
<p>Über ihr vier Jahre dauerndes Vergewaltigungsmartyrium zu sprechen, war der zehnjährigen Erika nicht möglich. Ein Liebhaber ihrer Mutter hatte das Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen, jedes Mal, wenn sie allein zu Hause waren. Drei Wochen bevor der Fall aufflog, vergewaltigte der Mann das Kind in der Toilette eines Restaurants. Seine Aussage machte das Kind schriftlich. Immer wenn Erika von dem Mann sprach, wurde ihr schlecht; während der Therapie urinierte sie einmal auf den Sessel.</p>
<p>Die Aggressionen des Kindes waren nicht als Alarmsignal gedeutet worden, auch die Schulprobleme nicht – Reaktion der Eltern: Erika kam in ein Internat. Nach mehreren Monaten zog sie eine Therapeutin ins Vertrauen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 2: Ansprechpartner:</p>
<p>www.kripo-online.at</p>
<p>Hier können Sie die Broschüre „Tatort Kinderzimmer“ im Wortlaut nachlesen und bestellen</p>
<p>www.fingerweg.at</p>
<p>Eine Aktion der „Vereinigung österreichischer Kriminalisten“ zur Sensibilisierung gegen Kindesmissbrauch</p>
<p>http://www.meduniwien.ac.at/gyn/index.php?p=260</p>
<p>Kinderambulanz der Universitätsfrauenklinik Wien</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Demente Menschen sind keine lebenden Toten!</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Validation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Methode der Validation stellt eine wirksame Kommunikationsmethode zwischen Arzt und Patient dar, auch wenn die Krankheit bereits sehr weit fortgeschritten ist. Dabei benötigt die Validation nicht mehr Zeit als die Gabe eines Psychopharmakons. Im Interview erzählt die renommierte Gerontologin und Entwicklerin der Methode der Validation, Naomi Feil, warum sie davon überzeugt ist, dass Demenzpatienten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Methode der Validation stellt eine wirksame Kommunikationsmethode zwischen Arzt und Patient dar, auch wenn die Krankheit bereits sehr weit fortgeschritten ist. Dabei benötigt die Validation nicht mehr Zeit als die Gabe eines Psychopharmakons.</p>
<p>Im Interview erzählt die renommierte Gerontologin und Entwicklerin der Methode der Validation, Naomi Feil, warum sie davon überzeugt ist, dass Demenzpatienten nicht „ohne Geist“ sind, Weisheit besitzen und über ihr Verhalten ihre Bedürfnisse artikulieren.<span id="more-477"></span></p>
<p>Wozu wird Validation gebraucht?</p>
<p>Feil: Ohne Validation wären Menschen, die nicht mehr verbal kommunizieren können, weil sie alt und krank sind, ganz allein. Sie würden zu „lebenden Toten“ werden.</p>
<p>Was ist Validation?</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Feil: Validation ist eine Methode, um mit Menschen zu kommunizieren, deren verbale Fähigkeiten, deren logisches Denken durch die Alzheimer-Erkrankung oder eine andere Demenzform stark eingeschränkt ist. Sie beruht auf der Fähigkeit zuhören und empathisch reagieren zu können. Alte Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, empfinden oft Wut oder Angst. Sie können aber nicht mehr sagen, warum sie wütend oder ängstlich sind. Validation kann dabei helfen, diese Gefühle zu bearbeiten und die Betroffenen zu beruhigen.</p>
<p>Wie haben Sie diese Methode entwickelt?</p>
<p>Feil: Ich bin in einem Pflegeheim in Cleveland aufgewachsen. Mein Vater hat das Heim geleitet, meine Mutter war dort als Sozialarbeiterin tätig. Nach meinem Psychologiestudium trat ich eine Stelle in diesem Heim an und traf auf einen Mann, einen Alzheimer-Patienten, der meinen Vater beschuldigte, von ihm im Keller des Heims kastriert worden zu sein. Ich versuchte sämtliche Methoden, die ich gelernt hatte, um zu diesem Mann durchzudringen. Das reichte von Freud über Verhaltenstherapie bis hin zum Realitätsorientierungstraining“ – nichts hat funktioniert. Der Mann wurde immer zorniger, immer lauter, immer aggressiver. In Gesprächen mit seiner Familie fand ich heraus, dass dieser Mann als Kind fast täglich von seinem aggressiven Vater zur Strafe auf den Dachboden gesperrt worden war – völlig grundlos. Der Patient war sein Leben lang ein ruhiger, zurückhaltender Mann gewesen. Erst im letzten Stadium seiner Alzheimer-Erkrankung kam diese Erinnerung wieder zutage. Der Mann konnte nicht mehr logisch denken, er lebte nicht mehr im Hier und Jetzt – seine Wut und Angst fanden ein Ventil in der Beschuldigung meines Vaters. Mein Vater war als Leiter des Heims zum Stellvertreter seines Vaters geworden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-479" title="Naomi Feil 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Naomi-Feil-1803101.jpg" alt="" width="340" height="246" /></p>
<p>Was bedeutet „Stellvertreter“?</p>
<p>Feil: Sehr viele hochbetagte Demenzpatienten leiden unter unerledigten Angelegenheiten. Sie konnten ihrer Mutter nicht mehr sagen, dass sie sie lieben, sie wurden als Kinder bestraft, sie erlebten Traumata in Kriegen – all das konnten sie in ihrem Leben nicht mehr aufarbeiten. Für einen Alzheimer-Patienten kann dann die Pflegeperson, der Arzt, die Tochter, der Enkel die Funktion des Stellvertreters einnehmen. Er oder sie können zu Mutter oder Vater werden, oder – das bemerken wir bei ehemaligen Gefangenen aus Konzentrationslagern, zum KZ-Aufseher.</p>
<p>Konnten Sie dem Mann helfen?</p>
<p>Feil: Leider nicht. Ich habe ihm nie zugehört. Er starb, ohne seine Vergangenheit aufarbeiten zu können. Dieser Patient war für mich allerdings der Auslöser, mich intensiv mit diesen Patienten zu befassen. Ich begann den kranken alten Menschen zu zu hören – das war 1963 – und das waren die Anfänge der Validation. Ich fand heraus, wie weise diese Menschen waren und dass es immer einen Grund für ihr Verhalten gab. Viele Patienten gehen in die Vergangenheit zurück, um unerledigte Angelegenheiten zu durchleben. Wir müssen ihnen dabei helfen, diese zu bearbeiten und abzulegen. Ein wichtiges Prinzip dabei: Lügen Sie die Patienten niemals an. Wenn eine Patientin nach ihrer Mutter verlangt, darf man ihr nicht sagen, dass diese in wenigen Minuten da ist. Denn tief im inneren wissen diese Menschen die Wahrheit. Sie erkennen sie mit ihrem „inneren Auge“. Wird die Patientin – auch durchaus aus gutem Willen – angelogen, wird sie verstummen. Denn tief in ihrem Innern weiß sie, dass ihre Mutter tot ist – sie selbst hat sie begraben.</p>
<p>Was drückt sich in solchen Bildern aus?</p>
<p>Feil: Der Wunsch nach der Mutter kann die Sehnsucht nach Geborgenheit ausdrücken. Eine Patientin von mir rief immer wieder „Healven! Healven! – Sie konnte nicht mehr richtig sprechen und mixte Worte zusammen. Was sie wollte war: „Help from Heaven! also Hilfe aus dem Himmel! Denn im Himmel war in ihrer Vorstellung ihre Mutter – sie sehnte sich also nach ihrer Mom. Diese Sehnsucht im Gespräch zu spiegeln, in Worte zu fassen, in Berührung, hilft der Patientin auch in ihrem reduzierten Zustand, Geborgenheit und Ruhe zu finden.</p>
<p>Wie kann die Validation Angehörigen, Pflegern und Ärzten helfen?</p>
<p>Feil: Validation bedeutet die Schaffung einer Kommunikationsebene mit dem Patienten. Dies kann durch Augenkontakt geschehen, durch Berührungen, durch Spiegeln von Mimik und Gestik und – ganz wichtig – durch Empathie und Spiegel des Gesagten. Ein Beispiel: Wenn eine alte Dame sagt: „Ich muss meine Mutter treffen.“ sagen sie: „Sie müssen ihre Mutter treffen?“ Dabei versuchen sie, die gleichen Emotionen zu empfinden, wie diese Patientin in diesem Moment. Wenn sie das nicht tun, wird die Patientin nicht darauf ansprechen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-480" title="Validation 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Validation-180310.jpg" alt="" width="425" height="251" /></p>
<p>Das stelle ich mir schwierig vor…</p>
<p>Feil: Das ist in Kursen zu erlernen. (Kurszentren siehe Kasten 1). Sie lernen in Validationskursen, ihre eigenen Gefühle für die Dauer des Gesprächs wegzuschieben. Sie lassen sich ganz auf die Patientin ein, betrachten sie genau, sie sehen in ihre Augen, hören auf ihre Stimme. Wenn sie jemanden aus nächster Nähe betrachten, können sie dessen Gefühle nachempfinden. Wenn die Patientin z. B. ängstlich ist, wird ihr Herz anfangen, schneller zu schlagen. Dann fragen sie: „Sie haben gerade große Angst, oder?“ Damit haben sie eine gemeinsame Ebene mit der Patientin hergestellt, sie kommunizieren. Dann kommt oft alles heraus, sie werden zum Stellvertreter, bleiben aber trotzdem sie selbst. Den Patienten hilft das enorm, weil sie sich auf einer tiefen Bewußtseinsebene verstanden fühlen. Wird einfühlsam zugehört, verschwinden oft Wut, Angst und Aggression, weil die zugrundeliegende Situation erfolgreich bearbeitet werden konnte.</p>
<p>Warum ist die „therapeutische Lüge“ bei diesen Patienten kontraindiziert?</p>
<p>Feil: Weil die Patienten eine Lüge merken. Sie „sehen“ sie mit ihrem inneren Auge.</p>
<p>Was ist das „innere Auge“?</p>
<p>Feil: Erstmals wurde dies durch den Neurochirurgen Wilder Penfield im Jahr 1951 beschrieben. Er kartographierte den Temporallappen, der für Gerüche, Geschmäcker, Empfindungen ganz allgemein zuständig ist. Dieses „innere Auge“ ermöglicht uns Reisen in die Vergangenheit. Alzheimer-Patienten, die nicht mehr gut sehen, hören und sprechen können, reisen mit ihrem inneren Auge in die Vergangenheit und erleben bestimmte Ereignisse immer wieder –bis sie diese – im besten Fall – erfolgreich verarbeiten und friedlich sterben können.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-481" title="Grundsätze der Validation 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Grundsätze-der-Validation-180310.jpg" alt="" width="425" height="391" /></p>
<p>Konnte die Wirksamkeit von Validation in Studien nachgewiesen werden?</p>
<p>Feil: Definitiv. Es konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, dass regelmäßige und professionelle Validation die Notwendigkeit der Gabe von Psychopharmaka um bis zu 25 Prozent verringern kann.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-482" title="Techniken der Validation 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Techniken-der-Validation-180310-379x500.jpg" alt="" width="379" height="500" /></p>
<p>Warum ist die Methode der Validation auch für Ärzte sinnvoll?</p>
<p>Feil: Zum einen reduziert sie die Gefahr eines Burnouts. Wenn sie wissen, woher etwas kommt, wenn sie die Welt eines Alzheimer-Patienten betreten haben, sind sie nicht mehr frustriert. Wenn sie ihren Patienten so akzeptieren können, wie er ist, kann dies eine unglaubliche Zufriedenheit für beide – Arzt und Patient – mit sich bringen. Sehen Sie, Validation braucht nicht viel Zeit.</p>
<p>Was heißt das?</p>
<p>Feil: Ein Beispiel: Eine demente alte Dame vermisst ihren verstorbenen Ehemann. Der behandelnde Arzt kann ganz leicht zum Stellvertreter für diesen vermissten Mann werden. Wenn dieser mit der Situation nicht umzugehen weiß, wird er der verwirrten alten Dame ein beruhigendes Medikament verabreichen. Wenn der Arzt versteht, dass diese alte Dame einfach nur den Mann vermisst, mit dem sie jahrzehntelang verheiratet war und zu ihr sagt: „Sie vermissen ihren Ehemann, nicht wahr?“ wird sich die Situation klären. Und dieses Gespräch kann er führen, während er die Patientin untersucht. Das dauert nicht länger als fünf Minuten. Und das Ergebnis: Arzt und Patient werden eine wunderbare Beziehung aufbauen.</p>
<p>Sie arbeiten seit 45 Jahren mit Validation – was ist Ihre Botschaft?</p>
<p>Feil: Akzeptieren Sie alte, demente Menschen, wie sie sind. Versuchen Sie nicht, sie zu verändern. Verstehen Sie, dass diese Menschen sich in ihrer letzten Lebensphase befinden. Sie sehen und hören mit ihrem inneren Auge. Diese Menschen brauchen jemanden, der ihnen mit Empathie zuhört. Auch wir würden das wollen, wenn wir alt und hilflos werden. Menschen, die mit Validation arbeiten, machen ihre Arbeit gern. Und sie haben Spaß. Lassen Sie mich das an einem letzten Beispiel demonstrieren: Eine der betagten Frauen in meiner Gruppe wirkte eines Tages sehr froh, sie lächelte die ganze Zeit. Ich fragte sie: Warum sind Sie so glücklich? Sie sagte: Ich hatte gerade eine wunderbare Unterhaltung mit meiner Mutter und meiner Tante. Und wissen sie: Ich brachte es einfach nicht übers Herz, Ihr zu sagen, dass sie tot sind.“</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-483" title="Zum Weiterlesen 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Zum-Weiterlesen-180310-499x262.jpg" alt="" width="499" height="262" /></p>
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		<title>Alzheimer: Zuhören, ernst nehmen, nicht überfordern</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 14:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer-Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächsführung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als 12.000 Mal wird in Österreich jedes Jahr die Diagnose Alzheimer-Demenz gestellt. Der behandelnde Arzt sieht sich mit der Mitteilung dieser Erkrankung vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt.Sucht ein Patient mit Symptomen wie Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und schlechter Orientierung seinen Hausarzt auf, so bestehen diese Beschwerden meist schon einige Zeit, manchmal mehrere Jahre. Neben einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 12.000 Mal wird in Österreich jedes Jahr die Diagnose Alzheimer-Demenz gestellt. Der behandelnde Arzt sieht sich mit der Mitteilung dieser Erkrankung vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt.<span id="more-474"></span>Sucht ein Patient mit Symptomen wie Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und schlechter Orientierung seinen Hausarzt auf, so bestehen diese Beschwerden meist schon einige Zeit, manchmal mehrere Jahre. Neben einer nervenärztlich-klinischen Untersuchung, inklusive Überprüfung von Laborparametern und eines MRT des Gehirns zur differentialdiagnostischen Demenzabklärung , sollte der Verlauf mindestens ein halbes besser ein Jahr lang beobachtet werden, nur dann ist eine sichere Alzheimerdiagnose möglich: „Die klinische Diagnose Alzheimer hat eine Trefferquote von etwa 90 Prozent, die Beobachtung des Patienten und seines Krankheitsverlaufs sichert die Diagnose erst ab“, sagt Univ.-Prof. Peter Dal-Bianco, Leiter der Spezialambulanz Gedächtnisstörungen an der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien, AKH.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Der niedergelassene Arzt, der seine Patienten oft über viele Jahre kennt, sollte bei ersten Anzeichen einer demenziellen Erkrankung diesen an eine Nervenfachambulanz zur weiteren Abklärung zur Abklärung der Ursache überweisen. Dies sollte so früh wie möglich geschehen, um rasch eine Therapie einleiten zu können. Die umfangreiche Diagnostik in einer „Memory-Clinic“ umfasst die Patienten- und Fremdanamnese, einen neurologischen, psychopathologischen, internen Status, neuropsychologische Testung, bildgebende Verfahren (CT, besser MRT des Gehirns), die Abklärung vaskulärer Risikofaktoren und eine umfangreiche Laboruntersuchung. „Der Mini-Mental-Test, der von Allgemeinmedizinern für eine erste Abklärung zu Recht eingesetzt wird, bietet im Frühstadium der Erkrankung allerdings noch keinen genauen Anhaltspunkt für das Vorliegen einer Alzheimer-Demenz“, erläutert Univ.-Prof. Elisabeth Weiss, Leiterin der Memory Clinic an der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie und Sozialpsychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck. „Die umfassende Diagnostik, die in einer Memory Clinic angeboten wird, umfasst etwa drei Stunden, das ist in einer Praxis für Allgemeinmedizin nicht zu leisten“, hält Elisabeth Weiss fest.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Patienten selten schockiert</p>
<p>Die Übermittlung dieser Diagnose an den Patienten ist für die meisten Betroffenen kein Schock: „Die Patienten befinden sich oft in einer quälenden Unsicherheit, für die ist die Diagnose ein Stück Erleichterung, weil sie endlich wissen, was mit ihnen los ist“, hält Elisabeth Weiss im Gespräch mit der Ärztezeitung fest. Häufig sind es Angehörige des Betroffenen, die verhindern wollen, dass der Patient von seiner Erkrankung erfährt. In der Literatur ist nachzulesen, dass – je nach Art der Befragung – zwischen 26 und 82 Prozent der Befragten nicht möchten, dass dem Patienten die Diagnose mitgeteilt wird. Das ist allerdings nicht möglich, nur der Patient selbst kann die Aufklärung über seinen Gesundheitszustand verweigern. „Häufig sind nicht die Patienten, wohl aber die Angehörigen durch die Diagnose Alzheimer entsetzt“, weiß auch Peter Dal-Bianco. „Wichtig ist die Mitteilung, dass es sich bei dieser Erkrankung um eine langsam progrediente, nicht lebensbedrohende Erkrankung handelt“, so Peter Dal-Bianco. Das Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen sollte patientenzentriert geführt, auf nonverbale Signale dabei besonders geachtet werden: „Wie viel will der Patient wissen?“ ist laut Elisabeth Weiss dabei ein wichtiger Parameter: „Der Betroffene soll nicht mit einer Riesenmenge Information überfordert werden.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Arzt ist Vertrauensperson</p>
<p>Am häufigsten wird die Diagnose Alzheimer-Demenz in den Stadien 3 und 4 nach Reisberg gestellt (siehe Kasten). Zu dieser Zeit merken sowohl Patient als auch Angehörige, „dass etwas nicht stimmt“, wie es Peter Dal-Bianco ausdrückt. Der Patient ist allerdings durchaus noch einem ärztlichen Gespräch zugänglich. Nach der Abklärung durch den Facharzt werden die meisten Alzheimer-Patienten, die zu Hause betreut werden (das sind rund 80 Prozent der Erkrankten), weiter von ihrem niedergelassenen Allgemeinmediziner betreut, der sich in der Kommunikation dem Verlauf der Erkrankung anpassen muss. „Am Beginn der Erkrankung stehen oft Wortfindungsstörungen, der Patient versucht, über einfache Floskeln über seinen Zustand hinweg zu täuschen“, weiß Memory-Clinic-Leiterin Elisabeth Weiss. Später nimmt das Sprachverständnis insgesamt ab: „Der Patient versteht nicht mehr, was gesprochen wird, beginnt sich zurück zu ziehen oder verstummt“, so Elisabeth Weiss. Umso wichtiger ist eine patientenzentrierte Kommunikation die vor allem, so Peter Dal-Bianco, „den Patienten ernst nimmt.“ Für den Neurologen gilt: „Der Arzt muss eine wichtige Vertrauensperson des Patienten bleiben &#8211; und das geht nur, wenn der Selbstwert des Patienten und der Respekt unangetastet bleibt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>In späteren Stadien der Erkrankung, wenn eine verbale Kommunikation nicht mehr möglich ist, kommen nonverbale Kommunikationsformen ins Spiel, um mit dem Patienten in Kontakt zu bleiben. „Man sollte Blickkontakt halten, lächeln, nicken – positive Signale senden“, erklärt Elisabeth Weiss. „Auch Körperkontakt ist wichtig, die Fähigkeiten zur nonverbalen Kommunikation bleiben am längsten erhalten. Die Methode der Validation nach Naomi Feil ist eine ausgezeichnete Möglichkeit der Kommunikation mit Alzheimer-Patienten im späten Krankheitsstadium Symptome lindern.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Auch wenn bereits vielversprechende Studien mit neuen Medikamenten laufen – auf absehbare Zeit ist mit einer Heilung der Erkrankung Alzheimer-Demenz nicht zu rechnen. Wohl aber kann, eine rechtzeitige Therapie vorausgesetzt, die Symptomatik gelindert, das Fortschreiten der Erkrankung aber nicht verlangsamt werden. „Antidementiva sind vor allem im frühen und mittleren Krankheitsstadium erfolgreich“, sagt Elisabeth Weiss. Die Behandlung muss mit einer niedrigen Dosierung begonnen und langsam hochtitriert werden, um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Dies gilt auch für andere Medikamente, die für Begleiterkrankungen der Alzheimer-Demenz zum Einsatz kommen, wie etwa Depressionen, Angstzustände, Schlaflosigkeit, psychotische Symptome und Aggressivität. „Start slow – go slow“ heißt die Devise, um den veränderten Metabolismus älterer Menschen Rechnung zu tragen und eventuelle Interaktionen mit anderen Medikamenten so gering wie möglich zu halten. Die geringe Dosis und langsame Steigerung gelten insbesondere für Neuroleptika, die ins Kreuzfeuer der Kritik kamen, als Todesfälle unter Alzheimer-Patienten nach Antipsychotika-Gabe bekannt wurden. „Die Dosis darf nur einen Bruchteil jener Dosis betragen, die etwa in der Therapie für Psychosen eingesetzt wird“, hält Peter Dal-Bianco fest. „Diese Medikamente sind allerdings sehr hilfreich, vor allem dann, wenn Patienten sehr aggressiv sind, was die Betreuer sehr schnell an ihre Grenzen bringt.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Den Stress und die psychische Belastung, unter dem Angehörige von Demenzpatienten stehen, sollte auch der behandelnde Arzt immer im Blick haben. „Man soll der betreuenden Person immer wieder sagen, dass sie Hilfe annehmen soll und entsprechende Hilfsangebote übermitteln“, so Peter Dal-Bianco abschließend: „Die Angehörigen müssen die Möglichkeit bekommen, immer wieder Kraft zu schöpfen, um ihre schwierigen Aufgaben über längere Zeit leisten zu können.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<item>
		<title>Akute Verwirrtheit: Ein Syndrom mit vielen Gesichtern</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 14:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Delirium]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor allem Menschen über 70 Jahren, die viele verschiedene Medikamente einnehmen und bei denen Komorbiditäten vorliegen, können, etwa postoperativ, einen akuten Verwirrtheitszustand erleiden. Exakte und rasche Diagnostik und Behandlung sind lebensnotwendig. Die Diagnose akuter Verwirrtheitszustand wird bei einem Drittel aller Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen gestellt. Ebenfalls ein Drittel aller über 70jährigen, die in Medizinische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor allem Menschen über 70 Jahren, die viele verschiedene Medikamente einnehmen und bei denen Komorbiditäten vorliegen, können, etwa postoperativ, einen akuten Verwirrtheitszustand erleiden. Exakte und rasche Diagnostik und Behandlung sind lebensnotwendig.<span id="more-470"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die Diagnose akuter Verwirrtheitszustand wird bei einem Drittel aller Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen gestellt. Ebenfalls ein Drittel aller über 70jährigen, die in Medizinische Kliniken aufgenommen werden, leiden bei der Aufnahme unter diesem Syndrom. Und bei bis zu 56 Prozent aller hospitalisierten alten Menschen tritt ein akuter Verwirrtheitszustand auf (Kasten 1).</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_471" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-471" title="Demenz-Verwirrtheit-Differenz 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Demenz-Verwirrtheit-Differenz-180310.jpg" alt="" width="465" height="260" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 475px">So können Delir und Demenz unterschieden werden.</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die Ursachen für das Syndrom sind ebenso vielfältig wie die Symptome, die bei einem akuten Verwirrtheitszustand auftreten können. „Zu den Risikofaktoren zählt das höhere Lebensalter, Polypharmazie, psychische Komorbiditäten sowie vorbestehende Hirnerkrankungen“, sagt Univ.-Doz. Andreas Conca, Oberarzt der Abteilung 1 für Psychiatrie am Landeskrankenhaus Rankweil im Interview mit der Österreichischen Ärztezeitung. „Wesentlich ist eine rasche und auf die klinische Relevanz bezogene Diagnose“, so der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Vielgestaltige Symptomatik</p>
<p>Nicht selten wird ein akuter Verwirrtheitszustand übersehen, weil die Symptomatik ausgesprochen vielgestaltig sein kann. Ein akut verwirrter Patient kann etwa sowohl hypo- als auch hyperaktiv sein. Die Symptomatik umfasst Bewusstseinsveränderungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen der Kognition, gestörter Schlaf-Wachrhythmus und emotionale Störungen (alle Symptome siehe Kasten 2). Auch die Beeinflussung der Stimmungslage bis hin zu einer depressiven Symptomatik gehört zum Symptomenkomplex und birgt Komplikationen: „Das depressive Moment kann als Depression verkannt werden“, betont Andreas Conca.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Auch bei Jüngeren</p>
<p>Neben der Gruppe der älteren Patienten, die dieses Syndrom am häufigsten aufweisen, kann eine akute Verwirrtheit natürlich auch bei jüngeren Patienten auftreten. Auch hier sind die Ursachen vielfältig: „Das Spektrum reicht von der Herzschwäche über Diabetes, ein rupturiertes Aortenaneurysma, Enzephalitiden bis hin zu Fieber“, umreißt Univ.-Prof. Fritz Sterz, Facharzt für Innere Medizin und stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Notfallmedizin am AKH Wien die Problematik. „Auch Intoxikationen, Medikamenteninteraktionen, Mangelernährung und Dehydratationen können einen akuten Verwirrtheitszustand auslösen“, so Sterz weiter.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Nicht selten ist auch eine banale Dehydratation die Ursache für den akuten Verwirrtheitszustand beim älteren Menschen. Fritz Sterz: „Gerade beim älteren Patienten muss sehr auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um derartige Krankheitsbilder zu verhindern.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Prävention vor OP</p>
<p>Sehr häufig tritt ein akuter Verwirrtheitszustand – vorwiegend bei älteren Patienten – auch nach größeren operativen Eingriffen auf. Mittlerweile wird – im Vorfeld elektiver Eingriffe – versucht, präventiv gegen das sogenannte Durchgangssyndrom vorzugehen. „Dazu gehört eine gute Anamnese, um das Risiko abzuschätzen“, erläutert Andreas Conca. „Bestehende Komorbiditäten müssen möglichst gut therapiert werden und die Umstellung auf eine ungewohnte Umgebung sollte so kurz wie möglich gehalten werden.“ Eine familiäre Gestaltung des Krankenzimmers, gut sichtbare Kalender und Uhren sowie die häufige Anwesenheit von Familienmitgliedern am Krankenbett unterstützen die präventiven Maßnahmen postoperativ.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Um eine rasche und exakte Therapie der akuten Verwirrtheit zu ermöglichen, ist die Diagnostik – schon wegen der vielen möglichen Auslöser und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Therapie – das Um und Auf. Wesentliche Punkte dabei sind Anamnese und Fremdanamnese. „Die Fremdanamnese brauchen wir, um abzuklären, ob eine Verwirrung schon länger besteht, vom Patienten selbst aber gar nicht wahrgenommen wird, hält Andreas Conca fest. Weiters muss abgeklärt werden, welche Medikamente der Patient einnimmt. So können etwa Sedativa, Analgetika aber auch Antihypertensiva an der Entstehung eines akuten Verwirrtheitszustandes beteiligt sein (siehe Kasten 3). „Gerade bei älteren Patienten, die viele unterschiedliche Arzneimittel einnehmen, kann es zu Interaktionen kommen, die ein akutes Delir auslösen“, erklärt Andreas Conca.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Eine umfassende Laboruntersuchung ergänzt die diagnostischen Maßnahmen. „Erhoben werden Hämatologie und Blutchemie, Alkohol- und Medikamentenspiegel“, berichtet Andreas Conca. „Je nach Verdachtslage können etwa auch die Schilddrüsenhormone, die Entzündungsparameter, die Leber- und Nierenwerte und die Kreatinin-Phosphor-Kinase bestimmt werden.“ Und Fritz Sterz ergänzt: „Zusätzlich sollte ein EKG gemacht werden, wenn es die Klinik erfordert ist auch ein Röntgenaufnahme des Thorax sinnvoll.“ Wird eine zerebrale Ursache vermutet, ist ein Schädel-CT sowie ein EEG und die Gefäßbeurteilung mittels Doppler-Sonographie indiziert. Eine gute Ergänzung der diagnostischen Maßnahmen stellt die Confusion Assessment Method (CAM) dar, mit deren Hilfe in wenigen Schritten ein akutes Delir diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden kann.1</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Nicht zuletzt muss die Abklärung „akuter Verwirrtheitszustand“ oder „Demenz“ vorgenommen werden, wobei ein Delir auch bei vorbestehender Demenz auftreten kann (siehe Kasten 4).</p>
<p>Diagnostische Herausforderung</p>
<p>Die Therapie des akuten Verwirrtheitszustandes gliedert sich in die Notfall- und die Ursachenbehandlung. Mit der Notfallbehandlung wird unmittelbar auf die Symptome, wie Angst, Unruhe, Agitiertheit und Gereiztheit reagiert. Eingesetzt werden kurz wirksame Benzodiazepine ebenso wie Haloperidol. Im Anschluss wird je nach Ursache behandelt. Wesentlich ist eine exakte Überwachung der Körperfunktionen und die genaue Durchsicht der vom Patienten zuvor eingenommen Medikament, um zukünftige Interaktionen zu vermeiden. Zusätzlich sollte, wie bereits beschrieben, die Umgebung hell und freundlich sein, persönliche Gegenstände, Uhren und Kalender, sowie die häufige Anwesenheit von Familienangehörigen und Freunden verbessern die Orientierung der Patienten. „Die akute Verwirrtheit ist eine diagnostische Herausforderung und benötigt ein komplexes therapeutisches Vorgehen“, zeigt sich Andreas Conca überzeugt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die Diagnosestellung und Therapieeinleitung sollte so rasch wie möglich erfolgen, da der akute Verwirrtheitszustand hohe Relevanz auf Morbidität, Mortalität und Hospitalisierungsdauer des Patienten aufweist. Er verlängert die Aufenthaltsdauer des Patienten im Krankenhaus, kann einen negativen Einfluss auf die Grunderkrankung ausüben. Wird nicht rasch genug reagiert, kann ein akuter Verwirrtheitszustand chronifizieren und die Aufnahme auf einer Pflegestation erforderlich machen. Nicht zuletzt ist auch die Sterblichkeit deutlich erhöht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 1: Häufigkeit des akuten Verwirrtheitszustandes</p>
<p>30 – 50 % der über 70jährigen hospitalisierten Paitenten</p>
<p>20 % der Aufnahmen an Allgemeinstationen</p>
<p>40 % der Patienten auf Intensivstationen</p>
<p>30 – 40 % nach aortokoronarem Bypass</p>
<p>10 – 15 % nach elektiver Endoprothetik</p>
<p>50 – 70 % nach Schenkelhalsfraktur</p>
<p>Quelle: Dr. Andras Conca</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 2: Symptome des akuten Verwirrtheitszustandes</p>
<p>Bewusstseinsveränderungen</p>
<p>Aufmerksamkeitsstörungen</p>
<p>globale kognitive Störungen, Denkstörungen</p>
<p>verminderte oder vermehrte psychomotorische Aktivität</p>
<p>gestörter Schlaf-/Wachrhythmus meist verbunden mit Tag/Nacht-Umkehrung</p>
<p>Fluktuationen mit luziden Intervallen</p>
<p>emotionale Störungen</p>
<p>Ängste</p>
<p>Reizbarkeit</p>
<p>Dr. Andreas Conca</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 3: Delir-auslösende Medikamente</p>
<p>-	Sedativa</p>
<p>-	Hypnotika</p>
<p>-	Antihistaminika</p>
<p>-	Trizyklische Antidepressiva</p>
<p>-	Antipsychotika</p>
<p>-	Antihypertensiva</p>
<p>-	Antidiabetika</p>
<p>-	Antibiotika</p>
<p>Quelle: Dr. Andreas Conca</p>
<p>Zum Nachlesen: <a href="http://www.icudelirium.org/delirium/training-pages/German.pdf">http://www.icudelirium.org/delirium/training-pages/German.pdf</a> (Ausführliche Informationen zur Diagnose des akuten Verwirrtheitszustandes mit Hilfe der Confusion Assessment Method</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Sex im Alter: Erotik kennt keine Altersgrenze!</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 14:47:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>red.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Filme wie „Wolke 9“ und Bücher wie „Silver Sex“ von Ruth Westheimer machen deutlich: Auch Menschen in höherem Lebensalter haben Sex. So einfach – so tabuisiert – auch heute noch. Ein Symposium in Wien diskutiert das Thema und bietet Hilfemöglichkeiten an. Zwei Menschen begegnen sich und erleben die ganz große Liebe. Sie geben sich einander [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Filme wie „Wolke 9“ und Bücher wie „Silver Sex“ von Ruth Westheimer machen deutlich: Auch Menschen in höherem Lebensalter haben Sex. So einfach – so tabuisiert – auch heute noch. Ein Symposium in Wien diskutiert das Thema und bietet Hilfemöglichkeiten an.<span id="more-467"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Zwei Menschen begegnen sich und erleben die ganz große Liebe. Sie geben sich einander hin, mit Leib und Seele. Ein neuer Film des deutschen Regisseurs Andreas Dresen zeigt diese Begegnung in wunderschönen Bildern. Soweit so gut, schon oft gesehen. Dieser Film, er heißt Wolke 9, ist allerdings anders, weil seine Protagonisten nicht Anfang 20, knackig und faltenlos sind, sondern Mitte 60 und über 80 (siehe Kasten 1). Und das Paar hat Sex – und der wird explizit gezeigt. Damit wird ein immer noch sehr starkes Tabu gebrochen: Menschen in höherem Lebensalter haben nämlich keinen Sex mehr – soweit das gesellschaftliche Tabu – oder wenn sie ihn haben, dann sprechen sie natürlich nicht darüber. Filme wie Wolke 9 oder das neue Buch der berühmten Soziologin Dr. Ruth Westheimer („Fragen Sie Dr. Ruth“, siehe Kasten) brechen mit diesem Tabu und zeigen, wie erfüllend Sexualität auch im Alter sein kann.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>„Erotik ist das ganze Leben. Erotik ist der ganze Mensch.“ So pointiert formuliert der Psychiater Univ.-Prof. Hans Georg Zapotoczky zum Thema „Sexualität im Alter“, so der Titel eines Symposiums im Haus der Barmherzigkeit, das am 15. November 2008 stattfand (siehe Kasten 3). Der renommierte Psychiater Zapotoczky ist einer der Vortragenden, und für ihn ist klar: „Erotik und Sexualität hören natürlich im Alter nicht auf.“ Der gleichen Meinung ist auch Dr. Heinrich Mossig, Urologe in Wien: „Das Interesse an Sexualität erlischt mit dem Älter werden nicht.“ Es kommt allerdings zu Veränderungen, die bedacht und besprochen werden sollten, damit Sexualität auch im Alter gelingt und erfüllt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Revolution PDE5-Hemmer</p>
<p>In seiner Ordination betreut Urologe Mossig viele Männer über 80 und weiß, dass Sexualität für seine Patienten auch in diesem Alter ein wichtiges Thema ist: „Ich habe viele Patienten in diesem Alter, die sich für unterstützende Maßnahmen interessieren.“ Denn Erektionsfähigkeit und –festigkeit lassen im Alter nach, die Lust auf Sex allerdings nicht. Als „Revolution“ bezeichnet Heinrich Mossig in diesem Zusammenhang die Einführung der PDE5-Hemmer, die bei erektiler Dysfunktion sehr rasch helfen können – wenn der Patient ansonsten gesund und belastungsfähig ist. Nicht nur die Wirksamkeit der Medikamente, auch den gesellschaftlichen Diskurs, den Viagra und Co. ausgelöst haben, sieht Mossig positiv: „Die Tabuisierung dieses Themas lässt nach, es wird mehr und offener diskutiert.“ Dennoch: „Auch die Paare selbst müssen über ihre Sexualität sprechen, vor allem dann, wenn es – altersbedingt – zu Problemen kommt“, weiß der Wiener Urologe.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Und da hapert es manchmal gewaltig. „Immer wieder kommen Männer zur Beratung zu mir, die mir dann sagen: „Mit meiner Frau wird das aber nicht gehen.“ Solchen Patienten rät Mossig massiv zu Gesprächen mit der Partnerin, denn „eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“ Das gilt natürlich auch umgekehrt, denn auch Frauen verlieren mit dem Alter keineswegs die Lust auf Sex, wie der Gynäkologe Dr. Roland Frank aus Wien berichtet. Was sich allerdings ändert, sind die Bedürfnisse, weiß der erfahrene Frauenarzt: „Die Frauen suchen mehr Geborgenheit, sie wollen kuscheln, sie wollen berühren – einfach Zärtlichkeiten austauschen – und natürlich wollen sie auch mit ihren Partnern schlafen.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Der Gynäkologe berichtet ein Beispiel aus seiner Ordination: „Eine 77jährige Patientin berichtete mir vor kurzem freudestrahlend von ihrem neuen Freund, einem 60jährigen Mann, mit dem sie ein sehr erfülltes Sexualleben genießt. Die Patientin erzählte auch, sie hätte ihren Kindern davon berichtet – und die wären begeistert gewesen.“ Das ist ungewöhnlich, denn für Kinder ist die Sexualität ihrer Eltern und Großeltern ein strenges Tabu, wie auch Urologe Heinrich Mossig weiß: „Wenn man jung ist, fällt es schwer, sich ein Sexualleben im Alter vorzustellen. Das trägt sicher wesentlich zur Tabuisierung der Alterssexualität bei.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Miteinander reden</p>
<p>Es bleibt also den älteren Menschen selbst überlassen, sich über dieses gesellschaftliche Tabu hinweg zu setzen. Und eines der wichtigsten Instrumente dafür ist das offene Gespräch zwischen den Partnern, schon um Missverständnissen keine Chance zu lassen: „Ein Mann, der von seiner Frau zurückgewiesen wird, empfindet das als Liebesentzug“, berichtet Hans Georg Zapotoczky. „Die Frau, die sagt: Ich möchte heute nicht mit dir schlafen, drückt damit aber nur das aus, was sie gesagt hat – sie hat heute eben keine Lust.“ Nur wenn die Partner offen miteinander reden, können derartige Probleme aus der Welt geschafft werden. Gegenseitige Offenheit, das Eingehen auf den Partner und Verständnis für Probleme sind mindestens die halbe Miete, davon sind auch die Experten überzeugt. Körperliche Probleme führen erst in zweiter Linie zu Schwierigkeiten – und zur Notwendigkeit, sich mit einem Arzt offen über dieses Thema zu äußern, was weniger Schwierigkeiten zu bereiten scheint, als man anzunehmen geneigt ist, wie etwa Roland Frank aus seiner täglichen Praxis berichtet: „Ich spreche mögliche Probleme schon auch von mir aus an, häufiger sprechen mich aber die Patientinnen darauf an.“</p>
<dl id="attachment_468" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-468" title="Westheimer, Dr. Ruth 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Westheimer-Dr.-Ruth-180310.jpg" alt="" width="425" height="343" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 435px">Dr. Sex persönlich: Dr. Ruth Westheimer ist Amerikas bekannteste Sexualtherapeutin</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Zu den wesentlichen körperlichen Problemen, mit denen Frauen in höherem Lebensalter kämpfen, gehört die verringerte Lubrikation und damit verbundene Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Dieses Problem lässt sich mittlerweile allerdings mit der Anwendung von hormonhältigen Cremes leicht beseitigen. Anders ist die Situation, wenn bei den Partnern körperliche Erkrankungen, wie Herzbeschwerden, Gelenkskrankheiten oder andere Probleme vorliegen, die die körperliche Belastbarkeit mindern und die Beweglichkeit einschränken: „Das kann Betroffene in ihrer Sexualität erheblich beeinträchtigen.“ Ihre Erotik berührt das allerdings nicht, denn Anziehung und Erotik sind keine Frage des Alters, wie Psychiater Hans Georg Zapotoczky weiß: „Die Erotik hört erst mit dem Tod auf“, sagt er und vergleicht die Liebesbeziehung zwischen zwei Partnern mit einem Haus: „Ich kann ein Haus aufbauen, nötige Anbauten vornehmen, anderes wieder niederreißen – in der Erotik ist es genauso – die Partner bauen ein gemeinsames Haus und passen es immer wieder ihren Gegebenheiten an.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Nicht selten berichten ältere Paare, dass sie erst im Alter richtig guten Sex hätten. Die amerikanische Soziologin Ruth Westheimer formuliert das in einem Interview mit dem deutschen Tagesanzeiger so: „Paare, die viele Jahre zusammen verbracht haben, wissen einfach besser was dem anderen gut tut und ihn befriedigt. Sie können sich aufeinander verlassen, dass sie jeweils für den anderen das Beste wollen.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Filme wie, „Wolke 9“ hält Hans Georg Zapotoczky für einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung von Erotik und Sexualität im Alter: „Erotik hat sehr viel mit Freiheit zu tun“, hält er fest: „Wir sind nicht geschützt davor, auch in höherem Lebensalter eine erotische Faszination zu entdecken.“ Auch Urologe Heinrich Mossig zeigt sich davon überzeugt, dass Sex keine Frage des Alters ist, weder gäbe es einen „Zwang“ dazu, noch ein „Verbot“, meint er und bringt es auf einen einfachen Nenner: „Sexualität hat ein weites Spektrum – gut ist, was gut tut.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten1 „Wolke 9“</p>
<p>Film, Deutschland 2008</p>
<p>Regisseur: Andreas Dresen</p>
<p>Darsteller: Ursula Werner, Horst Wesphal ua.</p>
<p>Inhalt: Inge (Ursula Werner) geht auf die 70 zu, fühlt sich aber wie 17. Sie hat sich in Karl verliebt, der bald 80 wird. Es ist Leidenschaft. Es ist Sex. Dass ihr das noch mal passiert, hätte sie nicht gedacht…</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kasten 2 „Fragen Sie Dr. Ruth“</p>
<p>Die Soziologin Dr. Ruth K. Westheimer gilt weltweit als eine der wichtigsten Vertreterinnen einer umfassenden und offenen Sexualerziehung. Sie arbeitete jahrzehntelang als Sexualtherapeutin und startete 1980 in den USA ihre Radiosendung „Fragen Sie Dr. Ruth“, in der sie Anrufern Fragen zum Thema Sex beantwortete – mit durchschlagendem Erfolg. Westheimer lehrt heute in Yale und Princeton und ist Autorin mehrere Bücher zum Thema. Zuletzt erschien von ihr: „Silver Sex. Wie Sie Ihre Liebe lustvoll genießen.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Sabine Fisch ist Chefredakteurin von www.sexmedpedia.at</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 13:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Erektile Dysfunktion]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Elia Bragagna mich vor einigen Monaten fragte, ob ich die Chefredaktion von www.sexmedpedia.at übernehmen möchte, schossen mir zwei Gedanken in den Kopf: „Ja, unbedingt&#8221;, war der erste und „das wird ein riesengroßes Abenteuer&#8221;, der zweite.Die Themen Sexualität und Gesundheit liegen mir als Medizinjournalistin schon lange auf dem Herzen. Die intensive Beschäftigung damit macht mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Elia Bragagna mich vor einigen Monaten fragte, ob ich die Chefredaktion von www.sexmedpedia.at übernehmen möchte, schossen mir zwei Gedanken in den Kopf: „Ja, unbedingt&#8221;, war der erste und „das wird ein riesengroßes Abenteuer&#8221;, der zweite.Die Themen Sexualität und Gesundheit liegen mir als Medizinjournalistin schon lange auf dem Herzen. Die intensive Beschäftigung damit macht mir großen Spaß und ein großes Abenteuer ist es tatsächlich geworden.<span id="more-441"></span></p>
<dl id="attachment_462" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-462" title="Das gut gelaunte Team von www.sexmedpedia.at 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Das-gut-gelaunte-Team-von-www.sexmedpedia.at-180310-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Das gutgelaunte Team von www.sexmedpedia.at (v.l.n.r.) Florian Schilling, Sabine Fisch, Elia Bragagna, Simone Viertler und Costan Eghiazarian</dd></dl>
<p>Die Idee sachlich fundierte, wissenschaftlich abgesicherte und dabei für jeden Laien verständliche Informationen zum &#8211; leider immer noch &#8211; Tabuthema Sexualität in einer leicht zugänglichen Art und Weise anzubieten, hat mich von Anfang an fasziniert.</p>
<p>Als chronisch neugieriger Mensch konnte ich &#8211; aufgrund der vielen ExpertInnen, die sich gerne und mit spannenden Themen für www.sexmedpedia.at engagierten &#8211; aus dem Vollen schöpfen.</p>
<p>Zudem stellte mich die Arbeit, wissenschaftliche Artikel für Laien lesbar zu gestalten, täglich vor neue interessante Herausforderungen. Aber auch als Autorin für www.sexmedpedia.at begeistert mich die Idee, mit Mythen rund um die Sexualität aufzuräumen und aufzuzeigen, das Sexualität zwar ein wichtiger Bestandteil im Leben der meisten Menschen ist, dass aber das, was wir täglich in den Medien und natürlich im Internet dazu zu sehen und zu lesen bekommen, mit unserer Realität meist nur sehr am Rande zu tun hat.</p>
<dl id="attachment_463" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-463" title="Plakat SMP 040310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Plakat-SMP-040310.jpg" alt="" width="283" height="189" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 293px">Unser Motto ist Programm: Wissen.schafft.sexuelle.Gesundheit!</dd></dl>
<p>www.sexmedpedia.at stellt Sexualität und Gesundheit in den Mittelpunkt. Die mit der neuesten und technisch aufwendigen Programmiersprache ruby on rail programmierte Seite ermöglicht es, auf einfachste Weise zu bestimmten Themen zu recherchieren und nachzulesen.</p>
<p>Dazu werden in den kommenden Monaten Videos zu ausgewählten Themen, Podcasts und Blogs kommen. Der „Twister&#8221;, das wird unser Forum werden, wird es UserInnen und ExpertInnen ermöglichen aktiver Bestandteil von www.sexmedpedia.at zu sein, Anregungen zu liefern und Fragen zu stellen.</p>
<p>Im Endausbau wird www.sexmedpedia.at weltweit das umfangreichste Internet-Nachschlagewerk zu den Themen Sexualität und Gesundheit sein. Und es ist mir eine Ehre und große Freude, so maßgeblich an diesem Projekt beteiligt zu sein.</p>
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		<title>www.sexmedpedia.at ist online!</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 08:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 24. Februar 2010 startete ein ehrgeiziges Interneprojekt: www.sexmedpedia.at ging online. Diese erste umfassende Internet-Enzyklopädie zu den Themen Sexualität und Gesundheit hat es sich zum Ziel gesetzt, UserInnen sachlich, wissenschaftlich fundiert und dennoch sehr gut lesbar über alle Themen rund um Sexualität und Gesundheit zu informieren. Hier einige Impressionen von der Pressekonferenz zum Start von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 24. Februar 2010 startete ein ehrgeiziges Interneprojekt: <a href="http://www.sexmedpedia.at">www.sexmedpedia.at</a> ging online. Diese erste umfassende Internet-Enzyklopädie zu den Themen Sexualität und Gesundheit hat es sich zum Ziel gesetzt, UserInnen sachlich, wissenschaftlich fundiert und dennoch sehr gut lesbar über alle Themen rund um Sexualität und Gesundheit zu informieren.</p>
<p>Hier einige Impressionen von der Pressekonferenz zum Start von <a href="http://www.sexmedpedia.at">www.sexmedpedia.at</a>:</p>
<p><span id="more-433"></span><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_438" class="wp-caption aligncenter""><dt><img class="size-full wp-image-438" title="plakat-smp-040310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/plakat-smp-040310.jpg" alt="SexMedPedia informiert wissenschaftlich, spannend und fundiert über alle Themen rund um Sexualität und Gesundheit" width="283" height="189" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 293px">SexMedPedia informiert wissenschaftlich, spannend und fundiert über alle Themen rund um Sexualität und Gesundheit</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_439" class="wp-caption aligncenter""><dt><img class="size-full wp-image-439" title="sprecherinnen-am-tisch-040310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/sprecherinnen-am-tisch-040310.jpg" alt="Die SprecherInnen der Pressekonferenz zum Start von www.sexmedpedia.at (von rechts nach links): Dr. Doris Linsberger (Gynäkologin), Dr. Karl Dorfinger (Urologe), Dr. Elia Bragagna (Gründerin von www.sexmedpedia.at), Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek (Psychiater) und Sabine Fisch (Chefredakteurin www.sexmedpedia.at)" width="340" height="227" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 350px">Die SprecherInnen der Pressekonferenz zum Start von www.sexmedpedia.at (von rechts nach links): Dr. Doris Linsberger (Gynäkologin), Dr. Karl Dorfinger (Urologe), Dr. Elia Bragagna (Gründerin von www.sexmedpedia.at), Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek (Psychiater) und Sabine Fisch (Chefredakteurin www.sexmedpedia.at)</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_454" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-full wp-image-454" title="Dr. Doris Linsberger 170310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Dr.-Doris-Linsberger-1703101.jpg" alt="" width="357" height="378" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 367px">Dr. Doris Linsberger ist Frauenärztin und setzt sich engagiert für eine gute Sexualmedizin ein.</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_456" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-456" title="Dr. Karl Dorfinger, der Arzt dem Männer vertrauen 170310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Dr.-Karl-Dorfinger-der-Arzt-dem-Männer-vertrauen-1703101-378x500.jpg" alt="" width="378" height="500" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 388px">Dr. Karl Dorfinger ist Urologe und Experte für Männer- und Sexualmedizin</dd></dl>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<dl id="attachment_457" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-457" title="Univ-Prof. Dr. Michael Musalek sprach über den Zusammenhang von Sex und Psyche 170310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Univ-Prof.-Dr.-Michael-Musalek-sprach-über-den-Zusammenhang-von-Sex-und-Psyche-170310-500x444.jpg" alt="" width="500" height="444" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek weiß um die Zusammenhänge zwischen Sex und Seele</dd></dl>
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<dl id="attachment_458" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-458" title="Sabine Fisch - über ihren Schreibtisch gehen alle Texte 180310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Sabine-Fisch-über-ihren-Schreibtisch-gehen-alle-Texte-180310-500x469.jpg" alt="" width="500" height="469" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Sabine Fisch, Chefredakteurin von www.sexmepedia.at</dd></dl>
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<dl id="attachment_460" class="wp-caption alignnone""><dt><img class="size-medium wp-image-460" title="Der Saal war gut gefüllt 170310" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/03/Der-Saal-war-gut-gefüllt-170310-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 510px">Das Interesse an www.sexmedpedia.at war groß, wie auch der Andrang bei der Startpressekonferenz zeigte</dd></dl>
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		<title>Oben wird die Luft dünn</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 08:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als 50 Prozent der Medizinstudierenden sind Frauen – bei den ProfessorInnen sind es nur noch 10 Prozent. Je weiter oben in der Hierarchie desto weniger Frauen – das scheint auch heute noch Gültigkeit zu haben. In der Medizin gilt dies genauso wie in der Wirtschaft. Frauen wird der Aufstieg nach wie vor schwer gemacht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 50 Prozent der Medizinstudierenden sind Frauen – bei den ProfessorInnen sind es nur noch 10 Prozent. Je weiter oben in der Hierarchie desto weniger Frauen – das scheint auch heute noch Gültigkeit zu haben. In der Medizin gilt dies genauso wie in der Wirtschaft. Frauen wird der Aufstieg nach wie vor schwer gemacht. Änderungen greifen nur langsam.<span id="more-428"></span></p>
<p>Auch wenn heute mehr als 50 Prozent der Medizinstudierenden Frauen sind – die Leitungsfunktionen in der Medizin sind immer noch hauptsächlich von Männern dominiert. In Zahlen ausgedrückt: Der Anteil an ordentlichen Professorinnen an der Meduni Wien beträgt 7,6 Prozent, in Graz liegt der Frauenanteil unter den ProfessorInnen bei knapp über drei Prozent und in Innsbruck bei knapp neun Prozent.</p>
<p>Kein Grund zum Jubeln</p>
<p>Auch in den Leitungsgremien der medizinischen Universitäten sieht es bis dato nicht viel besser aus: Nur drei von neun VizerektorInnen der Medizinunis sind weiblich. Eine Rektorin sucht man an Österreichs Medizinunis bis dato vergeblich. Dieser Trend setzt sich nach unten fort: Der Frauenanteil bei den Studierender der Medizin beträgt in Österreich aktuell 56 Prozent. Auch bei den Abschlüssen dominieren die Frauen mit über 50 Prozent. Auch in der postpromotionellen Ausbildung sieht vorerst alles schön „gegendert“ aus: Rund 58 Prozent der Turnusärztinnen sind weiblich. Betrachtet man die Facharztausbildung, geht die Schere allerdings bereits weit auseinander: Österreichweit sind nur rund 30 Prozent aller FachärztInnen Frauen. In einzelnen Fächern, wie etwa der Chirurgie, beträgt der Frauenanteil sogar nur knapp 14 Prozent. Und in den Krankenhäusern – da geht die Schere schon bei den AssistenzärztInnen auf: 108 Jahre nach der Öffnung der medizinischen Fakultät für Frauen, im Jahr 2008 beträgt der Anteile von Frauen bei den Assistenzärtzinnen und Ärzten zwischen 30 und 40 Prozent, bei den habilitierten sinkt der Wert auf 15 bis 18 Prozent. Bei den Professuren – siehe oben – sind nach wie vor über 90 Prozent der Stellen mit Männern besetzt.</p>
<p>Papier ist geduldig</p>
<p>Frauenförderungsprogramme und Genderprogramme sind seit der Novelle des Universitätsorganisationsgesetzes 2002 gesetzlich vorgeschrieben. Jede Medizinuni in Österreich verfügt über Programme zur Förderung der Karrieren von Medizinerinnen. Fortschritte passieren allerdings nur sehr, sehr langsam: „Göttinnen in Weiß gibt es noch lange nicht“, hielt etwa die Vizerektorin für Personalentwicklung und Frauenförderung an der Medizinischen Universität Wien, Prof. Dr. Karin Gutierrez-Lobos anlässlich des Frauentages 2008 am 8. März fest.</p>
<p>Wenig Unterstützung</p>
<p>viele Ärztinnen wünschten sich eine „Ehefrau“ herbei, die die Kinder erzieht, den Haushalt macht und den Rücken freihält. Womit bereits ein wesentlicher Grund für die schlechteren Karrieremöglichkeiten von Frauen in der Medizin genannt ist: Nur wer sich vorbehaltlos der eigenen Karriere widmen kann, wird auch aufsteigen. Wer Kinder hat, tut sich damit schon deutlich schwerer – vorausgesetzt, „derjenige“ ist eine Frau. Denn während Ärzte, Professoren und Klinikvorstände im Regelfall verheiratet sind und Kinder haben, finden sich unter Medizinerinnen in Führungspositionen eine hohe Anzahl von unverheirateten und kinderlosen Frauen. Für die erste Vorständin einer gynäkologischen Abteilung in Österreich, Prof. Dr. Teresa Wagner (siehe Ärztewoche Nr.) ist etwa klar: „Mit Kindern wäre meine Karriere vollkommen anders verlaufen.“ Eines der Ziele der Primaria der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Kaiser Franz Josef Spital ist folgerichtig: „Ich bemühe mich jetzt in meiner Position als Primaria, Frauen in meinem Umfeld zu ermöglichen, Karriere und Kind zu vereinbaren.“</p>
<p>Raues Klima</p>
<p>Natürlich gibt es auch jene Medizinerinnen, die alles vereinbaren können: In unserer Interviewreihe zählen dazu Prof. Dr. Hildegunde Piza-Katzer, Vorständin der Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Wiederherstellungschirurgie an der Medizinischen Universität Innsbruck, die allerdings festhält: „Es geht nicht ohne ein riesiges Hilfsnetz: Meine Eltern, die Eltern meines Mannes und natürlich eine Haushälterin, die mittlerweile seit 25 Jahren bei uns ist, haben uns unterstützt. Mein Mann ist mein bester Freund, der meine Karriere immer mitgetragen hat.“ Auch die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und Oberärztin an der Medizinischen Universität Graz, Prof. Dr. Elisabeth Aberer schaffte die Karriere plus Kindern. Der Preis dafür war hoch: „Wenn ein Kind krank wird, ist die ganze mühsam organisierte Einteilung beim Teufel. Nach schlaflosen Nächten wieder an die Arbeit zu gehen, kostet sehr viel Kraft.“</p>
<p>Dicke Haut</p>
<p>Wer eine medizinische Karriere anstrebt, braucht Durchsetzungsvermögen, einen starken Willen, viel Kraft und eine dicke Haut. So wie die bereits erwähnte Hildegunde Piza. Sie wurde 199x als Vorständin für Plastische, Rekonstruktive und Wiederherstellungschirurgie an die Medizinische Universität Innsbruck berufen. Sie war die erste Frau in dieser Position in Österreich und wurde mit den Worten: „Hier hat niemand auf Sie gewartet“*, empfangen. Und die erste ordentliche Professorin für Gerichtsmedizin am Wiener Department für Gerichtliche Medizin, Prof. Dr. Andrea Berzlanovich durfte sich anlässlich ihrer Bewerbung um eine Facharztstelle an eben jenem Institut anhören: „„Sie sind doch gar nicht so hässlich, dass sie keinen Mann bekommen – warum wollen Sie denn die Stelle haben?“ Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos rät allen Kolleginnen: „Versuchen Sie Beleidigungen nicht persönlich zu nehmen. Ich selbst habe immer versucht, paradox zu intervenieren, etwa wenn mir jemand „Karrieregeilheit“ unterstellt hat: Dann habe ich geantwortet: Na klar bin ich karrieregeil.“</p>
<p>Bereits Mädchen fördern</p>
<p>Einig sind sich alle interviewten Medizinerinnen darin: Eine Intervention, eine Förderung zu Beginn der medizinischen Karriere ist sinnvoll. Frauenförderung sollte allerdings bereits viel früher ansetzen, nämlich in der Schule. Das sieht Teresa Wagner: „Ich glaube aber, wir müssen schon viel früher ansetzen, nämlich im Elternhaus: Eine Frau, der in den wichtigsten Jahren ihres Lebens nur kommuniziert wird, sie sei weniger wert, wie soll die Selbstbewusstsein entwickeln?“ genauso wie Karin Gutierrez-Lobos: „Wir müssen schon viel früher anfangen – bei den Studierenden. Dort planen wir, bereits in das Studium Angebote zur Karriereförderung zu integrieren. Ich möchte unser Mentorinnen-Programm ausbauen und ganz allgemein die Leistungen unserer Frauen sichtbar machen. Und eine aktuelle Studie der Bildungspsychologin Dr. Christiane Spiel konnte zeigen, dass eine Förderung von Mädchen bereits in der Schule notwendig ist. Die Studie wurde nach dem Ergebnissen der Medizineingangstests 2007 in Auftrag gegeben. Der Grund dafür: Frauen schneiden – und zwar ausschließlich in Österreich – bei diesen Tests deutlich schlechter ab als Männer. Die vorläufigen Ergebnisse der von Christiane Spiel geleiteten Studie deuten auf Defizite in der Schulbildung hin. Mädchen wurden eher für Wohlverhalten, Burschen eher für Leistungen gelobt und benotet. Die Endergebnisse der Studien stehen noch aus.</p>
<p>Selbst ist die Frau</p>
<p>Klar ist, Frauen können (und müssen wohl auch) sehr viel selbst tun, wenn sie eine Karriere in der Medizin anstreben. So sagt die Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Dr. Susanne Rabady dazu „Ich denke, Frauen dürfen nicht in der Opferrolle verharren, da wird sie niemand herausholen.“ Hildegunde Piza und Margarethe Hochleitner raten zu einer intensiven Vernetzung mit KollegInnen. Gerichtsmedizinerin Andrea Berzlanovich setzt auf „Engagement und Selbstbewusstsein, ebenso wie auf einen eisernen Willen und Hartnäckigkeit.“ Und die neue Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien, Karin Gutierrez-Lobos rät: „Ich glaube, es ist wirklich wichtig, sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Es ist wichtig, mit anderen Frauen in der gleichen Situation Kontakt aufzunehmen. Und ich glaube, man sollte eine Vorstellung von der eigenen Karriere haben: Es ist nicht obszön oder falsch, als Frau Karriere machen zu wollen.“ Frauen müssen wissen, was sie wollen, und sie brauchen Kraft, Mut und den Willen, dies auch durchzusetzen. Die in der Ärztewoche vorgestellten 10 Frauen haben vorgezeigt, wie eine Karriere in der Medizin möglich ist (siehe Kasten 1). Von Gleichberechtigung in der Medizin ist allerdings auch 2008 noch nicht allzu viel zu sehen.</p>
<p>Teresa Wagner fordert deshalb eine Quotenregelung für Leitungsfunktionen in Krankenhäusern und Universitäten: „Ich bin für eine Quotenregelung, auch in der Medizin. Da halte ich es ganz mit der ehemaligen Frauenministerin Johanna Dohnal: Wenn genauso viele unfähige Frauen wie unfähige Männer in Führungspositionen sind, dann besteht Gleichberechtigung.“</p>
<p>Quotenregelung</p>
<p>* nachzulesen in der Studie Hochleitner, Margarethe: „Hier hat niemand auf Sie gewartet!“ Frau in der Medizin &#8220;Ärztinnenstudie&#8221; 2002</p>
<p>Universität Innsbruck innsbruck university press iup</p>
<p>ISBN: 978-3-901249-73-0</p>
<p>Kasten 1: Die vorgestellten Medizinerinnen:</p>
<p>Prof. Dr. Andrea Berzlanovich, Department für Gerichtliche Medizin, Medizinische Universität Wien</p>
<p>Prof. Dr. Hildegunde Piza, Vorstand der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Wiederherstellungschirurgie an der Medizinischen Universität Innsbruck</p>
<p>Prof. Dr. Teresa Wagner, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kaiser Franz Josef Spital, Wien</p>
<p>Prof. Dr. Magarethe Hochleitner, Vizerektorin für Personal, Personalentwicklung und Gleichstellung, Medizinische Universität Innsbruck</p>
<p>Prof. Dr. Karin Gutierrez-Lobos, Vizerektorin für Personalentwicklung und Frauenförderung, Medizinische Universität Wien</p>
<p>Prim. em Dr. Karoline Kahn, emeritierte Leiterin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kaiser Franz Josef-Spital, Wien</p>
<p>Prim. Prof. Dr. Monika Lechleitner, Leiterin der Abteilung für Innere Medizin und Akutgeriatrie, LKH Hochzirl</p>
<p>Dr. Susanne Rabady, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin</p>
<p>Dr. Eveline Fasching, 1. Vizepräsidentin der Ärztekammer für Kärnten</p>
<p>Prof. Dr. Elisabeth Aberer, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz<img class="aligncenter size-medium wp-image-429" title="ÄrztInnen in Österreich 010210 Kopie" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/ÄrztInnen-in-Österreich-010210-Kopie-500x115.jpg" alt="" width="500" height="115" /></p>
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