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	<title>Redaktionsbüro Sabine Fisch &#187; Facharztserie</title>
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	<description>Medizinjournalistin und Moderatorin</description>
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		<title>Man muss die Toten mögen</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 13:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facharztserie]]></category>
		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Obduktionen in natürlichen oder gewaltsamen Todesfällen, rechtsmedizinische Gutachten, Lehre und Forschung an der Universität: Das Fach Gerichtsmedizin ist breit und bietet viele interessante Spezialisierungsmöglichkeiten. Das österreichische gerichtsmedizinische Institut zählt zu den ältesten diesbezüglichen Einrichtungen weltweit. Es wurde 1804 von Kaiser Franz I. ins Leben gerufen. 201 Jahre später wurde mit Prof. Dr. Andrea Berzlanovich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obduktionen in natürlichen oder gewaltsamen Todesfällen, rechtsmedizinische Gutachten, Lehre und Forschung an der Universität: Das Fach Gerichtsmedizin ist breit und bietet viele interessante Spezialisierungsmöglichkeiten.<span id="more-236"></span></p>
<p>Das österreichische gerichtsmedizinische Institut zählt zu den ältesten diesbezüglichen Einrichtungen weltweit. Es wurde 1804 von Kaiser Franz I. ins Leben gerufen. 201 Jahre später wurde mit Prof. Dr. Andrea Berzlanovich die erste Frau zur Professorin für Gerichtsmedizin in Österreich berufen. Im Interview berichtet Berzlanovich, die derzeit ein Jahr lang am München rechtsmedizinischen Institut lehrt und forscht, über die spannende Arbeit in ihrem Fach, aber auch über Hürden und Schwierigkeiten, die sie auf ihrem Weg zu überwinden hatte.</p>
<dl id="attachment_235" class="wp-caption alignleft""><dt><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-andrea-berzlanovich-im-seziersaal-3-1506051.jpg"><img class="size-full wp-image-235" title="prof-dr-andrea-berzlanovich-im-seziersaal-3-1506051" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-andrea-berzlanovich-im-seziersaal-3-1506051.jpg" alt="Univ.-Prof. Dr. Andrea Berzlanovich" width="151" height="203" /></a></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 161px">Univ.-Prof. Dr. Andrea Berzlanovich</dd></dl>
<p>Warum haben Sie sich ursprünglich dafür entschieden das Fach Gerichtsmedizin zu wählen?</p>
<p>Berzlanovich: Dieser Wunsch war eigentlich bereits in meiner Kindheit da. Das Fach hat mich schon immer fasziniert, und ich habe Medizin studiert, um Gerichtsmedizinerin zu werden. Es interessiert mich, warum und wie jemand ermordet wurde, welche pathologischen Veränderungen ursächlich für den natürlichen Tod <a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-andrea-berzlanovich-im-seziersaal-3-150605.jpg"></a>waren. Das will ich aufklären.</p>
<p><p>Was ist für Sie an Ihrem Fach besonders spannend?</p>
<p>Berzlanovich: Die Gerichtsmedizin ist sehr heterogen: Es sind nicht nur Obduktionen durchzuführen, sondern auch Untersuchungen an lebenden Menschen, Beurteilungen und Rekonstruktionen von rechtlich relevanten Körperverletzungen, von Gesundheitsschädigungen, sowie Analysen von medizinischen Behandlungsfehlern durch zu führen. Dazu kommen Untersuchungen von Vergiftungen, Auswirkungen von Alkohol, Medikamenten, Drogen. Außerdem sind spurenkundliche und DNA-Gutachten zu machen. Nicht zuletzt spielt die Lehre eine wichtige Rolle, weil ich sehr gerne mit jungen Leuten zusammenarbeite.</p>
<p>Welches waren die größten Veränderungen in der Gerichtsmedizin in den vergangenen zwei Jahrzehnten?</p>
<p>Berzlanovich: 1984 ist die Grundlage für die forensische DNA-Analyse gelegt worden, sodass schließlich Anfang der 90er Jahre die PCR-gestützte DNA-Technik an allen Instituten etabliert wurde. In der Toxikologie waren es Haaruntersuchungen auf Drogen und Gifte, die unsere Arbeit verändert haben.</p>
<p>Welches werden in den kommenden Jahren die großen Herausforderungen für die ihr Fach sein?</p>
<p>Berzlanovich: Es wird vor allem an einem verstärkten Einsatz von bildgebenden Verfahren vor der Obduktion gearbeitet. Röntgen wird ja bereits seit Jahrzehnten eingesetzt. Derzeit laufen Forschungsprojekte, die die Computertomographie in die Gerichtsmedizin implementieren sollen. Diese bildgebenden Verfahren können sehr positiv in der Gerichtsmedizin eingesetzt werden. Man kann Verletzungen nach verfolgen, ohne Gewebe zusätzlich zu beschädigen. Bisher kann man beispielsweise Einschuss und Ausschuss an der Leiche zwar gut beurteilen, man sieht aber ohne Obduktion halt nicht in den Körper rein. Wenn man jedoch den Schusskanal im CT darstellt kann man bei der Obduktion gezielter danach suchen und entsprechend präparieren. Die bildgebenden Verfahren werden die Obduktionen nicht ersetzen können, aber eine wertvolle Unterstützung könnten sie auf jeden Fall bieten.</p>
<p>Wie schaut denn einer ihrer typischen Arbeitstage aus:</p>
<p>Berzlanovich: In Österreich steht man als AnfängerIn viel im Seziersaal, macht bei Obduktionen mit, führt diese nach einiger Zeit auch selbst durch, diktiert Obduktionsprotokolle, befundet histologische Präparate und erstellt aufgrund der gesammelten Befunde Gutachten. Das ist ein großes Standbein. Das zweite ist die Untersuchung an lebenden Menschen. In Wien habe ich viele Verletzungsgutachten erstellt. Auch Haft- und Verhandlungsfähigkeiten habe ich beurteilt.<br />
Hier in München untersuche ich sowohl Opfer als auch Beschuldigte. Dabei geht es in erster Linie um die Rekonstruktion der Geschehnisse und die etwaige Lebensgefährlichkeit der Verletzungen. Die Betroffenen werden dabei zu mir ans Institut gebracht oder ich besuche sie im Krankenhaus und schaue mir ihre Verletzungen an. Das gilt gleichfalls für Frauen und Kinder die vergewaltigt wurden oder andere Formen von Gewalt erlebt haben. Ich nehme auch Blut- oder Harnproben oder Haarproben ab, beispielsweise bei Leuten, die im Straßenverkehr auffällig geworden sind.</p>
<p>Nach einem „Nine to Five&#8221;-Job klingt das nicht:</p>
<p>Berzlanovich: Nein. Das bedeutet auch Nachtarbeit und Ad hoc-Dienste. In Deutschland muss der Gerichtsmediziner auch hirntote Menschen vor einer Organentnahme untersuchen. Wenn jemand verstirbt und seine Organe entnommen werden, muss ein Gerichtsmediziner dabei sein, weil der Staatsanwalt auf dem Standpunkt steht, dass man Betroffene vor der Explantation anschauen muss, da Verletzungen nach der Organentnahme nicht mehr sichtbar sein könnten. Dazu kommt dann noch die Lehre, die mir sehr viel Spass macht. In Österreich habe ich auch sehr gerne Schulungen gemacht, von Kriminalbeamten ebenso wie von Polizeijuristen, Pflegepersonal, Bestattern usw. Da ist ein 24 Stunden-Tag eh fast zu wenig. Die Forschung (forensische Geriatrie) findet immer am Wochenende und im Urlaub statt.</p>
<p>Welche Voraussetzungen sollte eine fertige Ärztin/ein fertiger Arzt für dieses Fachgebiet mitbringen?</p>
<p>Berzlanovich: Die Technik ist erlernbar. Ich bin nicht sehr groß und stark, eher zart gebaut, da braucht man gewisse Techniken. Wichtiger als die Technik ist allerdings die Liebe zum Fach: Wenn man keine Toten mag oder mit dem Tod nicht umgehen kann, wird man bald verzagen. Es gibt in unserem Fach natürlich auch kein Feedback von den Patienten. Niemand sagt: „Danke&#8221;, weil man einen erfolgreichen Eingriff oder eine Therapie vorgenommen hat und der Patient wieder gesund geworden ist. Auch damit muss man umgehen können.</p>
<p>Wie stellt sich die Ausbildungssituation für Frauen dar?</p>
<p>Berzlanovich: Ich würde sagen, es gibt die Hürden, die jede Frau auf der Uni zu bewältigen hat. Einem Mann geht es auch nicht gut in der Ausbildung, aber besser als Frauen. Ich bin eher gutwillig und gutmütig, kann schlecht nein sagen und bin deshalb immer wieder zu Arbeiten eingeteilt worden, die nicht zu meinem ureigensten Fachgebiet gehörten. Arbeitsberichte schreiben, Vorlesungsverzeichnisse erstellen. Ich bin schon härter geworden, vor allem zu mir selbst (lacht).</p>
<p>Wie ist die Ausbildungssituation derzeit?</p>
<p>Sehr schlecht. Zur Zeit gibt es in Wien einige Kollegen in Karenz. Meine Stelle ist für ein Jahr besetzt, weil ich nur für ein Jahr freigestellt bin. Und zwei weitere Kollegen sind für fünf Jahre karenziert. Ich habe gehört, dass die eine Stelle für vier Jahre ausgeschrieben ist. Aber eine Ausbildungsstelle ist nicht frei. Es sieht auch österreichweit schlecht aus. Es gibt Stellen nur dann, wenn jemand berufen wird, oder in Pension geht oder sich karenzieren lässt. Das gilt für Deutschland genauso. Es werden Institute in Deutschland zusammengelegt oder geschlossen, Stellen werden nicht nach besetzt. Alles eine Frage des Geldes.</p>
<p>Würden Sie Interessierten derzeit von der Gerichtsmedizin abraten?</p>
</p>
<p>Berzlanovich: Abraten würde ich niemanden, Wenn jemand überzeugt ist, dass sie/er das möchte, würde ich das jedenfalls unterstützen. Ich würde aber jeder/jedem raten, erstmal an der Gerichtsmedizin zu famulieren, sich die Arbeit und das Umfeld hier anzuschauen, kann man mit dem Tod umgehen, kann man jeden Tag rausgehen, ohne deprimiert zu sein? Es wird einem nichts geschenkt, man muss es sich erarbeiten. Ich habe wirklich den Willen gehabt und die Ausbildungssituation war schon zu meiner Zeit schlecht. Wenn man das will, dann schafft man es auch. Eiserner Wille gehört dazu, ein bisschen Glück auch. Man muss es eben versuchen.<!--more--></p>
<p><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-andrea-berzlanovich-im-seziersaal-3-150605.jpg"></a></p>
<p>Wie beurteilen Sie die beruflichen Chancen fertig ausgebildeter FachärztInnen für Gerichtsmedizin?</p>
<p><p>Berzlanovich: Gleichfalls schlecht. Als GerichtsmedizinerIn ist man auf die Uni beschränkt. Eine Stelle zu bekommen ist sehr schwierig. Hier in Deutschland gibt es einige private Institute, aber Stellenangebote sind sehr rar. Man muss Begeisterung für die Arbeit, Geduld und Power haben, reich wird man nicht. Es ist einfach die Liebe zum Fach.</p></p>
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		<title>Es gibt zu viele Chirurgen!</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 13:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facharztserie]]></category>
		<category><![CDATA[Chirurgie]]></category>
		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Chirurgie gilt vielen Jungmedizinern immer noch als „Königsdisziplin&#8221; unter den Sonderfächern. Im Gespräch mit der Ärztewoche wird dies allerdings vom Klagenfurter Abteilungsvorstand Prim. Prof. Dr. Michael Starlinger stark relativiert. Er setzt sich für weniger Ausbildungsplätze und eine kürzere Ausbildungszeit ein. „Wir bilden viel zu viele Leute aus&#8221;, sagt Prim. Prof. Dr. Michael Starlinger, Vorstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Chirurgie gilt vielen Jungmedizinern immer noch als „Königsdisziplin&#8221; unter den Sonderfächern. Im Gespräch mit der Ärztewoche wird dies allerdings vom Klagenfurter Abteilungsvorstand Prim. Prof. Dr. Michael Starlinger stark relativiert. Er setzt sich für weniger Ausbildungsplätze und eine kürzere Ausbildungszeit ein.<span id="more-233"></span></p>
<p><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prim-prof-dr-michael-starlinger-160605.bmp"></a><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prim-prof-dr-michael-starlinger-1606051.bmp"><img class="alignleft size-full wp-image-232" title="prim-prof-dr-michael-starlinger-1606051" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prim-prof-dr-michael-starlinger-1606051.bmp" alt="Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Starlinger" /></a>„Wir bilden viel zu viele Leute aus&#8221;, sagt Prim. Prof. Dr. Michael Starlinger, Vorstand der Abteilung für Allgemeinchirurgie am Klagenfurter Krankenhaus. „Bei uns in Klagenfurt ist es so, dass die Leute nach der Facharztprüfung auf der Straße stehen, weil wir nicht genügend Stellen anbieten können.&#8221; War es bis vor einiger Zeit noch so, dass die Änderungen im Arbeitszeitgesetz, ein größeres Angebot an freien Stellen bedeutete, so ist diese Zeit laut Starlinger längst wieder vorbei. Auch die Ausbildungsdauer kritisiert der Viszeralchirurg: „Wenn die Leute bei uns, meist nach ihrem Turnus, mit ihrer sechsjährigen Ausbildungszeit fertig sind, sind sie nicht selten bereits vierzig Jahre alt. Das ist zu alt.&#8221; Starlinger zieht im Ärztewoche-Gespräch die Ausbildung in den USA heran: Dort dauert die sogenannte Residency, bei der ein promovierter Mediziner praktisch Tag und Nacht am Krankenhaus ist, drei Jahre. Danach darf er sich surgeon nennen, also Chirurg.&#8221; Auch die Ausbildung in den USA sei insgesamt viel strukturierter, die „Lehrlinge&#8221; hätten deutlich mehr zu tun und müssten, selbstverständlich unter Anleitung, viel mehr und selbständiger operieren.</p>
<p><p><strong>Patienten erziehen</strong><br />
„Aber das ist auch durch eine andere Haltung der Patienten möglich, die durchaus nichts dagegen haben, wenn der Assistent sie unter Anleitung operiert&#8221;, erläutert Starlinger. „Bei uns bin ich doch häufig damit konfrontiert, dass ein Patient sagt: Aber Herr Professor, sie operieren mich schon selber!&#8221; Auch die Struktur in der Ausbildung zum Chirurgen fehlt Starlinger in Österreich: „Wir haben keine Tradition in der Ausbildung&#8221;, moniert der Chirurg, der sich eine Begrenzung der Ausbildungsstätten wünscht. Auch ein fixer Ausbildungskatalog sollte vorgegeben sein und auch eingehalten werden. Nicht zuletzt wünscht sich Starlinger regelmäßige Audits der Ausbildungsstätten: „Werden die Bedingungen nicht erfüllt, sollte dem ausbildenden Krankenhaus die Berechtigung zur Facharztausbildung entzogen werden.&#8221; Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie entwickelt gerade ein Konzept, wie viele Ausbildungsstellen für Chirurgie in Österreich notwendig sind. „Dies soll uns eine Einschätzung darüber bieten, wie viele Chirurgen in Österreich überhaupt notwendig sind&#8221;, erklärt Starlinger.</p>
<p><strong>Krisenfeste Ärzte</strong><br />
Bei jenen Chirurgen, die es schaffen, eine Ausbildungsstelle zu erhalten, setzt Starlinger Entscheidungsfreudigkeit und eine „gewisse Neigung zum Krisenmanagement&#8221; voraus. „Denn wir handeln ja sehr häufig aus einer Notsituation heraus&#8221;, so Starlinger weiter. Nicht selten kommt es auch bei geplanten Eingriffen zu Komplikationen, bei denen Ruhe und Besonnenheit am OP-Tisch besonders wichtig seien. Handwerkliches Können sei natürlich ebenfalls nicht von Nachteil, wenngleich man dieses auch durch viel Übung kompensieren könne.<br />
Seine eigene Faszination an der Chirurgie erklärt Starlinger damit, dass „in vielen Fällen durch die Arbeit von einigen Stunden die Voraussetzung für das Gesund werden eines Menschen geschaffen werden kann.&#8221;</p>
<p><strong>Verteilungskämpfe ante portas</strong><br />
Gerade auch die laparoskopische Chirurgie hat dafür viel getan. Wurden durch sie doch auch Eingriffe bei Menschen möglich, die bereits durch andere Erkrankungen schwer belastet waren oder für die ein höheres Narkoserisiko bestanden hat. Starlinger nennt als Beispiel die laparoskopische Cholezystektomie. Insgesamt geht der Viserzalchirurg für die kommenden Jahre von einer weiteren Verfeinerung und Spezialisierung der laparoskopischen Chirurgie aus, sieht dies aber nicht als hauptsächliche Herausforderung für das Fach: „Das sind viel eher strukturelle Probleme, wie etwa die Einführung von Mindestmengen für kompliziertere Operationen. Da wird es in den kommenden Jahren sicherlich zu Verteilungskämpfen kommen und diese vernünftig und friedlich zu managen ist eine Herausforderung für uns Chirurgen.&#8221;</p>
<p><strong>Abwandern sinnvoll</strong><br />
Jenen Jungärzten, die trotz aller derzeit im Fach vorherrschenden Probleme eine Ausbildung zum Chirurgen absolvieren wollen, rät Starlinger, ins Ausland zu gehen: „In Deutschland gibt es, schon aufgrund des Numerus clausus, Möglichkeiten zur Ausbildung.&#8221; Auch der immer massiver werdende Ärztemangel erhöht die Möglichkeiten auf eine Stelle zur Chirurgenausbildung. „Allerdings ist die Arbeit sehr anstrengend und der Verdienst in Deutschland für Ärzte in Ausbildung noch geringer als in Österreich&#8221;, warnt Starlinger ambitionierte Jungmediziner. Von der Ausbildung abraten will der Chirurg letztlich aber trotz aller Schwierigkeiten nicht: „Ich glaube, das ist wie in allen anderen Berufen: Die Guten setzen sich letztlich durch.&#8221; Die entsprechende Mobilität und Flexibilität vorausgesetzt, werde sich auch eine Möglichkeit zur Ausbildung ergeben.<br />
Seine eigene Entscheidung, Chirurg zu werden, hat Starlinger übrigens nicht bereut, wenn er auch ursprünglich Anästhesist hätte werden wollen. „Denn wissen Sie&#8221;, sagt der Chirurg abschließend: „Das Schönste an meinem Beruf sind die dankbaren Patienten, die wenn alles gut gegangen ist, einem die Hand schütteln und sagen: „Herr Doktor, das haben Sie toll gemacht.&#8221;</p></p>
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		<title>Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin: Wer keinen Teamgeist hat, ist verloren!</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 13:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facharztserie]]></category>
		<category><![CDATA[Blutgruppenserologie]]></category>
		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Transfusionsmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Facharzt für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin: Das klingt erstmal deutlich weniger spannend als Internist oder Chirurg. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich allerdings ein herausforderndes, spannendes und vor allem ständigen Veränderungen unterliegendes Fachgebiet, dass sowohl für den Wissenschafter als auch für den praktisch veranlagten Mediziner ein spannendes Tätigkeitsfeld bietet. Eigentlich wollte er Internist werden, „aber da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Facharzt für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin: Das klingt erstmal deutlich weniger spannend als Internist oder Chirurg. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich allerdings ein herausforderndes, spannendes und vor allem ständigen Veränderungen unterliegendes Fachgebiet, dass sowohl für den Wissenschafter als auch für den praktisch veranlagten Mediziner ein spannendes Tätigkeitsfeld bietet.<span id="more-230"></span></p>
<p><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-diether-schonitzer-070605.bmp"><img class="alignleft size-full wp-image-229" title="prof-dr-diether-schonitzer-070605" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/prof-dr-diether-schonitzer-070605.bmp" alt="Univ.-Prof. Dr. Diether Schönitzer" /></a>Eigentlich wollte er Internist werden, „aber da war 1968 in Innsbruck gerade kein Ausbildungsplatz frei&#8221;, erzählt der Leiter des Zentralinstitutes für Bluttransfusion und der immunologischen Abteilung an der Medizinischen Universität Innsbruck, Prim. Prof. Dr. Diether Schönitzer im Interview mit der Ärztewoche. Bereut hat er seinen Entschluss, das Fachgebiet Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin zu wählen, trotzdem nicht.</p>
<p><p>Was begeistert Sie an Ihrem Fachgebiet?</p>
<p>Schönitzer: Als ich mit der Ausbildung anfing, das war 1968, da fand ich ein weitgehend unbearbeitetes Feld vor. Mein Chef hat mir damals ein Buch über Blutgruppenbestimmung die Hand gedrückt und gesagt: „Lies dich mal ein.&#8221; Das habe ich getan und war fasziniert. Damals sind gerade Blut- und Gewebefaktoren beschrieben worden. Und durch die Fortschritte in der Chirurgie ist der Bedarf an verträglichen Blutkonserven angestiegen. Die Blutbank in Innsbruck war damals auf der Chirurgie angesiedelt, da konnte ich jeden Tag sehen, wie dringend wir gebraucht werden.</p>
<p>Welches waren in den vergangenen 25 Jahren denn die größten Veränderungen in der Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin?</p>
<p>Schönitzer: Zum einen wurden Blutprodukte gesetzlich als Arzneimittel geregelt. Als ich begonnen habe, gab es dafür noch keine gesetzlichen Regelungen. Daraus hat sich ein ganzer Wissenschaftszweig zur Entwicklung und Herstellung neuer Blutprodukte entwickelt. Dann gab es natürlich Meilensteine, wie etwa die Beschreibung monoklonaler Antikörper im Jahr 1976, was zu einer völligen Veränderung in der Blutgruppenserologie geführt hat. 1968, als ich angefangen habe, wurde in Tirol erstmals die Rhesusprophylaxe eingeführt. Dadurch haben deutlich weniger Neugeborene an der hämolytischen Krankheit gelitten. Gegen Ende der 80er Jahre ist mit dem Geltest ein neues System zur Bestimmung der Blutgruppen eingeführt worden, mit welchem heute mehr als 80 Prozent der transfusionsmedizinischen Einrichtungen arbeiten.<br />
Und besonders viel hat sich natürlich auf dem Gebiet der Infektionstestung ereignet. Der Anlasspunkt dafür war natürlich von 1983 bis 1985 das HI-Virus. Damit wurde man weltweit auf die Gefahr, die Bluttransfusionen mit sich bringen können, aufmerksam. Die zweite große Gefahr ist natürlich die Hepatitis. Aber mit den aufgrund dieser Gefahren eingeführten, heute praktizierten Testsystemen, ist eine Bluttransfusion extrem sicher geworden: Bei HIV gehen Schätzungen davon aus, dass auf drei bis fünf Millionen Blutübertragungen theoretisch eine unentdeckte HIV-Infektion vom Spender auf den Empfänger übertragen werden kann. Bei Hepatitis B ist das Risiko größer: Hier liegt das Verhältnis, je nach Studie, zwischen eins zu 100.000 bis zu eins zu 300.000.</p>
<p>Welches werden in den kommenden Jahren die großen Herausforderungen in ihrem Fachgebiet sein?</p>
<p>Schönitzer: Im Bereich der Infektionsübertragung bei Transfusionen möchten wir ein Nullrisiko erreichen. Das wird schon aufgrund des Auftretens neuer Viren nicht zur Gänze erreichbar sein. Ein Schritt in diese Richtung ist allerdings die österreichweite Einführung eines Testsystem, das Blut mittels eines unspezifischen Infektionsparameters auf frische Infektionen testen kann. Dieser Test ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben. Wir haben mit dem unspezifischen Infektionsmarker Neopterin einen solchen Test in Innsbruck entwickelt.</p>
<p>Welche Voraussetzungen sollte ein fertig ausgebildeter Mediziner für das Fach Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin mitbringen?</p>
<p>Schönitzer: Prinzipiell sollte sie oder er ein Interesse an Immunhämatologie, Blut und Immunsystem haben. Auch für Laboratoriumsmedizin sollte ein Interesse vorhanden sein, weil wir naturgemäß viel im Labor arbeiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Beschäftigung mit Gewebetypisierungen, die vor allem im Bereich der Transplantationsmedizin immer wichtiger werden. Nicht zuletzt spielt auch die Molekulargenetik und -biologie eine immer wichtiger werdende Rolle.<br />
Abseits dieser fachlichen Qualitäten sind vor allem zwei Aspekte wichtig: Team- und Kommunikationsfähigkeit: Zur Ausbildung gehört beispielsweise auch die Auseinandersetzung mit Blutspendern, da ist Kontaktfreudigkeit wichtig. Im Bereich der Laboratoriumsmedizin gehört die Teamfähigkeit zum Um und Auf. Einzelakteure sind da nicht gefragt. Das ist immer eine größere Gruppe, die hier zusammenarbeitet, bei uns im Institut sind das 74 Mitarbeiter. Wer da keinen Teamgeist hat, ist hoffnungslos verloren.</p>
<p>Wie ist die Ausbildungssituation derzeit in Österreich?</p>
<p>Schönitzer: Offiziell gibt es 35 Ausbildungsplätze. Frei ist aber derzeit nur ein Platz. Alle anderen Stellen sind besetzt und nur wenige von Auszubildenden. Auf vielen dieser Plätze „sitzen&#8221; fertige Fachärzte, weil man diese als Systemerhalter braucht. Niemand gibt schließlich gerne einen gut ausgebildeten Facharzt her. Momentan stagniert die Situation in Bezug auf die Ausbildung leider ein wenig.</p>
<p>Wo sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz am besten?</p>
<p>Schönitzer: Soweit das angesichts der gerade beschriebenen Situation zu sagen ist, würde ich meinen, dass die Chancen dort am besten sind, wo es die meisten Ausbildungsstellen gibt, das wären in Österreich Wien und Graz mit jeweils acht Stellen. Wir in Innsbruck haben drei Stellen. Inhaltlich glaube ich, dass Interessenten dort die beste Ausbildung erhalten, wo die gesamte Transfusionskette gelehrt wird. Das ist überall dort der Fall, wo eine Blutspendeeinrichtung mit einer klinischen Abteilung verknüpft ist, also in Innsbruck, Graz und Wien, das mit Prof. Wolfgang Mayer natürlich die Hochburg der Transfusionsmedizin ist.</p>
<p>Welche Zusatzausbildungen erweisen sich für das Fach als günstig?</p>
<p>Schönitzer: Ich fände eigentlich zwei Facharztausbildungen in Kombination ideal: Den Facharzt für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin kombiniert mit jenem für medizinisch-chemische Labordiagnostik. Das wäre deshalb so wichtig, weil es zum einen in Österreich schon jetzt 183 Blutdepots gibt, die mit adäquaten Fachleuten zu besetzen wären. Zum anderen könnten damit die Labors in den Bezirkskrankenhäusern optimal besetzt werden. Derzeit ist es ja noch häufig so, dass in diesen Häusern das Labor von Kollegen anderer Fachrichtungen „mitbetreut&#8221; wird. Dieser Zustand muss aufhören, dafür ist die doppelte Ausbildung eine ideale Voraussetzung. Eine solche Ausbildung bedeutet allerdings auch einen langen Atem, denn für den Doppelfacharzt sind neun Jahre Ausbildung notwendig. Kollegen, die das schaffen, hätten die optimalen Voraussetzungen, um in größeren Krankenanstalten das Labor und die Transfusionsmedizin gleichzeitig zu betreuen.</p>
<p>Wie beurteilen Sie die Chancen fertig ausgebildeter FachärztInnen für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin?</p>
<p>Schönitzer: Bis dato haben alle, die einen Ausbildungsplatz erhalten haben, auch eine Stelle gefunden.</p>
<p>Was erwarten Sie sich von der Reform der Ausbildungsordnung, die noch heuer beschlossen werden soll?</p>
<p>Schönitzer: Unsere Fachgesellschaft hat bereits 2002 ihre Vorstellungen bei der Österreichischen Ärztekammer deponiert. Gegenüber der Ausbildungsordnung von 1994 ist die Herstellung von Stammzellen und Zellen aus peripherem Blut dazu gekommen sowie die therapeutischen und präparativen Hämapharesen. Ich hoffe, dass der Text so in die neue Ausbildungsordnung übernommen wird. Teilweise wird es natürlich Überschneidungen mit der Labormedizin geben. Deshalb plädiere ich auch für eine enge Zusammenarbeit mit diesem Fachgebiet. Ich glaube, dass das zwei Fächer sind, die gut zusammenarbeiten können.</p></p>
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		<title>Augenheilkunde: Fast jedem kann geholfen werden</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 13:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Augenheilkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits unter Hammurabi wurden die ersten Staroperationen beschrieben. Und im Mittelalter waren es die Okulisten, die von Dorf zu Dorf zogen, um den meist unwissenden Einwohnern den Star zu stechen, mit durchaus überschaubarem Erfolg. Heute hat die Ophthalmologie für fast jedes Augenproblem eine Lösung anzubieten. Die Fortschritte auf operativem Gebiet sind groß, auch für wissenschaftliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits unter Hammurabi wurden die ersten Staroperationen beschrieben. Und im Mittelalter waren es die Okulisten, die von Dorf zu Dorf zogen, um den meist unwissenden Einwohnern den Star zu stechen, mit durchaus überschaubarem Erfolg. Heute hat die Ophthalmologie für fast jedes Augenproblem eine Lösung anzubieten. Die Fortschritte auf operativem Gebiet sind groß, auch für wissenschaftliche Forschung bietet sich ein breites Betätigungsfeld.<span id="more-228"></span></p>
<dl id="attachment_227" class="wp-caption alignleft""><dt><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/fellner-roderich-dr-200409.jpg"><img class="size-full wp-image-227" title="fellner-roderich-dr-200409" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/fellner-roderich-dr-200409.jpg" alt="Dr. Roderich Fellner" width="113" height="171" /></a></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 123px">Dr. Roderich Fellner</dd></dl>
<p>„In der Augenheilkunde gibt es nur sehr wenige Patienten, denen man sagen muss, leider da kann ich überhaupt nichts machen&#8221;, erklärt der Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) für, MR Dr. Roderich Fellner, Augenarzt aus Graz im Gespräch mit der Ärztewoche die eigene Begeisterung für sein Fachgebiet. „Wenn ich das beispielsweise mit der Onkologie oder der Geriatrie vergleiche, kann ich sagen, in der Augenheilkunde können wir doch den meisten Patienten helfen.&#8221;<br />
Als eine ideale Mischung von konservativer und operativer Tätigkeit beschreibt Fellner die Tätigkeit aus Augenarzt. „Viele Kollegen spezialisieren sich beispielsweise auf bestimmte Operationen, wie etwa die Star- oder Glaukomoperation. Andere konzentrieren ihre Tätigkeit wiederum auf Schielkinder.&#8221; Dies zeigt, dass auch innerhalb eines vergleichsweise „kleinen&#8221; Faches, eine weitere Spezialisierung durchaus möglich, ja, wie im Fall der hochkomplizierten Staroperationen, sogar erwünscht ist.</p>
<p><p><strong>Große Veränderungen</strong><br />
Erinnern Sie sich noch an die Starbrille, die früher manche Menschen tragen mussten? „Als ich in der Augenheilkunde anfing, bestand die Staroperation darin, die getrübte Linse zu entfernen&#8221;, plaudert Fellner aus dem Nähkästchen. Die Patienten mussten danach sogenannte Starbrillen tragen, die nicht nur das Gesichtsfeld deutlich einschränkten, sondern auch nicht sehr attraktiv aussahen. „Damals dachten wir, die Entfernung der Linse in toto wäre bereits das Non plus Ultra in der Starchirurgie.&#8221; Heute wird mittels eines nur noch drei Millimeter langen Schnittes die getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt, die den PatientInnen fast immer ein normales Sehen ermöglicht. „Wir haben da einen Stand erreicht, mit dem wir sehr zufrieden sein können&#8221;, sagt Fellner. „Aber es gibt sicher noch weitere Steigerungen.&#8221;</p>
<p><strong>Forschungsintensives Fach</strong><br />
Auch die Entwicklung des Operationsmikroskops vor etwa 30 Jahren und die Miniaturisierung der Instrumente gehören für Fellner zu den wesentlichen Fortschritten für die Augenheilkunde in den vergangenen Jahrzehnten. Neben der täglichen praktischen Auseinandersetzung im Fach gehört die wissenschaftliche Arbeit in der Ophthalmologie für Fellner sicherlich zu den interessantesten Herausforderungen der kommenden Jahre, der auf eines der ungelösten Probleme in der Augenheilkunde hinweist: „Für die feuchte Makuladegeneration haben wir zwar schon vielversprechende Therapieansätze. Von einer Heilung können wir hier aber noch lange nicht sprechen.&#8221; Völlig ungelöst erscheint derzeit noch das Problem der trockenen Makuladegeneration, bei der es zu einem langsamen, aber unaufhaltsam fortschreitenden Visusverlust kommt.</p>
<p><strong>Zähigkeit und Ausdauer</strong><br />
Neben der Liebe zum Fach und zur Wissenschaft sieht Fellner viel Geduld und Ausdauer als wesentlichste Voraussetzungen für angehende AugenheilkundlerInnen: „Denn die Ausbildungssituation ist derzeit leider gar nicht gut.&#8221; Generell gäbe es viel zu wenig Ausbildungsstellen. Aber auch als fertiger Facharzt gilt ein berufliches Auskommen noch lange nicht als gesichert. Da die Gebietskrankenkassen die Planstellen für FachärztInnen festlegen, kann es mitunter zu langen Wartezeiten kommen, bis ein Facharzt für Augenheilkunde eine Kassenstelle erhält.<br />
Fellner kann sich, um die Situation zu verbessern, für die Zukunft durchaus stärkere Beschränkungen vorstellen: „In den USA wird vor Ausbildungsbeginn die Anzahl der Fachärzte festgelegt, die benötigt werden und etwa genauso viele werden dann auch tatsächlich ausgebildet.&#8221; Eine ideale Lösung, so Fellner, da es auf diese Weise nicht zu Überkapazitäten käme. Auch eine Zugangsbeschränkung zum Medizinstudium kann sich Fellner durchaus vorstellen: „Wir haben in Österreich als letztes Land in Europa keine Zulassungsbeschränkung. Wenn bei uns jemand bei der Krankenschwesternausbildung durchfällt, kann er immer noch Medizin studieren.&#8221;</p>
<p><strong>Ausland keine Lösung</strong><br />
Betrachtet Fellner die beruflichen Perspektiven für angehende FachärztInnen für Augenheilkunde in Österreich schon als ungünstig, so scheint es im benachbarten Ausland nicht viel besser um Beschäftigung, Kassenstellen und Bezahlung bestellt zu sein: „In den skandinavischen Ländern fehlen derzeit tausende von Fachärzten, weil die Bezahlung unterdurchschnittlich ist.&#8221; In Großbritannien wird seit vielen Jahren voll auf die Versorgung im Krankenhaus gesetzt, was es den britischen AugenärztInnen nicht nur erschwert, sich niederzulassen, sondern auch, ihre Ordinationsausstattung auf dem letzten Stand der Technik zu halten. „Auch in Deutschland&#8221;, so Fellner weiter „sind derzeit rund 5.000 Facharztstellen nicht zu besetzen, weil die Honorierung nicht stimmt.&#8221; Rund 1.000 Euro im Monat erhalte ein junger Facharzt in Ausbildung pro Monat. „In Österreich ist die Bezahlung übrigens nicht viel besser&#8221;, warnt Fellner die jungen KollegInnen. Abraten will der Präsident der ÖOG MedizinstudentInnen vom Fach Augenheilkunde allerdings keineswegs: „Aber man soll den jungen KollegInnen vorher genau sagen, was sie erwartet.&#8221;</p>
<p><strong>Ein dorniger Weg<br />
</strong>Insgesamt dauert die Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde sechs Jahre. „Davon sind fünf Jahre im Fach zu absolvieren, ein halbes Jahr innere Medizin und ein halbes Jahr Chirurgie&#8221;, zählt Fellner auf. Den Abschluss bildet, wie in allen anderen Sonderfächern auch, die Facharztprüfung. Zusätzliche Ausbildungen hält Fellner nur eingeschränkt für nötig: „An sich ist das Fach Augenheilkunde so sehr spezialisiert, dass eine zusätzliche Ausbildung nicht viel bringt. Interessant kann eine intensivere Beschäftigung mit Kontaktlinsen sein.&#8221; Hier sei der Markt in Österreich noch nicht gesättigt.<br />
Trotz aller genannten Schwierigkeiten bleibt die Augenheilkunde für Fellner ein „hochinteressantes, spannendes Fach, es ist eine Freude darin zu arbeiten. Aber bis man soweit kommt, ist es eben ein dorniger Weg.&#8221;</p>
<p>MR Dr. Roderich Fellner ist Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft und niedergelassener Augenarzt in Graz.</p></p>
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		<title>Arbeitsmedizin: Nicht reparieren, sondern die Ursachen bekämpfen!</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 19:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facharztserie]]></category>
		<category><![CDATA[Facharztausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Bereits im 17. Jahrhundert wurde mit Bernardo Ramazinis* Standardwerk zu den Ursachen für Berufskrankheiten der Grundstein zum Sonderfach Arbeitsmedizin gelegt. Aber erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in Österreich erstmals eine 12wöchige Ausbildung zum Arbeits- und Betriebsmediziner ins Leben gerufen. Mit der neuen Ausbildungsordnung soll nunmehr auch eine sechsjährige Facharztausbildung geschaffen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits im 17. Jahrhundert wurde mit Bernardo Ramazinis* Standardwerk zu den Ursachen für Berufskrankheiten der Grundstein zum Sonderfach Arbeitsmedizin gelegt. Aber erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in Österreich erstmals eine 12wöchige Ausbildung zum Arbeits- und Betriebsmediziner ins Leben gerufen. Mit der neuen Ausbildungsordnung soll nunmehr auch eine sechsjährige Facharztausbildung geschaffen werden.<span id="more-214"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Interesse an arbeitsbedingten Erkrankungen, hohe Kommunikationsfähigkeit und derzeit noch viel Geduld brauchen künftige ArbeitsmedizinerInnen in Österreich. Denn es sieht mit der Anzahl der Ausbildungsstellen zum Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin noch ziemlich schlecht aus. „Insgesamt gibt es derzeit nur 22 Ausbildungsstellen in ganz Österreich&#8221;, sagt der Arbeitsmediziner Dr. Erich Pospischil im Gespräch mit der Ärztewoche. „Erst die neue Ausbildungsordnung wird hier Abhilfe schaffen können.&#8221; Mit dieser soll dann erstmals die Möglichkeit bestehen, in einer sechsjährigen Ausbildung den Titel Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin erwerben zu können.<br />
 Aber auch ohne Facharzttitel besteht bereits jetzt die Möglichkeit, sich die Berechtigung zur Berufsausübung als ArbeitsmedizinerIn zu erwerben. Wer das ius practicandi hat, kann einen zwölfwöchigen Kurs an einer der beiden österreichischen Akademien für Arbeitsmedizin in Klosterneuburg bzw. Linz zu absolvieren. „Nach Abschluss dieser Ausbildung darf man als ArbeitsmedizinerIn praktizieren&#8221;, erläutert Pospischil.</p>
<p>Ausbildung im Fluss<br />
 Seit 1996 und noch bis Ende 2006 besteht als Übergangsregelung die Möglichkeit, nach mindestens acht Jahren nachgewiesener Tätigkeit als Arbeitsmediziner den Facharzttitel von der Ärztekammer zuerkannt zu bekommen, vorausgesetzt, es wurde die Facharztprüfung positiv bestanden.. Derzeit haben rund 75 Arbeits- und Betriebsmediziner in Österreich ihren Facharzttitel auf diese Weise erworben. Wer jetzt mit dem Studium fertig ist und in dieses Fach gehen möchte, dem rät Arbeitsmediziner Pospischil auf alle Fälle den Zwölfwochenkurs an, denn „der wird zukünftig auch Teil der Facharztausbildung sein, ist also jedenfalls zu absolvieren.&#8221; Zudem berechtigt dieser Kurs zur sofortigen Aufnahme der betriebsärztlichen Tätigkeit.</p>
<p>Gesundheit ist kein Luxus<br />
 Arbeitsbedingte Erkrankungen stehen im Mittelpunkt der arbeitsmedizinischen Tätigkeit. Im Vergleich zu anderen medizinischen Disziplinen hat der Arbeits- und Betriebsmediziner allerdings vor allem beratende und präventive Aufgaben. „Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht die Entwicklung von Gesundheit im Betrieb&#8221;, sagt Pospischil. Dies umfasst die Einzelberatung von ArbeitnehmerInnen. Dazu gehört aber auch die Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen für ganze Unternehmen. „Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Management wird immer wichtiger&#8221;, weiß Pospischil. Denn „es ist ja ganz wesentlich für eine moderne Betriebsführung, dass gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch leistungsbereiter sind.&#8221; Schließlich seien nur gesunde MitarbeiterInnen auch imstande, die ihnen gestellten Aufgaben adäquat zu erfüllen.</p>
<p>Kommunikativ, flexibel und belastbar<br />
 „Kommunikationsfähigkeit und EDV-Kenntnisse&#8221;, fasst Pospischil die beiden wichtigsten „Spezialkenntnisse&#8221;, die ein Arbeits- und Betriebsmediziner mitbringen sollte, zusammen. „Da sitzt man ja nicht irgendwo und wartet, dass die Leute kommen, sondern der Arbeitsmediziner muss auf die Menschen zugehen, ob das jetzt die ArbeitnehmerInnen sind oder das Firmenmanagement.&#8221; Und EDV-Kenntnisse gehören heute zu den Grundvoraussetzungen für Arbeits- und BetriebsmedizinerInnen. Aber auch ein gewisses Verständnis für technische Zusammenhänge, Kenntnisse in Ergonomie, Arbeitspsychologie, Projektmanagement und nicht zuletzt ein hohes Maß an Flexibilität sind Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit als ArbeitsmedizinerInnen-. „Eine gewisse Mobilität ist unbedingt nötig, weil die Firmenstruktur in Österreich wenige Großbetriebe aufweist, die einen Arbeitsmediziner in Vollzeit beschäftigen können&#8221;, erklärt Pospischil. Aufgrund der kleinteiligen Struktur ist es vielmehr so, dass ein Arbeits- und Betriebsmediziner meist mehrere Betriebe versorgt.<br />
 Auch eine gewisse Belastbarkeit hält Pospischil für absolut notwendig, weil man als Arbeitsmediziner nicht selten im Spannungsfeld zwischen Mitarbeitern und Management steht: „Hier besteht ein großes Konfliktpotential. Derartigen Konfliktsituationen muss man begegnen und sie auch entsprechend moderieren können.&#8221; Übrigens: Auch für den Arbeitsmediziner gilt absolute ärztliche Schweigepflicht. Der Firmenchef darf nicht danach fragen, wer den Arbeitsmediziner aufsucht und aus welchem Grund.</p>
<p>Gute Chancen<br />
 Die beruflichen Chancen für angehende ArbeitsmedizinerInnen beurteilt der erfahrene Arbeitsmediziner Pospischil derzeit wörtlich als „gar nicht schlecht.&#8221; Zum einen käme es in den kommenden Jahren in vielen Betrieben zu einem Generationswechsel, weil KollegInnen in Pension gingen. „Zum anderen bestehen neben der betriebsärztlichen Tätigkeit auch noch andere Möglichkeiten, diesem Beruf nach zu gehen, wie etwa bei der Unfallversicherung und den Arbeitsinspektoraten.&#8221;<br />
 Auch in ländlichen Gebieten besteht derzeit noch Nachholbedarf für arbeitsmedizinische Versorgung.</p>
<p>Es bleibt immer interessant<br />
 Routine gibt es laut Pospischil in der Arbeits- und Betriebsmedizin nur wenig. „Die Arbeitsmedizin bietet eben von der Konzeption von Gesundheitsförderungsprogrammen über die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen bis hin zur Beratung einzelner Mitarbeiter praktisch täglich neue Herausforderungen.&#8221; Mit Kollegen anderer Fachdisziplinen tauschen möchte Pospischil auch nach rund 10-jähriger Tätigkeit als Arbeits- und Betriebsmediziner nicht: „Für mich persönlich ist es immer noch reizvoll, täglich vor neue Herausforderungen gestellt zu sein, neue Inhalte zu definieren und viele verschiedene Wissenskomponenten in meine Arbeit einbringen zu können.&#8221;<br />
 Sabine Fisch</p>
<p>* 1631 &#8211; 1724</p>
<p>Dr. Erich Pospischil ist Facharzt für Innere Medizin undfür Arbeits- und Betriebsmedizin sowie ärztlicher Leiter des Arbeits- und Sozialmedizinischen Zentrums Mödling GmbH. Er ist Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Anatomie: Der Anatom lehrt lebenslang!</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 19:12:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sind nur wenige MedizinstudentInnen, die sich, nicht selten bereits nach dem Sezierkurs im zweiten Studienjahr, dazu entschließen, keines der klinischen Fächer zu wählen, sondern „in die Anatomie&#8221; zu gehen. Dies bedeutet im Idealfall den Weg vom Demonstrator als StudentIn über den Dr. med. hin zur sechsjährigen Ausbildung. Geduld ist, wie in allen anderen Fachrichtungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind nur wenige MedizinstudentInnen, die sich, nicht selten bereits nach dem Sezierkurs im zweiten Studienjahr, dazu entschließen, keines der klinischen Fächer zu wählen, sondern „in die Anatomie&#8221; zu gehen. Dies bedeutet im Idealfall den Weg vom Demonstrator als StudentIn über den Dr. med. hin zur sechsjährigen Ausbildung. Geduld ist, wie in allen anderen Fachrichtungen auch hier gefragt, denn Ausbildungsplätze sind ausgesprochen rar. Offizielle gibt es derzeit laut Ärztekammer derzeit österreichweit keine einzige freie Ausbildungsstelle.<span id="more-213"></span></p>
<dl id="attachment_212" class="wp-caption alignleft""><dt><a href="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/firbas-wilhelm-prof-dr-140409.jpg"><img class="size-full wp-image-212" title="firbas-wilhelm-prof-dr-140409" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/firbas-wilhelm-prof-dr-140409.jpg" alt="Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Firbas" width="236" height="315" /></a></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 246px">Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Firbas</dd></dl>
<p>„Wir sind heute eigentlich alle Molekularbiologen&#8221;, sagt Prof. Dr. Wilhelm Firbas, Vorstand des Instituts für Anatomie an der medizinischen Universität Wien im Gespräch mit der Ärztewoche. „Egal, ob sie heute Anatom sind, Histologe oder Pharmakologe. Die Fächer sind deutlich enger zusammen gerückt in den vergangenen Jahrzehnten.&#8221; Auch das Fach Anatomie hat einen tief greifenden Veränderungsprozess durchgemacht: Von der makroskopischen Anatomie, die heute als Forschungsgebiet als „ausgebrannt&#8221; bezeichnet wird, hin zu anatomischen Forschungsarbeiten auf molekularer Ebene. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die makroskopische Anatomie keinen Platz mehr im Fach hat, den hat sie, in der Lehre nämlich, und daran wird sich auch nichts ändern. Gehört die Lehre vom menschlichen Körper doch zum unabdingbaren Rüstzeug jedes Medizinstudiums.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Der Anatom als Zwitterwesen</strong><br />
 Deshalb „sollte ein guter Anatom auch immer Lehrer sein wollen&#8221;, bringt es Firbas auf den Punkt. Und damit eigentlich ein Zwitterwesen: Denn neben der Lehre steht die Forschung in der Anatomie hoch im Kurs. Dies bedeutet wiederum die Anatomie auf der molekularen Ebene. „Es geht ja heute darum, möglichst hochwertig zu publizieren&#8221;, sagt Firbas. „Früher konnte man Studien machen über irgendwelche menschliche Varietäten und in Monographien publizieren.&#8221; Das ist heute nicht mehr so gefragt. „Heute geht es darum, für die akademische Karriere möglichst viele Impactpunkte zu sammeln.&#8221; Und diese erhält nur, wer in möglichst hochwertigen Zeitschriften publiziert. „Heute muss der Anatom aktuelle Forschung, Frontline-Forschung betreiben, das ist in unserem Fach gar nicht so leicht&#8221;, meint Firbas: „Es ist nicht mehr die Form, die beschrieben wird, sondern es sind die dahinter liegenden Prozesse.&#8221;<br />
 Für „versponnene, in sich zurückgezogene Forscherpersönlichkeiten&#8221; hat die Anatomie allerdings eher keinen Platz, dazu ist die Lehre zu prominent: „Wir haben heute neben der studentischen Lehre, zumindest gleich viele postpromotionelle Weiterbildungsveranstaltungen&#8221;, erläutert Firbas. Ärzte, die mit neuen Techniken konfrontiert sind, wie etwa Neurochirurgen oder Orthopäden, erproben diese am Leichenpräparat. „Das ist die neue Kompetenz der Anatomie&#8221;, stellt Firbas fest. „Wir bieten die Möglichkeit neue Fertigkeiten zu üben und zu testen, bevor sie am lebenden Menschen eingesetzt werden.&#8221; Neben der Anatomie als Grundlagenfach wird also die postpromotionelle Weiterbildung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. „Denken Sie nur an die Chirurgie&#8221;, kommt Firbas ins Schwärmen. „Da ging es früher um eine weite Öffnung der Körperhöhlen. Heute steht die minimal-invasive Arbeit im Vordergrund. Da müssen Sie ganz neue Blickwinkel lernen.&#8221;</p>
<p><strong>Früher Beginn</strong><br />
 Im Gegensatz zu den klinischen Fächern beginnt die Ausbildung zum Facharzt für Anatomie eigentlich bereits mit einer Tätigkeit als Demonstrator, während der Studienzeit. „Die eigentliche Facharztausbildung beginnt dann mit der Promotion und dem direkten Einstieg in die Arbeit am Institut&#8221;, erklärt Firbas. Die Ausbildung dauert sechs Jahre. Ein Jahr ist in einem klinischen Fach zu absolvieren, das frei zu wählen ist. Ausbildungsplätze sind derzeit allerdings ausgesprochen rar. Laut Ärztekammerliste ist derzeit überhaupt kein Platz vorhanden. Ein Einstieg ist trotzdem möglich: „Gelegentlich werden Stellen frei durch Berufungen, Versetzungen und Pensionierungen. „Wer sich bewährt und die Kriterien für eine Anstellung erfüllt, kann dann mit einer Dauerstelle rechnen&#8221;, sagt Firbas, der seit 1964 als Anatom tätig ist und für den seine Tätigkeit immer noch Herausforderungen bietet: „Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.&#8221;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Anästhesie: Das operative Rückgrat des Krankenhauses</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 08:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.fisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facharztserie]]></category>
		<category><![CDATA[Anästhesie]]></category>
		<category><![CDATA[Intensivmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Anästhesie und Intensivmedizin bietet ein breites Wirkspektrum &#8211; und sie umfasst heute weit mehr, als die reine Tätigkeit als Narkosearzt. Neben der Tätigkeit im Operationssaal, stellt vor allem die Intensivmedizin, aber auch die Schmerztherapie die MedizinerInnen heute vor eine Fülle neuer und spannender Herausforderungen. Für den Mediziner, der sich für eine Ausbildung zum Facharzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<dl id="attachment_187" class="wp-caption alignleft""><dt><img class="size-full wp-image-187" title="germann-peter-prof-dr-090409" src="http://www.sabinefisch.at/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/germann-peter-prof-dr-090409.jpg" alt="Univ.-Prof. Dr. Peter Germann" width="151" height="100" /></dt><dd class="wp-caption-text" style="width: 161px">Univ.-Prof. Dr. Peter Germann</dd></dl>
<p>Die Anästhesie und Intensivmedizin bietet ein breites Wirkspektrum &#8211; und sie umfasst heute weit mehr, als die reine Tätigkeit als Narkosearzt. Neben der Tätigkeit im Operationssaal, stellt vor allem die Intensivmedizin, aber auch die Schmerztherapie die MedizinerInnen heute vor eine Fülle neuer und spannender Herausforderungen.<span id="more-188"></span></p>
<p>Für den Mediziner, der sich für eine Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin entscheidet, muss allerdings klar sein, dass „man selten der erste Mann oder die erste Frau ist für die Patientinnen ist&#8221;, wie es Prof. Dr. Peter Germann, Anästhesist, Intensivmediziner und bereichsleitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin am AKH Wien im Interview mit der Ärztewoche beschreibt.</p>
<p><strong>Warum haben Sie sich ursprünglich dafür entschieden, das Fach Anästhesie und Intensivmedizin zu wählen?</strong></p>
<p>Germann: Ich war zuerst praktischer Arzt, habe also die Turnusausbildung absolviert und die Ausbildung zum Anästhesisten- und Intensivmediziner als logische Fortsetzung der gesamtheitlichen Betrachtungsweise des Patienten gesehen. Als praktischer Arzt muss man den ganzen Menschen sehen und nicht nur das erkrankte Organ &#8211; das ist auch in der Anästhesie so. Außerdem wollte ich meine Tätigkeit im Spital erweitern. Als Anästhesisten sind wir eine Minderheit in der Medizinerzunft, die dies tut &#8211; den ganzen Menschen sehen. Wir haben eine interessante Tätigkeit im OP, auf der Intensivstation und in der Schmerztherapie. Und die Patienten umfassen das gesamte Spektrum: Vom Frühgeborenen bis zum Greis. Eines muss in unserer Profession allerdings klar sein: Der Patient kommt nicht ins Spital, weil er eine Narkose will, sondern weil er operiert werden muss.</p>
<p><strong>Was begeistert Sie an Ihrem Fachgebiet?</strong></p>
<p>Germann: Das ist in meinem Fall die Intensivmedizin. Das hat damit zu tun, dass der Anästhesist auf der Intensivstation eine fixe Verortung hat, ein gewisses Heimatgefühl entwickeln kann, während er in den OPs quasi „vagabundierend&#8221; ist. In der Intensivstation kann ich den Patienten von A bis Z behandeln, zusammen mit den anderen Fachkollegen natürlich. Die Narkose ist eine andere Sache, die dauert eine Zeit, und dann ist der Patient wieder weg. Die Arbeit auf der Intensivstation ist dagegen komplexer. Wichtig ist auch die Behandlungsdurchgängigkeit zu betonen d.h. dass ein Anästhesieteam den Patienten auf der Intensivstation als auch im OP betreut.</p>
<p><strong>Wie gehen Sie mit der Belastung um, ständig mit schwerkranken Menschen zu tun zu haben?</strong></p>
<p>Germann: Neben sehr vielen höchst erfreulichen Momenten, muss man als Intensivmediziner auch dramatische und manchmal desaströse Krankheitsverläufe zur Kenntnis nehmen, trotz aller Möglichkeiten, die die moderne Medizin bietet. Dazu kommen aufwendige Gespräche mit den Angehörigen. Durch die intensive Aufarbeitung im gesamten Team, welche manchmal Tage bis Wochen dauert ist es möglich, diese belastenden Ereignisse zu verarbeiten. Fraglos ist bei aller Involvierung in das Geschehen auch eine gewisse „gesunde&#8221; Distanz notwendig. Jeder Intensivmediziner sollte auch unbedingt eine private Rückzugsmöglichkeit haben. Für mich ist das meine Familie.</p>
<p><strong>Welches werden in den kommenden Jahren die großen Herausforderungen für die Anästhesie-/Intensivmedizin sein?</strong></p>
<p>Germann: Die Herausforderungen werden darin bestehen, dass wir den Beginn gewisser Krankheiten und Krankheitsverläufe noch früher erkennen werden. Das wird bereits am Unfallort beginnen oder unmittelbar bei der Einlieferung ins Krankenhaus. Zur Zeit ist es leider noch so, dass wir häufig den Krankheitsverläufen, wie beispielsweise der Sepsis, hinterher laufen und versuchen, durch die Bereitstellung einer komplexen technischen und personellen Infrastruktur, den Organen eine Möglichkeit zur Selbstheilung zu geben. In der Zukunft wird es darum gehen, noch rascher, noch präziser und zielorientierter zu arbeiten. Auch das Monitoring wird besser werden.</p>
<p><strong>Welche Voraussetzungen sollte ein potenzieller Anästhesist unbedingt für dieses Fachgebiet mitbringen?</strong></p>
<p>Germann: Wichtig ist auf jeden Fall, dass er sich selbst nicht zu sehr in den Vordergrund stellt. Er sollte Interesse an der ganzheitlichen Betrachtung der Medizin haben, und in hohem Maße stresstolerant sein. Die Anästhesie und Intensivmedizin stellt das operative Rückgrat des Spitals dar, ist also ein sehr wichtiges Fach, obwohl das vielleicht nach außen nicht immer ganz durchdringt. Es ist auch so, dass man durchaus nicht immer die Wertschätzung erhält, die man gerne hätte. Ein potentieller Anästhesist und Intensivmediziner muss jemand sein, der in der Lage ist diese Anforderungen zu integrieren, jemand, der sich nicht unbedingt auf einen Bereich einengen will, sondern gerne im gesamten Medizinbereich tätig ist. Und es sollte jemand sein, der eine hohe soziale Intelligenz hat und teamfähig ist.</p>
<p><strong>Wie lange dauert die Ausbildung, und wie ist sie aufgebaut?</strong></p>
<p>Germann: Die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin dauert sechs Jahre, davon haben sie vier Jahre Ausbildung im Fach, zwei Jahre lang müssen sie Gegenfächer absolvieren. Zu diesen gehören verpflichtend internistische und chirurgische Rotationen mit einem Jahr freier Wahl. Man kann empfehlen, z.B. ein halbes Jahr Unfallchirurgie zu machen, ein halbes Jahr Chirurgie und ein Jahr internistisch zu arbeiten, z. B. in der Kardiologie.</p>
<p><strong>Wie gestaltet sich derzeit die Ausbildungssituation?</strong></p>
<p>Germann: Die Ausbildungsplätze werden weniger. Die Ausbildung ist ja auch kategorischer geworden. Es gibt einen genauen Rasterplan, in dem genau vorgeschrieben wird, welche Teile der Ausbildung zu machen sind und ob dieses Ziel erreicht wird. Nach Abschluss der praktischen Ausbildung muss eine Facharztprüfung abgelegt werden. Das bedeutet natürlich nicht nur für den Auszubildenden, sondern auch für die Ausbildner eine höheren Anforderung als früher. Daher wird die Zahl der Auszubildenden auch geringer. Die Krankenhäuser zielen heute immer mehr darauf fertig ausgebildete Fachärzte anzustellen.</p>
<p><strong>Wo sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz am besten?</strong></p>
<p>Germann: Die Uniklinik bietet sicherlich das breiteste Spektrum der Facharztausbildung, da hier viele Techniken erlernt und angewendet werden und das Patientengut die gesamte Bandbreite des Faches umfasst. Ich würde daher jedem raten wollen, zumindest einen Teil der Ausbildung an einer Uniklinik zu absolvieren. Dies ermöglicht den Erwerb von Spezialkenntnissen, die einem später das gesamte Berufsleben hindurch von Nutzen sein können.</p>
<p><strong>Was erwarten Sie sich von der Reform der Ausbildungsordnung, die noch heuer beschlossen werden soll?</strong></p>
<p>Germann: Ich halte es für wichtig, die Ausbildungsdauer im Fach Anästhesie- und Intensivmedizin nicht zu kürzen. Die Gegenfächer sind ebenfalls unbedingt notwendig, da wir die Fachwelt der anderen Kollegen gut verstehen müssen, speziell die der Chirurgen.</p>
<p><strong>Wie beurteilen Sie die beruflichen Chancen fertig ausgebildeter Anästhesie-/IntensivmedizinerInnen?</strong></p>
<p>Germann: Momentan sind die Chancen für junge Kollegen nicht so schlecht. Durch die Einführung des neuen Arbeitszeitgesetzes müssen viele Spitäler neue Ärzte anstellen. Dieser Trend wird für die nächsten Zeit sicherlich noch anhalten, und erst enden wenn in allen Spitälern nach dem neuen Arbeitszeitgesetz gearbeitet werden kann.</p>
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